Union-Klischee – Kurt Oelsch + Heiland & Schmidt OHG, Berlin KEM vor Ort - KEM

Union-Klischee – Kurt Oelsch + Heiland & Schmidt OHG, Berlin

KEM vor Ort

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(df) Ätzen sorgt für feinste, komplizierteste Strukturen in Dünnblechen oder Metallfolien und ist eine echte Alternative zur Stanz- und Lasertechnik. Besonderer Vorteil ist die schnelle Umsetzung von Vorlagen in reale Werkstücke: Statt kosten- und zeitaufwändiger Schnittwerkzeuge kommen relativ preiswerte und schnell zu erzeugende Fotomasken zum Einsatz. Einsetzen lässt sich das Verfahren für Nullserien oder kleine bis mittlere Stückzahlen bis hin zu Großserien. KEM sprach mit einem der wenigen deutschen Experten auf diesem Gebiet, Carsten Schulz, Geschäfts- führer Union-Klischee.

KEM: Herr Schulz, wer ist Union Klischee?

Schulz: Die heutige Union Klischee ist aus drei verschiedenen Unternehmen entstanden; eines stellte Druckereiartikel her, eines feinwerktechnische Produkte und das dritte war eine Klischeeanstalt. Auf diese drei Bereiche ist das Unternehmen immer noch spezialisiert. Der größte Bereich ist heute aber die Ätztechnik mit der Herstellung von Abschirmblechen in einer Vielzahl von Varianten. Derartige Bleche nutzt man beispielsweise bei EMV- Problemen.
KEM: Die Ätztechnik ist doch eigentlich in der Leiterplattenherstellung gebräuchlich?
Schulz: Richtig, die Technologie ist die gleiche. Der Unterschied lediglich besteht darin, dass man im Gegensatz zur Leiterplatte die dünnen Bleche durchätzt. Für eine besonders gute Qualität wird sogar von oben und unten geätzt. Wir nutzen ein Universal-Ätzme- dium, dass sich für Edelstahl, Neusilber, Kupfer und Nickel gleichermaßen eignet, so dass wir ätzen können ohne das Bad zu wechseln.
KEM: Welche Materialien scheiden fürs Ätzen aus?
Schulz: Man kann fast alles ätzen, die Frage ist nur mit welchem Medium. Vielfach ist es fast noch wie in der Alchemie, man muss es einfach probieren. Titan ist sehr schwierig. Das Material lässt sich zwar prinzipiell ätzen, aber die eingesetzten Maschinenteile müssten dann aus teurem Molybdän gefertigt sein. Hinzu kommt, dass das Ätzmedium extrem aggressiv wäre, so dass man enorme Sicherheitsvorkehrungen treffen müsste. Aus diesen Gründen haben wir vom Ätzen von Titan Abstand genommen. Nach meinem Kenntnisstand ätzt niemand in Deutschland Titan.
KEM: Sie sprechen vom Ätzen dünner Bleche. Wie dünn ist in diesem Fall dünn?
Schulz: Wir beginnen bei Folien von 0,03 Millimetern Stärke. Dicken zwischen 0,1 und 0,5 Millimeter sind aber am häufigsten. Theoretisch ist es möglich, Blechstärken bis 1 Millimeter zu ätzen. Allerdings ist das Ätzen von Edelstahl in dieser Stärke im Vergleich zu Lasern oder Stanzen nicht mehr kosteneffizient.
KEM: Findet Ätzen in der Klein- oder eher in der Großserie seine Anwendung?
Schulz: Beim Ätzen kommt es immer darauf an, um welche Teile es sich handelt. Bei komplizierten Formen, bei denen ein Schnittwerkzeug schnell zwischen 1000 und 10 000 Euro kostet, lohnt sich Ätzen auf jeden Fall für die Vorserie, da hier lediglich mit Kosten von vielleicht 200 oder 300 Euro zu rechnen ist. Bei kleinen, dünnen Teilen, also vielleicht 20 mal 20 Millimeter, passen so viele Teile auf einen Nutzen, dass Ätzen auch in der Großserie wesentlich effektiver ist als Stanzen oder Lasern.
KEM: Für welche Produkte wird Ätzen eingesetzt?
Schulz: Typische Produkte sind Geräteteile, Masse- und Abschirmbleche, Blenden, Codierscheiben, Messgitter oder SMD-Schablonen mit materialabhängigen Toleranzen von bis zu ± 0,02 Millimeter.
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