Ein Automatisierungssystem von Pilz im Seilbahnmanagement

Doppelmayr Connect

Ein Automatisierungssystem von Pilz im Seilbahnmanagement

Anzeige
Die Sechser-Sessel-Einseilumlaufbahn Waidoffen im Tiroler Skigebiet Hochfügen ist die weltweit erste der neuen Seilbahn-Generation des österreichischen Seilbahnherstellers Doppelmayr/Garaventa. Sie bietet neben einem ansprechenden Design sowie einem insgesamt erhöhten Fahrkomfort auch alle aktuellen Sicherheitsfeatures. Als Steuerungspartner mit auf der Seilbahn ist Pilz, dessen Automatisierungssystem PSS 4000 sämtliche Funktionen – sicher und nicht sicher – managt.

Stephan Marban, Tochtergesellschaft Pilz Österreich

Das neue Steuerungs- und Bedienkonzept Doppelmayr Connect verfügt über eine Reihe innovativer Lösungen, die den Anlagenbetrieb insgesamt auf ein bislang unerreichtes Qualitätslevel heben können. Das steuerungstechnische Herzstück kommt dabei aus Deutschland vom langjährigen Steuerungspartner Pilz: Das Industrie-4.0-fähige Automatisierungssystem für Sicherheit und Automation PSS 4000. Bei der neuen Sechser-Sessel-Einseilumlaufbahn Waidoffen in Hochfügen kommt es, genauso wie das Steuerungs- und Bedienkonzept selbst, erstmals zum Einsatz und übernimmt sämtliche Automatisierungs- und sicherheitsgerichteten Steuerungsaufgaben der Seilbahn. Der Seilbahnbauer Doppelmayr lieferte in Hochfügen die Seilbahntechnik als Gesamtlösung. So kommen sämtliche mechanischen sowie die kompletten elektro- und automatisierungstechnischen Komponenten aus einer Hand. PSS 4000 steht dabei für ein optimales Zusammenspiel von Hardware- und Software-Komponenten, Netzwerkgeräten sowie dem Echtzeit-Ethernet.

Partnerschaftliche Gesamtlösung

Die Steuerungen beziehungsweise E/A-Systeme PSSuniversal des Automatisierungssystems PSS 4000, praktisch die Nachfolgegeneration der seit vielen Jahren von Doppelmayr verwendeten programmierbaren Sicherheitssteuerung PSS 3000, übernehmen sowohl nicht sichere als auch sicherheitsgerichtete Steuerungsaufgaben. Dabei erfüllt das System die Anforderungen der höchsten Sicherheitsklasse 4 der Seilbahnnorm EN13243. Zudem ist es aufgrund des Multi-Master-Konzepts als verteiltes Steuerungssystem einsetzbar, eine zentrale Steuerungsinstanz ist nicht notwendig. Ein verteiltes, modulares Anwenderprogramm in einer zentralen Projektierungssicht übernimmt anstelle einer zentralen Steuerung diese Rolle. Es ermöglicht ein einheitliches und damit einfaches Handling. Bei der Waidoffen-Bahn konnte so eine dezentrale, über mehrere Schaltschränke verteilte Steuerungsstruktur realisiert werden.

Dabei ermöglichen es die PSSuniversal-I/O-Module aus dem PSS-4000-Hardware-Baukasten, sichere und Standard-I/O-Module – bis zu 64 – im Mischbetrieb auf Feldebene, also an der Seilbahnstrecke aneinanderzureihen. Dazu gehört, über die sicheren Funktionen hinaus, unter anderem die Steuerung der Einstiegsschranken, die Winderfassung beziehungsweise -aufzeichnung sowie beispielsweise die sogenannte Fahrzeugmarkierung bei besonderen Beförderungen wie Kranken-, Behinderten- oder Materialtransporten. Aufgrund der Dezentralisierung durch das eingesetzte Automatisierungssystem sind zudem nicht mehr alle Steuerungseinheiten in den Schaltschränken des Kommandoraums untergebracht – das spart einerseits Platz und reduziert andererseits die Wärmeentwicklung sowie die Schallemissionen im Kommandoraum. Darüber hinaus legt Doppelmayr auch großes Augenmerk auf die IT-Sicherheit. Deshalb ist die Seilbahnsteuerung in ein abgesichertes Netzwerk eingebettet.

Angepasster Entwicklungsansatz

Wie erwähnt, wird das Steuerungs- und Bedienkonzept Doppelmayr Connect in Hochfügen erstmals eingesetzt. Für dieses Konzept hatte der Vorarlberger Seilbahnhersteller seinen Entwicklungsansatz angepasst: Das Ziel war nicht eine Lösung von Technikern für Techniker, sondern von Technikern für Bediener. Dieses Ziel leitete die beiden Projektteams: Ein Team konzentrierte sich dabei auf die technische Ausrüstung der Steuerung. Ein zweites war dafür zuständig, die Mensch-Maschine-Schnittstelle anhand der Ergebnisse einer zuvor durchgeführten Untersuchung und Analyse von Nutzerverhalten und Rahmenbedingungen auszuarbeiten. Das Ergebnis ist ein Steuerungs- und Bedienkonzept auf dem aktuellen Stand der Technik, das gezielt auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Benutzer abgestimmt ist. Zu den technischen Innovationen des Konzepts gehören unter anderem integrierte Software-Tools wie das Notification Center, das Fehlermeldungen und Warnungen anzeigt, sowie das Solution Center, das Unterstützung im täglichen Betrieb und bei der Behebung von Störungen bietet. Zudem ermöglicht die RFID-Fahrzeug-Einzelerkennung die Datenerfassung in der Station, und das Fernwartungssystem ist mit speziellen IT-Sicherheitsmechanismen gegen ungewollte Zugriffe von außen geschützt. Die D-Line und Doppelmayr Connect setzen seilbahn- und elektrotechnisch Maßstäbe in Sachen Sicherheit, Komfort und Bedienerfreundlichkeit. Intelligente Steuerungssysteme wie das Automatisierungssystem PSS 4000 unterstützen diese Entwicklung wegweisend.

