Schneider-Electric-Experte Siefert über die IoT-Plattform Ecostruxure

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Schneider-Electric-Experte Siefert über die IoT-Plattform Ecostruxure

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Die Digitalisierung, Industrie 4.0 und das Industrielle Internet der Dinge (IIoT) verändern auch die Welt der Automatisierungstechnik. Schneider Electric begegnet dieser Zeitenwende mit seiner Ecostruxure-Plattform. Jürgen Siefert, Vice President Industry DACH, Schneider Electric, erklärt im Interview mit KEM Konstruktion, wieso diese offene, kompatible Lösungsarchitektur Anwendern dabei hilft, die Herausforderungen des IIoT zu meistern.

Interview: Johannes Gillar, stellvertretender Chefredakteur KEM Konstruktion

KEM Konstruktion: Wo sieht Schneider Electric die wichtigsten Entwicklungen im Bereich IIoT?

Jürgen Siefert: Die Trends, die wir im Bereich IIoT sehen, lassen sich gut anhand unserer Exostruxure-Architektur veranschaulichen. Auf der untersten Ebene Connected Products werden Lösungsbausteine miteinander vernetzt. Es geht also um das Thema Konnektivität. Die auf dieser Ebene angesiedelten Komponenten wie unter anderem Antriebe, USV, Energiespeicher, Leistungsschalter, Niederspannungsverteiler oder Mittelspannungsanlagen messen etwa Energiedaten oder erfassen Daten über den Produktionsprozess. Auf der zweiten Ebene – Edge Control – werden diese Produkte mit Hard- und Software lokal kontrolliert und gesichert. Dies kann in der direkten Umgebung des Messgeräts, des Antriebes oder Automatisierungssystems in Echtzeit geschehen. Auf der dritten Ebene Apps, Analytics & Services, wo im Moment die meiste Musik spielt, werden die Daten mit einer großen Bandbreite an agnostischen Applikationen, Analyseverfahren und Services ausgewertet und ermöglichen durch eine nahtlose Integration aller Messergebnisse die Steigerung der operativen Effizienz. Auf dieser Ebene wird dafür gesorgt, dass anstelle von Big Data zielgruppengerecht aufbereitete Daten – Smart Data – die Grundlage für fundierte Geschäftsentscheidungen bilden. Was Schneider Electric auf den drei Ebenen der Ecostruxure macht, verdeutlicht die Entwicklungen im Bereich IIoT: Mehr Intelligenz im Produkt, zunehmende Vernetzung oder Konnektivität sowie der Trend hin zur End-to-End-Betrachtung gemeinsam mit Kunden und damit schneller zum marktreifen Produkt. Die verfügbare Toolbox ist schon gut gefüllt. Das bietet uns die Basis, um zusammen mit dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und ihn dabei zu unterstützen, innovativer und service-freundlicher zu werden sowie mehr Verfügbarkeit zu schaffen. In Verbindung mit der Cloud entstehen neue, datengetriebene Geschäftsmodelle, von denen Anbieter und Kunden gleichermaßen profitieren.

KEM Konstruktion: Können Sie für diesen Ansatz ein konkretes Beispiel nennen?

Siefert: Wir haben letztes Jahr einen Verpackungsmaschinenhersteller als Pilotkunden für den Exostruxure Augmented Operator Advisor gewinnen können. Der erste Ansatz war, die Wartung zu vereinfachen, indem der Wartungstechniker mit einem Tablet an die Maschine geht und ohne den Schaltschrank zu öffnen detaillierte Informationen zur Maschine abrufen kann. Die Augmented-Reality-Lösung überzeugte den Endkunden. Sein Problem als Sekundärverpacker war folgendes: Die Produkte, die im Wareneingang oder Lager stehen, müssen erkannt und im relevanten Zeitraum der Logistik ein neues Format umgestellt werden. Am Ende ist so aus dem ursprünglichen geplanten Wartungstool eine automatisierte Formatverstellung entstanden, bei der der Anwender im Lager einen neuen Karton im Lager scannt und bis die Produkte an der Maschine sind, hat sich die Maschine umgestellt.

KEM Konstruktion: Was kann der Ecostruxure Augmented Operator Advisor im Detail?

Siefert: Die App Exostruxure Augmented Operator Advisor ist Bestandteil der Fix-Funktion des Machine Advisor. Damit haben Anwender die Möglichkeit, direkt an der Maschine Diagnosen zu machen. Die App stellt Echtzeitinformationen für die Nutzung zur Verfügung, gleichgültig, wann und wo sie benötigt werden.

KEM Konstruktion: Mit der Lösungsarchitektur Ecostruxure hat Schneider Electric die Weichen für die digitale Zukunft gestellt. Können Sie erläutern was darunter zu verstehen ist?

