Jürgen Zeltwanger, Chief Technology Officer der Murrelektronik GmbH, Oppenweiler Die Transparenz steht im Vordergrund - KEM

Jürgen Zeltwanger, Chief Technology Officer der Murrelektronik GmbH, Oppenweiler

Die Transparenz steht im Vordergrund

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Jürgen Zeltwanger, CTO der Murrelektronik GmbH Bild: Murrelektronik
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Murrelektronik ist Systempartner für Connectivity, vom Schaltschrank über die Schnittstellen bis in die Feldebene. Mit einer breit gefächerten Produktpalette bietet das Unternehmen Technik aus einer Hand. Murrelektronik hat zur Hannover Messe erstmals die Device-Cloud vorgestellt. Jürgen Zeltwanger, Chief Technology Officer, erläutert die Zielsetzung.

Interview: Andreas Gees, stellvertretender Cheredakteur KEM Konstruktion

KEM Konstruktion: Herr Zeltwanger, Thema auf der diesjährigen Hannover Messe war Industrie 4.0 bzw. IIoT. Worin liegt die Bedeutung für Murrelektronik und seine Kunden?

Jürgen Zeltwanger: Digitalisierung bedeutet, dass zukünftig sehr viele Daten zur Verfügung stehen und genutzt werden können, um Anlagenverfügbarkeit und Effizienz mittels Predictive Maintenance zu steigern. Auch wir müssen relevante Daten einsammeln und unseren Kunden zur Verfügung stellen. Wir haben auf der Hannover Messe erstmals unsere Device-Cloud gezeigt. Darin sammeln wir die Daten unserer Geräte und kommunizieren sie über OPC UA. Ein eigens dafür entwickeltes Gerät im Cube67-System sendet sie über das Mobilfunknetz in die Cloud. Der Kunde kann entscheiden, wie er die Daten nutzen und welche Informationen er daraus gewinnen möchte. Sendet er sie an eine Cloud, gibt er sie in sein SAP-System, möchte er sie nur visualisieren; die Entscheidung über die Nutzung bleibt beim Kunden. Er hat alle Rechte an den Daten.

KEM Konstruktion: Zukünftige Industrie-4.0-Konzepte erfordern mehr dezentrale Intelligenz. Wie sieht Ihre Lösung aus?

Zeltwanger: Moderne Webservices ermöglichen es, dass eine zentrale Steuerung zukünftig auch in der Cloud laufen kann und dezentrale Steuerungsaufgaben in den Feldbusmodulen abgearbeitet werden. Das sehen wir als Trend und an der Entwicklung entsprechender Geräte arbeiten wir. Unsere Cube67-Module sprechen Profinet, Ethernet/IP oder Ethercat und verfügen über so viel Rechenkapazität, dass darin auch Steuerungssoftware laufen kann. Dann ist es im Prinzip egal, wo sich die übergeordnete Steuerung befindet und welche Sprache sie spricht. Dezentrale Steuerungen werden deshalb zukünftig verstärkt in die Feldbusmodule Einzug halten.

KEM Konstruktion: Welche Funktionen bietet die Device Cloud im Einzelnen?

Zeltwanger: Wir haben die Kommunikation über das Mobilfunknetzt gewählt, um mögliche Probleme mit der IT beim Kunden zu umgehen. Das Mobilfunknetzt ist heute so attraktiv, dass man es universell nutzen kann. Die internationalen SIM-Karten können von uns zentral verwaltet werden. Der Kunde muss keinen Vertrag abschließen, kann festgelegte Datenmengen einkaufen und bei Bedarf weiteres Datenvolumen erwerben. Wir stehen erst am Anfang, werden aber alle aktiven Feldbuskomponenten ertüchtigen, zu kommunizieren. Server und Cloud-Services-Anbieter befinden sich in Österreich. Es besteht die Möglichkeit, Warnmeldungen an Mobilgeräte auszugeben oder Störmeldungen per SMS zu senden und eine Analysesoftware läuft im Hintergrund. Das System verwaltet die Zugangsdaten, regelt die Authentifizierung sowie die Abrechnung. Die Cloud arbeitet weltweit zu einheitlichen Kosten. Der Maschinenbauer hat so die volle Kostenkontrolle.

KEM Konstruktion: Wie könnten die zukünftigen Geschäftsmodelle Ihrer Kunden aussehen?

Zeltwanger: Einmal hat der Maschinenbau ein eigenes Interesse daran, die Daten seiner Maschinen zu sammeln und auszuwerten. Seine Kunden interessieren sich für die Daten jedoch in besonderem Maße. Grund genug für den Maschinebauer, diese Daten zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich neben dem Zusatznutzen auch um ein Verkaufsargument. Die Kunden haben ein großes Interesse daran, prozessbegleitente aber auch Diagnosedaten zu kennen. Viele Maschinenbauer denken über neue Geschäftsmodelle nach, sie verkaufen nicht mehr Maschinen, sondern die Leistung und damit garantierte Produktionsmengen. Da liegt es im Interesse des Herstellers, das seine Maschinen hoch verfügbar sind. Solche disruptiven Ansätze ermöglichen alternative Geschäftsmodelle. Unsere Kunden können genau erklären, welche Informationen sie benötigen und welche Rückschlüsse sie daraus ziehen möchten. Wir versuchen dann gemeinsam, den richtigen Weg zu finden.

www.murrelektronik.de

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