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Für jede Anwendung den richtigen Klebstoff wählen

Verbinden per Kleben
Für jede Anwendung den richtigen Klebstoff wählen

Aufgrund unterschiedlicher Materialien, die geklebt werden und aufgrund dessen, dass teilweise mehrere Belastungen auf eine Klebung wirken, wurden im Laufe der Zeit verschiedenste Klebstofftechnologien entwickelt. Auch die Art und Weise wie ein Klebstoff verarbeitet werden soll, spielt eine Rolle bei der Auswahl der Klebstoffart. Ein Experte im Bereich Kleben ist Ruderer Klebetechnik. Neben seinem breiten Klebstoffsortiment namhafter Hersteller kann das Unternehmen auch auf seine eigene Klebstoffmarke Technicoll zurückgreifen.

Dipl. Ing. (FH) Jens Ruderer, Geschäftsführender Gesellschafter, Ruderer Klebetechnik GmbH

Inhaltsverzeichnis

1. Kontaktklebstoffe: Universelle Multitalente
2. Hotmelts: Schmelzklebstoffe für den anspruchsvollen industriellen Einsatz
3. Anlösende Klebstoffe für die Verbindung von Kunststoffen
4. Umweltfreundlich: Dispersionsklebstoffe für sensible Verklebungen
5. Kleben statt Schweißen: Reaktionsklebstoffe
6. Spezialfall Sekundenkleber
7. Kleb-/Dichtstoffe: Kleben und Abdichten in einem Vorgang
8. Zur Ruderer Klebetechnik

Klebstofftechnologien werden unterschieden in physikalisch abbindende (nicht reaktive) Klebstoffe und in chemisch-härtende (reaktive) Klebstoffe. Zu den nicht reaktiven Klebstoffen zählen die Kontaktklebstoffe, Schmelzklebstoffe, Dispersionen und anlösende Klebstoffe (auch Klebelacke genannt). Unter den reaktiven Klebstoffen werden 1-Komponenten- und 2-Kompontenen-Reaktionsklebstoffe wie Cyanacrylate, 2-K-Epoxidharzkleber, 2-K-MMA und 2-K-PUR-Klebstoffe sowie 1-K- und 2-K-Klebe-/Dichtmassen zusammengefasst.

Kontaktklebstoffe: Universelle Multitalente

Kontaktklebstoffe üben ihre Klebkraft bei Kontakt aus. Die üblichen Kontaktkleber gibt es auf Lösemittel- oder Wasserbasis. Mit Kontaktklebern können großflächige Materialien effizient miteinander verbunden werden. Kontaktkleber müssen auf beide Fügepartner aufgebracht werden. Der Klebstoff muss vor dem Fügen ablüften. Da die Kleber erst ablüften, können Kontaktklebstoffe auch für dampfdichte Materialien verwendet werden. Beim Fügen von ausschließlich passgenauen Fügepartnern entsteht eine sofortige Anfangshaftung. Durch kurzen möglichst hohen Druck härten Kontaktklebstoffe weitestgehend aus. Deshalb eignen sich Kontaktkleber auch hervorragend für das Kleben an Stellen, an denen die Fügepartner nur schwer fixiert werden können und wenn eine sofortige Anfangsfestigkeit benötigt wird.

Kontaktklebstoffe sind für sehr viele Anwendungsbereiche geeignet. Mögliche Branchen sind der Karosseriebau, Fahrzeugbau, Kunststofftechnik, Geräte- und Apparatebau, Möbelbau, Polstereien, Containerbau, Klima- und Lüftungstechnik, Formenbau und viele mehr. Sehr erfolgreich wird zum Beispiel der Kontaktkleber Technicoll 9145 inkl. Vernetzer im Fahrzeugbau eingesetzt. Im Bereich der Weichschaumklebung ist der spritzfähige Kontaktkleber Technicoll 9129 ein gängiges Produkt.