Siefert: Vor zehn Jahren hat Schneider Electric mit Ecostruxure die Weichen für die digitale Zukunft des Unternehmens gestellt. Es ging dabei darum, essentielle Werte der Automatisierungstechnik wie Sicherheit, Zuverlässigkeit, Effizienz und Vernetzung, aber auch Nachhaltigkeit in die Welt von IIoT und Industrie 4.0 zu überführen. Mit ihrem holistischen Ansatz unterstützt unsere IoT-fähige Plattform die Umsetzung dieser Ziele und berücksichtigt dabei auch den erhöhten Bedarf an Mobilität, Prognosen, Datensicherheit und Cloud-Lösungen. Ein konkretes Produktbeispiel dafür ist der Ecostruxure Machine Advisor. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die es OEMs ermöglicht, Nachverfolgbarkeit, Überwachung und Reparatur von Maschinen online aus der Ferne vorzunehmen. Diese Plattform bietet dafür drei Funktionen: Mit ‚Track‘ können OEMs den Standort jeder ihrer Maschinen abbilden, mit Echtzeitzugriff auf Dokumentation und Historie wie beispielsweise Stücklisten, Handbücher, Wartungsaufzeichnungen oder Auftragslisten. Mithilfe von ‚Monitor‘ ermöglicht es die cloudbasierte Software OEMs, Maschinendaten in Echtzeit zu sammeln und darzustellen und bietet damit eine umfassende Analyse der Gesamteffizienz der Maschine, Widgets für den Abgleich der Leistung mit betrieblichen Kennzahlen oder anderen Trends sowie Instrumente zur Überwachung von Maschinenverfügbarkeit und Output-Qualität. Und schließlich den Service ‚Fix‘, der über eine App für Mobiltelefon oder Tablet verfügbar ist und Wartung und Bedienung durch weiterführende Informationen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und durch die Nutzung externer Fachkompetenz mit dem Einsatz von Augmented Reality (AR) erleichtert. Ein weiterer Vorteil des Machine Advisor ist, dass er auch mit fremden Systemen arbeiten kann. Das wird aus unserer Sicht immer wichtiger.

KEM Konstruktion: Welche Lösungen bietet Schneider in den Bereichen EcoStruxure Machine und Plant an?

Siefert: Wir bilden die Ecostruxure-Lösung in allen Kernbereichen ab. Die Themen Machine und Plant führen wir unter Ecostruxure Industry zusammen. Nehmen wir wieder ein Beispiel: Sie haben etwa eine Abfüllmaschine, die Teil eines Gesamtprozesses ist, genau wie das Produkt, das abgefüllt wird. Und dieser Prozess ist die Schnittstelle von Ecostruxure Machine zu Plant. Das heißt, wir bieten auf dem Layer Edge Control sowohl die Steuerungen für die Maschinen- und Prozessautomation an. Bei Machine bilden wir auf der Ebene Apps, Analytics & Services das Software-Tool Machine Advisor ab. Und bei Plant führen wir mit unserer Wonderware-System-Plattform den kompletten Prozess zusammen.

KEM Konstruktion: Zu den Lösungen in der Ebene Connected Products gehört unter anderem der Frequenzumrichter Altivar Machine ATV340. Welche Funktionen bietet dieses Gerät?

Siefert: Zu den Highlights von Altivar Machine ATV340 zählt, das sich mit dem Umrichter selbst High-Performance-Anwendungen für Drehstrommotoren von 0,75 bis 75kW realisieren lassen. Zudem lässt sich das Gerät dank seines kompakten Aufbaus einfach in den Schaltschrank integrieren. Der Vorteil für Kunden: Dank des modularen Aufbaus können Ausrüstungszeiten um bis zu 30 Prozent verringert werden. Durch die Verwendung möglichst vieler Gleichteile über den gesamten Leistungsbereich lässt sich zudem die Ersatzteilhaltung deutlich optimieren. Außerdem haben wir die Safety in den Frequenzumrichter integriert, als Funktion wie sicher reduzierte Geschwindigkeit oder sichereres Drehmoment eingebaut.

KEM Konstruktion: Auf der Ebene Edge Control hat Schneider Electric die Modicon-Steuerungsfamilie um die SPS Modicon M580 Safety erweitert. Was kann diese Lösung?

Siefert: Mit dieser speicherprogrammierbaren Steuerung vereinen wir eine moderne Prozesssteuerung mit funktionaler Sicherheit. Sie ermöglicht die gleichzeitige, normkonforme Ausführung von Automatisierungs- und Sicherheitsanwendungen (SIL 3/PLe) in einer einzigen Steuereinheit. Die Modicon M580 Safety ist redundant ausgelegt und verfügt über eine doppelte Stromversorgung sowie einen Co-Prozessor. Eine zusätzliche IEC 61508/61511– und Archilles-3-Zertifizierung gewährleisten zudem maximale Anlagensicherheit.

www.schneider-electric.de

Details zur Ecostruxure-Plattform von Schneider Electric:

hier.pro/2MTlE


„Was wir auf den drei Ebenen der Ecostruxure machen, verdeutlicht die Entwicklungen im Bereich IIoT: Mehr Intelligenz im Produkt, zunehmende Vernetzung und der Trend hin zur End-to-End-Betrachtung gemeinsam mit Kunden und damit schneller zum Produkt.“

Jürgen Siefert, Vice President Industry DACH, Schneider Electric
Bild: Schneider Electric
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