Engineering-Prozesse automatisieren Eplan-Konfigurator erhöht Schnelligkeit - KEM

Engineering-Prozesse automatisieren

Eplan-Konfigurator erhöht Schnelligkeit

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Häufig stehen bei der Automatisierung von Engineering-Abläufen Einsparpotenziale im Vordergrund – nicht jedoch bei den Klimaspezialisten von AL-KO Therm. Ziel war hier, den Anteil der Anlagen zu steigern, die zusammen mit der MSR-Technik projektiert und ausgeliefert werden. Trotz der Komplexität ist das mit einem Konfigurator auf Basis von Eplan Engineering Configuration (EEC) gelungen, vor allem aber ist man deutlich schneller geworden.

Thomas Michels, Leiter Produktmanagement, Eplan Software & Service, Monheim am Rhein

Filter, Wärmetauscher, Ventilatoren, Wärmerückgewinnung und für jede Funktion ein Gehäusemodul: Anlagen für die Luft- und Klimatechnik von AL-KO Therm mit Sitz in Jettingen-Scheppach bei Augsburg sind modular aufgebaut. Pro Jahr werden rund 5000 individuell geplante Anlagen ausgeliefert – sinngemäß also in ‚Stückzahl Eins‘, weswegen es auch einen eingespielten Engineering-Prozess gibt. Im Zentrum steht die AL-KO-eigene Entwicklungs-Software ‚Klim@Soft‘ für die mechanische Konstruktion. „Dies ist das führende Tool und sowohl mit Eplan Electric P8 für die Elektrokonstruktion als auch mit dem SAP-ERP für die kaufmännischen Funktionen vernetzt“, erläutert Nico Frühinsfeld, als Projektleiter bei AL-KO verantwortlich für MSR-Technik. Doch speziell bei der Mess- und Regeltechnik fehlte bis vor einem Jahr solch ein durchgängiger Prozess. Dieses Gewerk beinhaltet die gesamte Regelung und Überwachung aller Funktionen wie Luftstrom, Temperatur und Feuchte sowie die Stellung zahlreicher Ventile und Klappen. Der Kunde hat dabei die Wahl, ob er eine integrierte Regelung von AL-KO Therm bezieht oder vor Ort von einem Systemintegrator.

Als Systemanbieter hat AL-KO Therm natürlich den Anspruch, möglichst viele Anlagen mit MSR-Technik auszuliefern, auch wenn dem bislang Vorbehalte im Vertrieb entgegenstanden: MSR sei während der Angebotsphase im Projektgeschäft zu komplex, um der Anforderung nach schnellen Angeboten gerecht zu werden, so eine der Aussagen. Das Ziel der Verantwortlichen war damit, das Projektieren der Mess-, Steuer- und Regeltechnik zu automatisieren. Die erste Idee dazu wurde schon 2010 geboren – und rasch wieder verworfen: Die Eigenentwicklung eines Konfigurators schien zwar machbar, aber zu aufwändig, zumal ein solches System ja auch kontinuierlich gepflegt werden muss. Letztlich führte dann ein Messebesuch im Herbst 2014 dazu, dass das Projekt ‚Konfigurator‘ wieder auflebte. Während die Kollegen aus der Konstruktion mit einem Eplan-Experten ein konkretes Projekt besprachen, schaute Nico Frühinsfeld sich auf dem Stand um und wurde auf Eplan Engineering Configuration, kurz EEC aufmerksam.

Nicht gesucht und doch gefunden: Basis für den MSR-Konfigurator

Diese Lösung – so zeigte sich schnell – erfüllte alle Grundanforderungen von AL-KO an einen Konfigurator und lässt sich auch deshalb hervorragend nutzen, weil das Unternehmen bereits mit Eplan Electric P8 arbeitete. Die MSR-Technik ließ sich also einfach in den durchgängigen Prozess integrieren. Deshalb wurde das EEC in der Folge den individuellen Gegebenheiten entsprechend implementiert.