Hotmelts: Schmelzklebstoffe für den anspruchsvollen industriellen Einsatz

Schmelzklebstoffe, auch Hotmelts genannt, werden unter Temperatureinfluss flüssig. Ein Klebstoff muss flüssig sein, damit eine Benetzung mit der Oberfläche des zu klebenden Materials erfolgen kann. Schmelzklebstoffe sind in unterschiedlichen Varianten verfügbar. Die Lieferform der Hotmelts können Sticks, Granulat, Pillows oder Blöcke sein. Verarbeitet werden die Schmelzklebstoffe mit Schmelzpistolen oder Schmelzanlagen. Da Hotmelts durch das Abkühlen aushärten, sind sehr kurze Taktzeiten möglich. Eingesetzt werden Schmelzkleber oft in der Automobilindustrie, der Elektroindustrie, Verpackungsindustrie, Filterindustrie, Möbelindustrie, Bauindustrie sowie der Etikettierung. Technicoll 9310 ist gut geeignet, wenn schwer zu klebende Kunststoffe wie PE und PP dauerhaft geklebt werden sollen. Ein typischer Anwendungsfall ist z. B. das Kleben der Umverpackung von Lebensmitteln oder auch das Kleben von Bootsfendern.

Ruderer bietet herstellerneutrale Beratung zur optimalen Klebstoff-Lösung

Anlösende Klebstoffe für die Verbindung von Kunststoffen

Anlösende Klebstoffe eignen sich, um Materialien über einen Quellvorgang miteinander zu verbinden und sind nur für thermoplastische Kunststoffe wie PC, PMMA, PVC u.a. geeignet. Die Kaltschweißmittel lösen die Oberfläche an, diese quillt an und wird weich. Dadurch verbinden sich die Materialien miteinander und es entsteht aus zwei Materialien eines, das sozusagen verschweißt wurde. Nach dem Abdunsten der Lösemittel ist der Kleber ausgehärtet. Kaltschweißmittel sind nur für passgenaue und kleine Klebflächen geeignet. Ein anlösender Klebstoff ist Technicoll 8002. Damit lassen sich u.a. sehr gut Weich-PVC-Teile miteinander verkleben. Ein Anwendungsbeispiel ist die Poolreparatur, die mit diesem Klebstoff sogar unter Wasser erfolgen kann. Weitere Anwendungsbereiche für anlösende Klebstoffe sind allgemein in der Kunststoffverklebung zu finden, etwa bei Kunststoffscheiben von Vitrinen.

Umweltfreundlich: Dispersionsklebstoffe für sensible Verklebungen

Dispersionen, oft auch Leim genannt, sind wasserbasierte Klebstoffe. Die klebrige Substanz wird in Wasser dispergiert (fein verteilt). Die Aushärtung der Dispersionen geschieht durch das Verdunsten des Wassers. Damit das Wasser verdunsten kann, muss mindestens ein Klebepartner wasserdampfdurchlässig sein. Dispersionen können bei großen und kleinen Flächen eingesetzt werden. Die Aushärtezeit unterscheidet sich stark zwischen den verschiedenen Produkten und kann von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden reichen. Vorteile von Dispersionen sind u.a., dass sie lösemittelfrei und kein Gefahrgut sind. Dispersionen wie Technicoll 9222-1 werden oft eingesetzt in der Innenauskleidung im Fahrzeugbau und beim Formenbau bzw. bei Dämmstoffen, die anfällig für Lösemittel sind.

Kleben statt Schweißen: Reaktionsklebstoffe

Reaktionsklebstoffe gibt es als 2-Komponenten- oder als 1-Komponenten-Klebstoffe. Bei 2-Komponenten-Klebstoffen liegen beide Komponenten vor, z.B. in Doppelkammerkartuschen, Dosen oder Eimern. Bei 1-Komponenten-Klebstoffen ist die zweite Komponente die Luftfeuchtigkeit.

2-komponentige Kleber eignen sich besonders für das Kleben von Metallen, Duromeren und weiteren Kunststoffen. Die definierte Aushärtezeit ermöglicht exakte Taktzeiten. Das Mischungsverhältnis der zwei Komponenten muss exakt eingehalten werden, damit eine vollständige Aushärtung des Klebers gewährleistet ist. Die unterschiedlichen Klebstoff-Technologien reichen von hochfesten Epoxidharz-Klebern über schnellhärtende MMA-Klebstoffe (Methylmethacrylat) hin zu flexiblen Polyurethanen (PUR) und Hybrid-Klebern (MS-Polymer). 2-Komponentenkleber werden eingesetzt bei strukturellen Klebungen im Metallbau, im Automobilbereich, im Maschinenbau, in der Kunststoffverklebung, im Apparate- und Gerätebau, im Metallbau und bei Anwendungen, bei denen auf das konventionelle Schweißen verzichtet werden soll.

