Werkstoffe

Alles im grünen Bereich

Je niedriger der Rollwiderstand, desto geringer der Spritbedarf und damit auch die Kohlendioxid-Emissionen und der Ausstoß anderer klimaschädlicher Gase
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Um Verbrauchern Reifen mit A- und B-Label anbieten zu können, müssen Hersteller in die Materialentwicklung investieren und sind dabei auf die Zusammenarbeit mit Rohstofflieferanten und Zulieferern angewiesen. Wollen Länder wie China oder Korea künftig Reifen nach Europa verkaufen, müssen sie konsequent auf entsprechende Materialien zurückgreifen.

Der Beitrag stammt von der Evonik Industries AG, Essen

Wer jetzt neue Reifen oder ein neues Auto kauft, kann auf der beiliegenden Plakette sofort erkennen, wie Sprit- und Co2-sparend, wie bremssicher auf nasser Fahrbahn und wie stark die Geräuschentwicklung der Reifen ist. Einer EU-Verordnung zufolge sind alle Reifenhersteller ab November 2012 zu einer entsprechenden Kennzeichnung verpflichtet.
Das ist ein weiterer Schritt, um bis 2020 EU-weit 20 % Energie einzusparen. Die Klassifizierung der Reifen, wie sie ab November 2012 vorgeschrieben sein wird, reicht vom Mindeststandard (rote Kategorie G) bis High-end (grüne Kategorie A). Danach verbrauchen Autos mit Reifen der grünen Kategorie A im Vergleich zur Kategorie G circa 7,5 % weniger Kraftstoff und kommen bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h auf nasser Fahrbahn rund 18 m schneller zum Stehen. Als besonders leise gelten Reifen mit weniger als 69 dB, was der Kategorie A entspricht.
Künftig erkennt der Verbraucher sofort, welchen Einfluss die Reifen auf Spritverbrauch, Nasshaftung und Geräusche haben und kann fundierter entscheiden, was ihm wichtig ist. Der ADAC bewertet das Label als sinnvolle Ergänzung zu eigenen Tests. Der Verbraucher habe die Möglichkeit, sich zumindest über die drei auf dem Label publizierten Eigenschaften zu informieren und diese in seine Kaufentscheidung einzubeziehen. Einen vollständigen Reifentest könne das Label allerdings nicht ersetzen. So fehlen beispielsweise Informationen zu Laufleistung und Fahrverhalten ebenso wie Angaben zu Fahreigenschaften auf Schnee und Eis. „Das Label wird dennoch zu mehr Transparenz führen“, so Christian Buric vom ADAC.
Mit dem Silica-Silan-System in die grüne Kategorie
„Wir haben den Schlüssel in der Hand, künftig möglichst viele Reifen beim Bremsverhalten auf nasser Fahrbahn und beim Sprit-verbrauch in die grüne Kategorie zu befördern“, sagt Hans-Detlef Luginsland, Leiter des Marktsegments Tire & Rubber von Evonik. Das Unternehmen bietet der Reifenindustrie das Verstärkungssystem Silica und Organosilan, das maßgeblich die Leistungsfähigkeit der Reifenlauffläche bestimmt. „Ohne diese Komponenten lässt sich der Rollwiderstand nicht verringern“, so Luginsland weiter. Auf den kommt es aber letztlich an: Je niedriger der Rollwiderstand, desto geringer der Spritbedarf und damit auch die Kohlendioxid-Emissionen und der Ausstoß anderer klimaschädlicher Gase.
Gleichzeitig gilt es, die Gummimischung so einzustellen, dass der Abrieb möglichst gering ist und die Haftung auf trockener und nasser Fahrbahn trotzdem nicht leidet. In der Gummimischung vereinigen sich die Komponenten Kautschuk und Silica. Da diese aufgrund ihres unterschiedlichen chemischen Charakters zu keiner Verbindung fähig sind, springen bifunktionelle organische Siliziumverbindungen, kurz Organosilane, ein. Sie dienen als Koppler, die die beiden Stoffe verbinden. Für kontinuierliche Verbesserungen des Silica-Silan-Systems arbeitet Evonik daran, die Silica-Partikel zu verfeinern und die Chemie der Silane als Haftvermittler noch besser auf ihre Aufgaben hin zu trimmen.
Nächster Schritt: Lkw-Reifen flott machen
Mittlerweile hat sich – zumindest bei Pkw – europaweit die Silica-Silan-Technologie für die rollwiderstandsoptimierte Lauffläche durchgesetzt „Aber auch in Übersee ist sie bereits state-of-the-art“, so Luginsland. Denn die nach Europa importierten Reifen müssen auch ein Label haben. Außerdem arbeiten Wissenschaftler von Evonik derzeit mit Hochdruck daran, das Silica-Silan-System auch gezielt für Anwendungen in Lkw-Reifen einsatzfähig zu machen. Damit ließen sich dann auch bei Lkw-Reifen die Spritkosten signifikant verringern.
Evonik, Tel.: 06181 59-13588,
E-Mail: frank.gmach@ www.evonik.com
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