Faigle Kunststoffe GmbH, A-Hard: Polymere mit inkorporierten Schmierstoffen

Einbauen und vergessen

Gleitplatten für Güterwaggon-Drehgestelle
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Gleitlager aus Polymeren mit inkorporierten Schmierstoffen machen einen Traum jedes Konstrukteurs wahr: Nach der Montage ist der Investitionsaufwand für die gesamte Einsatzdauer des Lagers abgeschlossen.

Dass die Anwendungen von Bauteilen mit inkorporierten Schmierstoffen weit über den Einsatz als Lager- oder Laufrollen hinausreichen, zeigt eine Liste hoch anspruchsvoller Einsätze wie jener im Fahrwerks-Drehgestell von Güterwaggons: Unter äußerst rauen Bedingungen erfüllt hier das Polymer PAS-80X in Bremsgestänge-Gleitbuchsen, Gleitplatten und Drehpfannen-Gleiteinlagen über Jahre hinweg buchstäblich zentrale Funktionen – ohne aufwändige Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen, bei Temperaturen von -40° bis +60 °C, bei Trockenheit, Nässe, Eis und Schnee, unter Einfluss von Staub und Mineralölen.

Die Gleiteinlage trägt das gesamte Gewicht des Wagenkastens samt Beladung. Das komplexe Anforderungspaket umfasst unter anderem Drehbewegungen und dynamische Belastungen. Die Gleiteinlage absorbiert auch Stoßbelastungen beim Anfahren, Bremsen und bei Verschubarbeiten. Sie weist hohe Festigkeitswerte auf und bietet niedrige Reibwerte unter Trockenlaufbedingungen, sehr guten Verschleißschutz für Gegenlaufflächen, Bohrungen und Bolzen, Lärmverminderung, Umweltschonung und niedrige Erhaltungskosten. Der Reibungskoeffizient des Kunststoffs kann den Einsatzbedingungen angepasst werden. Bei der Drehpfannen-Gleiteinlage ist er zwar auf einen niedrigen Reibwert ausgelegt, aber so angepasst, dass er das Aufschaukeln von Schwingungen während der Fahrt verhindert.
Polymere mit inkorporierten Schmierstoffen vermindern den Verschleiß teurer Gegenlaufteile am Wagenkasten und Drehgestell. Planmäßig werden diese nur nach einem Serviceintervall von sieben Jahren gewartet. Lediglich bei der Montage wird die Gleitpaarung einer Einbauschmierung mit der Gleitpaste „Igopas 3713“ unterzogen, damit sie bereits in der Einlaufphase optimale Eigenschaften aufweist.
Kaum Reibung oder Verschleiß
Prinzipiell sind Gleitpaarungen mit inkorporierten Schmierstoffen in ihrer gesamten Lebensdauer wartungsfrei. Während des Einlaufens passen sich die Oberflächen beider Reibpartner an, die Schmierstoffpartikel diffundieren an die Oberfläche und bilden dort eine schmieraktive Kunststoffschicht, die beim Beginn der Bewegung sofort wirkt. Im Gegensatz zu Öl- oder Fettschmierungen muss der Schmierfilm nicht durch die Bewegung der Gleitpartner aufgebaut werden. Er ist auch dann sofort wirksam, wenn die Gleitpartner lange stillstehen.
Die Polymere sind auch unter Wasser und in feuchter Umgebung einsetzbar. Allerdings ist dann konstruktiv zu berücksichtigen, dass einige von ihnen unter Wasser zum Quellen neigen.
Bauteile mit inkorporierten Schmierstoffen werden bei größeren Serien spritzgegossen, für kleinere Stückzahlen stehen auch spanende Verfahren zur Verfügung. Damit sie bei unterschiedlichen Einsatzbedingungen immer die bestgeeignete Leistungskombination bieten, werden die Schmierstoffe in verschiedene Polymere inkorporiert: So ist etwa PA schlagzäh und eignet sich besonders für raue Bedingungen. POM wiederum nimmt wenig Feuchtigkeit auf und neigt nicht zum Quellen. Es wird dort eingesetzt, wo es trotz Feuchtigkeit auf Präzision ankommt.
Vielfältige Einsatzgebiete
Gleitelemente aus Polymeren mit inkorporierten Schmierstoffen ersetzen heute oft Kugel-, Rollen- oder Gleitlager aus Bronzelegierungen oder Messing – und das samt erforderlichen Schmierfetten und -ölen. Überall wo etwas bewegt wird, ist heute Leichtbau gefordert. Auch diesem Anspruch kommen Kunststoff-Gleitelemente entgegen, denn sie sind wesentlich leichter als andere Lagerkonstruktionen und bieten zum Beispiel gegenüber Messing 70 % Gewichtseinsparung.
Der Hinweis auf Einsatzgebiete wie Maschinenbau, Fahrzeugbau, Fördertechnik, Krane, Bäckereimaschinen oder Lebensmitteltechnik zeigt nur ein kleines Spektrum unzähliger Einsatzmöglichkeiten auf. (df)
Polymere mit inkorporierten Schmierstoffen KEM 455
Gleitpaste Igopas 3713 KEM 456

488900


Firmenstenogramm
  • Mitarbeiter: 250
  • Umsatz 2005: 31 Mio. €
  • Exportanteil: 66 %
  • Stammhaus: Faigle Industrieplast in A-Hard,
  • Schwestern: Faigle Techn. PAS Kunststoffe in D-Weissensberg, Faigle Igoplast in CH-Au; Faigle Engineering Plastics in Suzhou, Shanghai Geschäftsfelder: Kunststoffe für hohe triobologisch und dynamisch beanspruchte Produkte; Hersteller für Thermoplast-Composites; Kunststoff-Halbzeuge; 1st cut service
  • Märkte: Europa, Asien, als OEM weltweit
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