Das Modul für die weitestgehend automatisierte Konfiguration der MSR-Technik ist sowohl mit Eplan Electric P8 als auch mit Klim@Soft – und somit auch mit dem ERP – verbunden, also bestens in den durchgängigen Prozess integriert. Das schafft die Voraussetzung für einen deutlich vereinfachten Prozess der MSR-Projektierung. „Das EEC übernimmt in unserer Variante deutlich mehr Aufgaben als ‚nur‘ die Konfiguration“, betont Nico Frühinsfeld. „Es wird für alle Regelungsprozesse eingesetzt, und mit der MSR-Planung entstehen selbsttätig sowohl der Schaltplan als auch die Stückliste.“ Dabei war es den MSR-Experten von AL-KO Therm ganz wichtig, dass die Konfiguration so einfach wie möglich gehandhabt werden kann: „Unsere Branche ist nach wie vor maschinenbaulastig – die Anwender des EEC müssen keine Experten für MSR-Technik sein.“ Der Konfigurator ‚liest‘ aus den vom Projektierer ausgewählten Komponenten und der zugrunde liegenden Logik, welche MSR-Regelkreise und -Bauteile benötigt werden. Er erkennt also, ob beispielsweise eine Feuchteregelung vorgesehen werden soll oder muss. Selbstverständlich kann der Anwender die jeweiligen Regelungsarten auch definieren und genauer bestimmen. Eine Zubehörliste ermöglicht die Auswahl von Optionen mit einem Klick – das System integriert das Extra dann in die Konstruktion der Elektro- und MSR-Technik.

Wenn der Konfigurator das MSR-Schema dann an Klim@Soft als führendes System übergibt, ist neben dem Schaltplan auch die Kabelzugliste bereits dabei. Klim@Soft wiederum übergibt die MSR-Planung an das SAP-ERP, aus dem heraus die benötigten Teile kommissioniert oder bestellt werden können. In diesem Stadium sind auch die Kosten der MSR-Komponenten bereits transparent.

Dieser durchgängige Prozess führt dazu, dass die Planer deutlich schneller arbeiten können. Nico Frühinsfeld: „Vorher war die MSR-Technik eindeutig eine Bremse in unserer Projektierung. Jetzt geht die Planung nicht nur viel schneller, sondern sie ist auch zuverlässig fehlerfrei.“ Das gilt auch für Sonderanwendungen, die nach besonderen Regelwerken geplant werden, zum Beispiel für den Explosionsschutz, die Pharmaindustrie, für Krankenhäuser und für die Schiffstechnik: Auch Kreuzfahrtschiffe werden mit Anlagen von AL-KO Therm klimatisiert.

Parametrierung aus dem ERP als Ziel

Inzwischen wurden 100 der insgesamt 1000 aktiven Klim@Soft-Nutzer im Umgang mit dem Konfigurator geschult – nicht alle haben Aufgaben im Bereich der MSR-Technik. Die Innen- und Außendienstler nutzen ihn auf stationären und mobilen Endgeräten, verfügbar sind diverse Sprachversionen. Der in China übliche Zeichensatz wird ebenfalls unterstützt, denn in China hat AL-KO Therm eine eigene Fertigung. Da die Web-gestützte Version des EEC zum Einsatz kommt, muss sich aber niemand um Updates kümmern: Das System aktualisiert sich aus Sicht des Anwenders selbst. Vorteilhaft ist für die Verantwortlichen von AL-KO Therm neben der Automatisierung der Planungsprozesse auch die höhere Genauigkeit der Planung und die Transparenz bezüglich der Kosten, die über die Anbindung an Klim@Soft und das SAP-ERP gewährleistet ist. Auch die Zusammenarbeit mit Eplan hat überzeugt. Deshalb überrascht es nicht, dass AL-KO noch weitere Pläne mit dem Konfigurator hat. „Wir können uns gut vorstellen, dass die Projektierer mit dem System auch automatisch Parameter für unsere Regelungssysteme konfigurieren“, so Nico Frühinsfeld abschließend. „Dann würde die Anlagenregelung direkt aus dem SAP-ERP heraus parametriert.“ co

Weitere Informationen zur Konfiguration mit Eplan Engineering Configuration (EEC):

http://hier.pro/ocZZz


„Vorher war die MSR-Technik eine Bremse – jetzt planen wir schneller und zuverlässig fehlerfrei.“

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