Teil 4: Arbeiten beim Engineering-Dienstleister

Mangel oder Mismatch?

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Deutschland klagt nach wie vor über den Fachkräftemangel – gleichzeitig sind jedoch mehr als 25 000 Ingenieure arbeitslos. Doch wie ist es wirklich um den deutschen Arbeitsmarkt bestellt, und was können Unternehmen tun, um gute Mitarbeiter langfristig zu binden?

Exklusiv in KEM Die Autorin: Nora Eckert, Journalistin in Frankfurt/M.

Noch immer haben Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen, auch wenn der Begriff „Fachkräftemangel“ nicht so plakativ zu verstehen ist, wie oftmals beschrieben. Das weiß auch Frank Ferchau, Geschäftsführer des Ingenieurdienstleisters Ferchau Engineering GmbH: „Zwar kamen im Juli dieses Jahres noch immer 2,4 offene Stellen auf einen Arbeitslosen, aber es ist trotzdem nicht so, dass jeder Bewerber zwangsläufig eingestellt wird. Er muss zu der Stelle passen, sowohl von der Qualifikation als auch von der Bereitschaft, sich in Projektstrukturen einarbeiten zu wollen.“ Dieser Mismatch – ein Passfehler zwischen den Erwartungen und Anforderungen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer – sowie regionale Gebundenheiten führen dazu, dass es trotz Fachkräftemangel arbeitslose Ingenieure in Deutschland gibt. „Dazu kommt der schnelle Strukturwandel in den MINT-Fächern“, erklärt Ferchau. „Der technische Anschluss ist schnell verloren, wenn ein Ingenieur beispielsweise zwischenzeitlich im Management gearbeitet hat und aus diesem Grund nicht auf dem neuesten Stand ist.“
Insbesondere für Ingenieure über 50 ist es oftmals schwierig, nach dem Verlust des Arbeitsplatzes wieder Fuß zu fassen. Doch um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Unternehmen auf die Erfahrung der sogenannten Best Ager setzen, die ebenso benötigt werden wie junge Hochschulabsolventen. „Für unsere Projekte brauchen wir einen Mix aus jungen, kreativen und motivierten Absolventen und Jung-Ingenieuren, die mit neuesten Techniken und Verfahren bestens vertraut sind, und älteren Kollegen, die Ruhe und Gelassenheit in die Teams bringen und durch ihre Erfahrung überzeugen“, verdeutlicht Frank Ferchau.
Doch die Suche nach Fachkräften erweist sich als schwierig: Während sich der Engineering-Dienstleister über zahlreiche Bewerbungen von Absolventen und jungen Berufseinsteigern freuen kann, tun sich viele erfahrene Ingenieure mit wechselnden Projekteinsätzen schwer – nur knapp 5 % der Bewerbungseingänge bei dem Dienstleister stammen von Ingenieuren über 50.
Benötigt werden Frauen und Best Ager
Auch die Suche nach weiblichen Ingenieuren gestaltet sich noch immer schwierig: Nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) waren im Jahr 2010 nur rund 16 % aller erwerbstätigen Ingenieure in Deutschland weiblich. Außerdem zeigte eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit, dass es noch immer die Bereiche Architektur und Bauingenieurwesen sind, die für Frauen attraktiv sind. Weibliche Unterstützung fehlt insbesondere in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau: 2011 waren dort nur 10 600 Frauen beschäftigt – denen 146 700 Männer entgegenstanden. Um den Frauenanteil weiter zu erhöhen, investieren Politik und Wirtschaft in Initiativen und Fördermaßnahmen. Bereits in der Schulzeit sollen Mädchen für mathematische, naturwissenschaftliche und technische Fächer begeistert und auch im Studium durch Mentorinnen unterstützt werden. Insgesamt verzeichnet der VDI rund 260 solcher Initiativen in ganz Deutschland.
Erfreulich sieht die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt für freiberufliche Ingenieure aus. Laut einer Befragung des Online-Portals Gulp über beruflichen Erfolg, Stundensätze und Zufriedenheit mit der Selbständigkeit, an der 2107 Freelancer teilnahmen, liegt der Stundenlohn von IT- bzw. Engineering-Spezialisten aktuell bei rund 79 Euro netto (ohne Mehrwertsteuer). Pro Jahr können Selbstständige in diesen Branchen laut der Umfrage zurzeit mit einem durchschnittlichen Umsatz von 134 449 Euro rechnen.
Wiedereintritt in die Arbeitswelt
Für Ingenieure auf Arbeitssuche stellt die Anstellung bei einem Engineering-Dienstleister sowohl für einen ersten Schritt als auch für den Wiedereintritt in die Arbeitswelt eine gute Möglichkeit dar: „Nicht nur Berufseinsteigern, sondern auch erfahrenen Ingenieuren bietet die Arbeit beim Ingenieurdienstleister ausgezeichnete Chancen“, erklärt Frank Ferchau. „Unsere Mitarbeiter haben die Möglichkeit, verschiedene Firmen und Bereiche kennenzulernen, in denen sie eine Menge Berufserfahrung sammeln und sich mit der Zeit zu einem Spezialisten weiterentwickeln können.“ Insbesondere für Absolventen, die frisch von der Universität kommen, sei die Arbeit beim Engineering-Dienstleister eine gute Gelegenheit, um Einsichten in die Arbeitswelt zu gewinnen, ohne dabei an Flexibilität zu verlieren oder sich auf eine bestimmte Sparte festlegen zu müssen.
Doch gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das Finden von qualifizierten Mitarbeitern nur die halbe Miete: Unternehmen müssen mehr denn je in die Bindung ihrer Mitarbeiter investieren, um diese langfristig zu behalten. So hat Ferchau, basierend auf den Erkenntnissen regelmäßiger Mitarbeiter- und Austrittsbefragungen, ein ganzheitliches Maßnahmenpaket entwickelt, um die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.
Neben gezielten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen stehen allen Mitarbeitern Unterstützungsleistungen für deren Familien sowie Maßnahmen in der Gesundheitsförderung zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Elternservice der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und präventive Gesundheitskurse, in denen Fachleute der Techniker Krankenkasse Tipps und Anleitungen geben, um den häufigsten Gesundheitsrisiken erfolgreich entgegenzuwirken. „Natürlich sind wir bei Themen wie Elternzeit oder dem Wunsch nach flexibler Arbeitszeit auf die Kooperationsbereitschaft unserer Kunden angewiesen“, erklärt Frank Ferchau. „Aus diesem Grund liegt unser Hauptaugenmerk auf Feldern, in denen ein Unternehmen seine Fachkräfte uneingeschränkt unterstützen kann.“ I

Info & Kontakt
Ferchau Engineering GmbH Martina Gebhardt, Leiterin Unternehmenskommunikation Tel.: 02261 5011-0 martina.gebhardt@ferchau.de www.ferchau.de
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