Komfortabler Aufstieg

Bis zu 2600 Personen pro Stunde können mit der Sechser-Sesselbahn Waidoffen im Skigebiet Hochfügen Zillertal befördert werden – und damit im Vergleich zum bisher in diesem Abschnitt betriebenem Vierer-Sessellift Hochfügen 2000 ein Drittel mehr in der halben Zeit. Benutzer steigen mit ihr in weniger als vier Minuten 317 m – von der 1995 m hoch gelegenen Talstation auf die Bergstation auf 2312 m. Im November 2016 ist die Anlage nach nur rund sechsmonatiger Bauzeit in Betrieb gegangen. Die Seilbahntechnologie der weltweit ersten D-Line-Sesselbahn bietet neben höchstem Fahrgastkomfort auch einen leisen Betrieb sowie eine einfache und zeitsparende Wartung, sowohl für Kabinen- wie für Sesselbahnen. So wurde in Hochfügen etwa eine Sitzheizung integriert und besonders leichte Wetterschutzhauben, Doppelmayr Chair Detachable (DCD), installiert, die auch bei stürmischen Wetterverhältnissen eine geschützte Auffahrt ermöglichen. Die optimierte Sesselaufhängung sorgt dafür, dass die Fahrt auf der Strecke sowie das Eintreffen in die Station mit geringsten Fahrgeräuschen verbunden ist. Auch verringert sie Vibrationen und Schläge. Die Schließbügel der Sessel verriegeln vollautomatisch nach dem Einsteigen und entriegeln erst wieder in der Bergstation – ebenso selbständig. Die Autolock-Kindersicherung der Bahn erlaubt es somit, dass fünf Kinder bereits ab einer Körpergröße von 90 cm und in Begleitung nur eines Erwachsenen, sicher mitfahren können. Ein heb- und senkbares Förderband im Einstiegsbereich erleichtert den kleinen Gästen den Einstieg zusätzlich. ik

www.pilz.de

www.doppelmayr.com

Weitere Informationen zum modularen Automatisierungssystem PSS 4000 von Pilz:

hier.pro/V3Wqt

Pilz auf der Messe Innotrans 2018: Halle 6.2, Stand 214

Doppelmayr/Garaventa auf der Messe Innotrans 2018: Halle 4.2, Stand 209


PLUS

Vielfalt der Applikationen

Seit der Einführung des Automatisierungssystems PSS 4000 sind viele und vor allem vielfältige Applikationen realisiert worden. Dazu zählen Projekte im klassischen Maschinen- und Anlagenbau sowie – neben Seilbahnen – auch Hafenkrane und Lösungen in der Mining-Industrie, Erlebnisparks, der Chemieindustrie und Großprojekte wie die Automatisierung von Brücken- und Schleusenanlagen, aufwendige und komplexe Bühnentechnik oder Pipelines. Häufig spielt dabei die einfache Installation, die flexible Programmierung mit unterschiedlichen Editoren sowie die Tatsache, dass die Software unabhängig von der Hardware erstellt werden kann, eine wichtige Rolle. Zudem stehen bei vielen Applikationen mögliche Anlagenerweiterungen und damit eine sehr hohe Flexibilität im Fokus. Konfigurationen und Programmierungen des Automatisierungssystems gelingen dabei schnell und intuitiv über die Software-Plattform PAS4000. Die Werkzeuge für Projektierung, Programmierung, Inbetriebnahme und Betrieb sind eng aufeinander abgestimmt. Darüber hinaus fallen keine Kosten für die Software-Lizenz, sondern nur für die tatsächlich verwendeten Funktionen an. Prozess- oder Steuerungsdaten, Fail-safe-Daten und Diagnoseinformationen werden dabei über Ethernet zwischen den verschiedenen Automatisierungskomponenten ausgetauscht und synchronisiert. Details zur Software-Plattform finden Sie unter:

hier.pro/nz3mP

Ein Beispiel für die Vielfalt der Applikationen: So sieht der Bediener-Arbeitsplatz der Waidoffen-Sechser-Sesselbahn aus
Bild: Pilz/Doppelmayr
Anzeige

Video aktuell

Michael Fraede, Senior Vice President System Technology der Zimmer Group, stellt den Kundennutzen durch durchgängige Mechatronisierung dar.

Aktuelle Ausgabe

Titelbild KEM Konstruktion Entwicklung Management 12
Ausgabe
12.2018
LESEN
ARCHIV
ABO

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Produkttester werden!

Sie möchten Differenzdrucksensoren testen. Jetzt bewerben!

Top-Thema Spannvorrichtungen

Spannvorrichtungen

Alles über Spannvorrichtungen und welches Einsparungspotenzial sie bieten

Top-Thema Schaltschränke

Alle Infos über den Schaltschrankbau mit seinen Komponenten, Geräten und deren Verdrahtung

Kalender

Aktuelle Termine für Konstrukteure

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de