Isolationsüberwachungsgeräte von Bender sichern das ungeerdete IT-Sysdtem zur Stromversorgung im Musiktheater im Revier.

Bretter, die die Welt bedeuten

IT-System und Geräte von Bender sichern die Bühnentechnik im MiR

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Das Musiktheater im Revier (MiR) in Gelsenkirchen, vom Architekten Werner Ruhnau im Bauhaus-Stil gestaltet und 1959 eröffnet, gehört zu den bedeutendsten Theaterbauten der Nachkriegszeit. Die technischen Einrichtungen des international renommierten Hauses wurden immer wieder modernisiert und hinter den Kulissen mit Sicherheitstechnik von Bender ausgestattet. Isolationsüberwachungsgeräte sichern dabei die gesamte ungeerdete Stromversorgung (IT-System) im Musiktheater im Revier.

Dipl.-Ing. Wilhelm Dahm, BDI Berndt/Dahm Ingenieurgesellschaft für Elektrotechnik mbH, Gelsenkirchen

Die mutige Entscheidung der Politiker und Kulturverantwortlichen in Gelsenkirchen für ein Theater avantgardistischen Zuschnitts erregte in den Sechzigern großes internationales Aufsehen. Die damals wie heute außergewöhnliche und sehenswerte Integration von Architektur und bildender Kunst gibt dem Musiktheater seinen einzigartigen Charakter. Seit 1997 steht das MiR unter Denkmalschutz und genießt weltweit den Status bedeutender Architektur.

Bühne frei für Verfügbarkeit

Damit eine laufende Vorstellung wegen Spannungsausfall nicht abgebrochen werden muss, wird die gesamte Maschinentechnik statt durch eine geerdete Stromversorgung (TN-S-System) ungeerdet durch ein IT-System mit 400 VAC versorgt. Das IT-System bietet den Vorteil, dass der erste Isolationsfehler, auch wenn er sehr niederohmig ist, nicht zur Abschaltung des Gesamtsystems führt. Eine laufende Vorstellung kann so im Störungsfall ungehindert weiter laufen. Schon während der Vorstellung können die technischen Mitarbeiter mit der Fehlersuche beginnen und den Isolationsfehler schnellstmöglich beheben.

Was sich dem Blick der Zuschauer entzieht, sehen nur die technischen Angestellte des MiR. Zum Schutze von Mensch und Maschine wurden die Steuer- und Laststromkreise, die im Zusammenspiel tonnenschwere Bühnen, schwere Lastenaufzüge oder sonstige Elemente wie Kulissen heben und drehen, mit einer Isolationsüberwachung von Bender ausgestattet. Im Zuge der Gebäudemodernisierung durch die Stadt Gelsenkirchen hat die Firma BDI Berndt/Dahm Ingenieurgesellschaft für Elektrotechnik mbH in Gelsenkirchen als Dienstleistungspartner auch diese Technik modernisiert. Aufgrund der Komplexität der Anlage kommen heute Isolationsfehlersuchsysteme sowie weitere Isolationsüberwachungen in teilweise galvanisch getrennten Stromkreisen zum Einsatz, da bis dahin niederohmige Isolationsfehler kaum zu orten waren.

Technik mit etwa 1000 kW Anschlussleistung

Die gesamte Bühnentechnik hat eine Nennleistung von etwa 1000 kW. Die Technik umfasst sowohl die Antriebe als auch die Steuerungen sowie die Aufzüge im Gebäude. Die sogenannte Obermaschine besteht aus 39 elektrisch betriebenen Prospektenaufzügen, die die Positionierung der einzelnen Kulissen übernehmen. Dazu kommen zwei Außen- sowie zwei Innen-Panoramen. Teil der Bühnentechnik sind außerdem sieben sogenannte Punktzüge, die ebenfalls elektrisch angetrieben zur Positionierung einzelner Bühnenelemente genutzt werden. Teil der Untermaschine sind sechs in der Höhe positionierbare Podien, drei Seitenwagen sowie ein Hinterbühnenwagen mit Drehscheibe. Der Antrieb erfolgt durch Gleichstrom- und Wechselstrommotoren, die über Gleichstromsteller bzw. Frequenzumrichter angesteuert werden. Sowohl die Antriebe als auch die Steuerstromkreise sind als IT-System ausgeführt. Damit die Anlage sowie die zur Steuerung nötigen Computer und Steuerpulte fehlerfrei funktionieren, wird die komplette Anlage auf Isolationsfehler überwacht.

Während die gesamte Bühnentechnik als IT-System ausgeführt ist, ist die Beleuchtung als geerdetes Netz aufgebaut. Zukünftig könnte auch die Installation der Beleuchtungsanlagen aus Verfügbarkeitsgründen als IT-System ausgeführt werden. Denn im geerdeten Netz wird bereits bei einem ersten Auftreten eines Isolationsfehlers abgeschaltet. Und nichts ist peinlicher für einen Veranstalter, als wenn während der Vorstellung das Licht ausgeht. Der zunehmende Einsatz von Frequenzumrichtern in der Bühnentechnik beeinträchtigt dabei zunehmend auch den Isolationswiderstand des IT-Systems, dessen Grenzwert heute bei unter 1 MOhm liegt. Zur Isolationsüberwachung im Netz und an den Frequenzumrichtern kommen verschiedene Geräte von Bender zum Einsatz. Diese messen den Isolationswiderstand im System, ermitteln die Netzableitkapazität und erkennen Änderungen während der Betriebszeit. Mit Hilfe der Isolationsüberwachungsgeräte und Isolationsfehlersuchgeräte sowie den Messstromwandlern in den wichtigsten Abgängen ist es möglich, Defekte sicher zu melden und zu lokalisieren.

Mit Sicherheit Kultur

Durch die Isolationsüberwachung von Bender wissen die Techniker im MiR nicht nur, dass jede einzelne Vorstellung technisch glatt über die Bühne geht, sondern sie sind zudem in der Lage, sämtliche Maschinen kosten- und zeitsparend zu warten. Da die Isolationsüberwachung zusätzlich noch für eine erhöhte Brand- und Unfallsicherheit sorgt, können die für das Haus und das zahlreiche Publikum Verantwortlichen des MiR sich auf das Wesentliche konzentrieren: Auf die Bretter, die die Welt bedeuten. ge

www.bender.de

Details zum IT-System:

http://hier.pro/XOX7V


PLUS

Kunst und Architektur

Betritt man das Große Haus, entdeckt man erst auf den zweiten Blick die Gestaltung der weißen Betonwände, die den Zuschauer- und Bühnenraum von den Licht durchfluteten Foyers trennen. Das ganze Gebäude lebt von Gegensätzen: Hell und Dunkel, strenge Geometrien und organisch-weiche Formen wechseln sich ständig ab. Die weltberühmten Reliefs von Yves Klein sind das populärste Beispiel für das einmalige Zusammenspiel von Kunst und Architektur im MiR. Mit seinen Wellenbewegungen und den rundlichen Formen setzt es sich in Kontrast zu der strengen Geometrie des Gebäudes und ergänzt es ästhetisch ungemein reizvoll. Im Gegensatz zum kantigen Äußeren des MiR, sind die Zuschauerräume eher in weichen und abgerundeten Formen gehalten und so angelegt, dass von jedem Platz aus eine hervorragende Sicht auf die Bühne gewährleistet ist. Das MiR wurde 2005 zum zweitbesten Opernhaus Deutschlands gekürt.

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