Für Fahrzeugaufbauten ausgelegt Lapp-CAN-Bus-Leitungen für Nutzfahrzeuge - KEM

Für Fahrzeugaufbauten ausgelegt

Lapp-CAN-Bus-Leitungen für Nutzfahrzeuge

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Eine schnelle Datenübertragung ist heute auch in Nutzfahrzeugen Pflicht, etwa um An- und Aufbauten zu steuern. Hier ist der CAN-Bus mittlerweile fast immer die erste Wahl. Lapp hat deshalb eine spezialisierte Leitung entwickelt, die robust, brandsicher und flexibel in ihrer Anwendung ist.

Jürgen Greger, Produktmanager Automation bei der U.I. Lapp GmbH

Technische Standards – insbesondere in der Kommunikationstechnik – haben meist keine lange Lebensdauer. Oft werden sie schon nach einigen Jahren durch einen neuen Standard abgelöst. Doch es gibt auch Gegenbeispiele, die Jahrzehnte überleben und immer neue Anwendungen erobern. Der CAN-Bus (Controller Area Network) ist so ein Beispiel. Robert Bosch hat das serielle Bussystem, das zu den Feldbussen gehört, bereits 1986 eingeführt. Seither hat es sich als Kommunikationsstandard in Automobilen als das zentrale „Nervensystem“ zur Übertragung von Daten der Fahrzeugelektronik etabliert. Etwas später zogen auch die Hersteller von Nutzfahrzeugen nach, etwa für Multifunktionslenkräder oder Telematikdienste, bei Gefahrguttransporten zur Überwachung von Sicherheitsfunktionen. Heute haben nahezu alle Nutzfahrzeuge einen CAN-Bus – teilweise sogar mehrere – an Bord, darunter Tankwagen, Autotransporter, Betonmischer, Viehtransporter, Kehrmaschinen, Müllwagen, Räumfahrzeuge, Löschfahrzeuge und viele mehr.

Umso erstaunlicher ist es, dass es bisher keine speziellen CAN-Bus- Leitungen für Nutzfahrzeuge und deren Aufbauten gab. Viele Hersteller behelfen sich mit Standard CAN-Bus-Leitungen. Allerdings sind die Anforderungen an Kabel beim Einsatz in Nutzfahrzeugen sehr speziell – oft müssen sie hier unter freiem Himmel und bei Regen und Kälte ihren Dienst tun. Kunden aus der Nutzfahrzeugbranche sind sich dieses Dilemmas durchaus bewusst, das zeigen Gespräche mit Experten der Lapp-Gruppe. Man habe sich bisher mit den Standardkomponenten arrangiert, würde es aber begrüßen, wenn es speziell für Nutzfahrzeuge ausgelegte CAN-Bus-Leitungen geben würde.

Maßgeschneidert für den harten Einsatz

Das Warten hat seit der Hannover Messe 2017 ein Ende. Dort hat Lapp die Unitronic BUS Heat 6722 vorgestellt – eine Datenleitung nach dem CAN-Bus-Standard, die eigens für Fahrzeugaufbauten ausgelegt ist und damit erstmals Eigenschaften vereint, die herkömmliche Leitungen für PKW nicht haben. Sie ist robust gegen Öl, Benzin, Diesel, Schmierstoffe und UV-Licht. Zudem ist die Leitung nach DIN/ISO 6722 Klasse B temperaturbeständig von -40 bis +105 °C. Weil manche Nutzfahrzeuge neben dem Fahrer weitere Personen befördern, etwa in Löschfahrzeugen der Feuerwehr, ist außerdem eine Zertifizierung nach ECE R118 Pflicht. Sie regelt das Brandverhalten von Innenraummaterialien. So muss das Mantelmaterial halogenfrei sein, damit es im Brandfall die Atemwege nicht verätzt, wenn sich der brennende Kunststoff mit Löschwasser zu Säuredampf verbindet. Die neue CAN-Bus-Leitung hat deshalb einen Mantel aus Spezialpolyurethan.

Und auch in Nutzfahrzeugen kann es manchmal eng zugehen, man denke nur an die Leitungsführung in einem ausfahrbaren Lichtmast. Potenzielle Anwender forderten deshalb einen möglichst geringen Durchmesser. Dieser Wunsch wurde durch den Aufbau der Adern als Sternvierer erfüllt, im englischen Twisted Pair genannt. Der Außendurchmesser eines Sternvierer-Kabels beträgt nur das 2,4-fache des Durchmessers der vier einzelnen Adern im Inneren. Damit ist es um 30% dünner als ein herkömmlich aufgebautes Kabel. Das spart Platz sowie Gewicht und erlaubt enge Biegeradien. Der Mantel ist dabei sehr flexibel und die Litzen bestehen aus besonders feinen Drähten.

Weitere Leitungen für Nutzfahrzeuge

Der CAN-Bus ist nicht der einzige Standard, der in Nutzfahrzeugen zum Einsatz kommt. Lapp hat dementsprechend weitere Leitungen mit ähnlichen Eigenschaften für andere Fahrzeugstandards im Programm: Immer größere Bedeutung in Fahrzeugen gewinnt der Ethernet-Standard, der höchste Datengeschwindigkeiten erlaubt. Solche Leitungen sind zum Beispiel in Bussen zur Vernetzung von Ticketsystemen oder Fahrgastinformations- und Infotainmentsystemen geeignet. Dafür kommt die Etherline Heat 6722 in Frage. Sie schafft Datenraten bis zu 10 Gbit/s nach Cat. 7. Außerdem versorgt sie kleine Geräte wie Sensoren oder Überwachungskameras dank Power over Ethernet mit Strom. Sie ist halogenfrei, flammwidrig und nach der neuen ECE R118 geprüft, also für den Innenraum von Bussen zugelassen. Im Lapp-Katalog finden Nutzer darüber hinaus diverse weitere Spezialleitungen für Nutzfahrzeuge. Eine ist die Ölflex Truck für die Verdrahtung der Elektroinstallation in LKW-Anhängern. Aufgrund ihrer ADR-Zulassung ist sie auch für Gefahrguttransporte geeignet. Die Unitronic Bus IS ist eine weitere Datenleitung nach dem CAN-Standard. Diese Isobus-Leitung erfüllt die ISO 11783-2, eine Norm für Steuerungs- und Kommunikationsnetzwerke in Traktoren und Maschinen der Land- und Forstwirtschaft. ik

www.lappkabel.de

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