Dichtungen aus speziell konzipierten Hochleistungswerkstoffen von COG widerstehen explosiver Dekompression

Norsok-Standard bietet Sicherheit

Anzeige
In der Chemie- und Gasindustrie sowie der gesamten Zulieferindustrie als auch im Pumpen-, Ventil- oder Kompressorenbau haben immer mehr Unternehmen gravierende Probleme mit Schäden an Elastomerdichtungen, die durch explosive Dekompression auftreten. Konventionelle Elastomerdichtungen können bei plötzlichem Druckabfall stark beschädigt und undicht werden. Lange Maschinenstillstandszeiten und hohe Reparaturkosten sind die Folge.

Dipl.-Ing. (FH) Michael Krüger, Leiter Anwendungstechnik, C. Otto Gehrckens (COG), Pinneberg

Elastomerdichtungen kommen als wichtige, weil sicherheitsrelevante Komponenten in unterschiedlichen Bereichen der Industrie zum Einsatz. Viele Betreiber in der Gas- oder Chemieindustrie sowie Hersteller der Zulieferbauteile haben insbesondere bei starkem Druckabfall im Medium Gas häufig Leckageprobleme mit Elastomerdichtungen. Hier müssen diese Dichtungen gegenüber gasförmigen Medien bei Drücken von mehr als 30 PN/30 bar und bei plötzlichem Absinken (innerhalb weniger Sekunden) speziellen Anforderungen widerstehen. In diesen Anwendungen dürfen nur speziell getestete Werkstoffe zum Einsatz kommen.
Die Norm DIN EN14141 für Erdgasleitungen schreibt vor, dass nichtmetallische Teile von Armaturen, wie Elastomerdichtungen gegenüber explosiver Dekompression beständig sein müssen. Hierzu zählen u. a. auch Pumpen, Kompressoren, Rohrleitungen, Verbindungen, Armaturen oder Ventile.
Was ist explosive Dekompression?
Elastomere sind permeabel für Gase, Dämpfe und Flüssigkeiten, sodass diese unter Druck in das Dichtungsmaterial eindringen. Bei einem starken Druckabfall kann das Medium nicht schnell genug aus dem Dichtungswerkstoff entweichen. Dadurch wird die Dichtung so stark beschädigt, dass sie nicht mehr abdichten kann (Blasenbildung an der Oberfläche, Materialrisse). Dieses Phänomen ist als explosive Dekompression bekannt.
Wie kann der Anwender dieses Problem lösen?
Nur speziell aufgebaute Elastomere können in diesen Anwendungen eingesetzt werden, da der Widerstand herkömmlicher Elastomerdichtungswerkstoffe gegenüber den hier auftretenden Kräften nicht ausreichend ist. Die sogenannten AED- (Anti-explosive Decompression) oder RGD-Dichtungswerkstoffe (Rapid Gas Decompression) widerstehen dagegen diesen harten Bedingungen.
Speziell für diese Anwendungen hat der Hersteller C. Otto Gehrckens (COG) verschiedene High-Tech-Dichtungswerkstoffe entwickelt und intensiv prüfen lassen. Je nach Anforderung stehen verschiedene FKM-, HNBR- und FFKM-Werkstoffe zur Auswahl. Alle Compounds erfüllen dabei die Norsok-Standard-M-710-Anforderungen zur Beständigkeit gegen explosive Dekompression, zwei von ihnen eignen sich darüber hinaus auch für den Einsatz in Bauteilen oder Baugruppen mit API 6A & 6D der Ventil- und Armaturenindustrie. Zudem erfüllen einige Compounds den amerikanischen Nace-TM-0297 (explosive Dekompression) und TM-0187-Standard (Sauergas).
Alle AED-Dichtungswerkstoffe von COG gewährleisten auch bei extremen und schnellen Druckwechseln eine dauerhafte Dichtleistung. Neben vier chemisch sehr resistenten FKM-Werkstoffen, hat der Hersteller auch zwei HNBR-Compounds entwickelt, die hervorragend beständig sind gegenüber Ölen und Kraftstoffen und zudem mit einer sehr guten Hitze- und Witterungsbeständigkeit als auch einer hohen mechanischen Festigkeit überzeugen.
Für Tieftemperaturanwendungen werden mit dem FKM-Compound Vi 899 und dem FFKM Perlast ICE G90LT (beide Einsatztemperatur bis -46 °C) zwei Werkstoffe angeboten, die den Anforderungen nach API 6A & 6D genügen, die für den US-amerikanischen Markt von Bedeutung sind.
Leckagen und Maschinenstopps sicher vermeiden
In Anwendungen mit explosiver Dekompression dürfen ausschließlich nur speziell für diesen Bereich konzipierte und getestete Elastomere zum Einsatz kommen. Der Norsok-Standard ist hier der maßgebliche Sicherheitsindikator zur Vermeidung von kostspieligen Leckagen und Maschinenstopps.
Das Problem der explosiven Dekompression darf allerdings nicht isoliert betrachtet werden, denn die Medienbeständigkeit gegenüber dem abzudichtenden Medium ist bei der Auswahl des richtigen Dichtungswerkstoffes auch in diesen Einsatzgebieten unabdingbar. Für Konstrukteure und Anwender ist es daher sinnvoll, mit erfahrenden Herstellern zusammenzuarbeiten, die auch über eine entsprechende Werkstoffauswahl und das entsprechende Know-how auf diesem Gebiet verfügen. So kann gemeinsam eine optimale Dichtungslösung gefunden werden und die Sicherheit in diesen Anlagen, insbesondere zum Schutz der dort arbeitenden Menschen, sichergestellt werden. bec

Norsok-Sicherheitsstandard

PLUS

Der Norsok-M-710-Standard wurde von der norwegischen Öl- und Gasindustrie entwickelt und ist ein Verfahren zur Prüfung der Beständigkeit von Dichtungswerkstoffen gegen explosive Dekompression. Es handelt sich hierbei um den führenden internationalen Standard für AED-Anwendungen (Anti-explosive Decompression). Der Test simuliert Extremsituationen und nur absolute Hochleistungsdichtungen, die für diese Anforderungen entwickelt wurden, können diesen Test bestehen. Für den Konstrukteur und Anwender ist der Norsok-Test gleichzusetzen mit einem Sicherheitsstandard bei AED-Anwendungen.
Anzeige

Emerson: Pneumatik 4.0

Smartenance

Pneumatik 4.0 bei Emerson im Überblick

Video aktuell

Greiferintegration leicht gemacht: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Top-Thema Spannvorrichtungen

Spannvorrichtungen

Alles über Spannvorrichtungen und welches Einsparungspotenzial sie bieten

Top-Thema Schaltschränke

Alle Infos über den Schaltschrankbau mit seinen Komponenten, Geräten und deren Verdrahtung

Kalender

Aktuelle Termine für Konstrukteure

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de