Beim Kleben mit 1-komponentigen Klebern muss mindestens ein Material wasserdampfdurchlässig sein oder die Klebefuge so gewählt werde, dass sie überall mit Luftfeuchtigkeit in Berührung kommt. Damit sind Kombinationen und Sandwichklebungen aus Materialien wie z.B. Holz, Pappe, Textil mit verschiedensten Materialien wie Metall, Stein, Glas, Kunststoff usw. möglich. 1-Komponenten-Reaktionsklebstoffe gibt es auf Basis Acrylat, MS-Polymer (Hybrid), Polyurethan (PUR) und Silikon.

Spezialfall Sekundenkleber

Ein spezieller 1-Kompontenklebstoff sind die Cyanacrylate. Diese werden auch als Sekundenkleber, Sofortkleber oder Blitzklebstoffe bezeichnet. Sie sind sehr schnell härtende Kleber. Aufgrund der schnellen Aushärtung eignen sich Cyanacrylate besonders für kleinflächige Klebungen. Die schnelle Aushärtung ermöglicht sehr kurze Taktzeiten. Es gibt viele verschiedene Cyanacrylat-Typen. Technicoll bietet z.B. Cyanacrylate mit einer sehr schnellen Aushärtung oder auch teilflexibilisierte Sekundenkleber für dynamische Beanspruchung. Des Weiteren gibt es auch geruchs- und ausblüharme Cyanacrylate und niedrigviskose bis hin zu einem hochviskosen Gel, das auch an senkrechten Flächen nicht verläuft. Mit Cyanacrylaten lassen sich hohe Festigkeiten erzielen. Das Anwendungsgebiet ist sehr vielseitig. Mögliche Branchen sind Elektronikbau, Automobilbau, Medizintechnik, industrielle Fertigung, Kunststoffklebung, Reparatur und viele mehr.

Ruderer setzt auf den ökologischen Sekundenkleber Born2bond von Bostik

Kleb-/Dichtstoffe: Kleben und Abdichten in einem Vorgang

Müssen bei einer Klebung Spannungen, andauernde Schwingungen oder unterschiedliche Ausdehnungen ausgeglichen werden, bieten sich Klebe-/Dichtmassen an. Ebenfalls eingesetzt werden Klebe-/Dichtmassen, wenn eine flexible Klebefuge benötig wird oder eine hohe Spaltüberbrückung notwendig ist.

Kleb-/Dichtstoffe werden in unterschiedlichen Technologien angeboten. Es gibt PUR (Polyurethan)-Dichtstoffe, MS-Polymere, auch Hybridklebstoffe genannt, und Silikone. Kleb-/Dichtstoffe benötigen zur Aushärtung Feuchtigkeit. Diese Feuchtigkeit kommt aus der Luft oder von der Oberfläche des Werkstoffs. Damit die Dichtstoffe komplett aushärten, müssen die Materialien entweder wasserdampfdurchlässig sein oder der Kleber muss so aufgetragen werden, dass dadurch ausreichend Luftfeuchtigkeit an die Klebefuge kommt.

Ein spezieller Kleb-/Dichtstoff ist z.B. Technicoll 9707 RLT Silber. Dieser Klebstoff ist silberfarben und gut geeignet für Abdichtungen im Sichtbereich. Zudem eignet sich dieser Klebstoff für den Einsatz in RLT-Anlagen. Ein weiterer Anwendungsbereich ist z.B. das Abdichten von Küchenarbeitsplatten mit Technicoll 9700. Diesen Klebstoff gibt es in 10-g-Tuben mit speziellem Aufsatz, abgestimmt auf die Abdichtung einer Küchenarbeitsplatte.

Weitere Anwendungsbereiche von Kleb-/Dichtstoffen sind im Fahrzeugbau, im Laden- und Messebau, im Sonderfahrzeugbau, bei Inneneinrichtungen, im Lüftungsbau sowie vielen weiteren Bereichen zu finden. (co)

Weitere Details speziell zu den Technicoll-Klebstoffen:
hier.pro/7jAPM

Kontakt:
Ruderer Klebetechnik GmbH
Harthauser Straße 2
85604 Zorneding
Tel. +49 8106/2421-0
www.ruderer.de


Zur Ruderer Klebetechnik

Fragt ein Anwender nach einem Klebstoff für seine spezielle Anwendung, so können ihm die Experten der Ruderer Klebetechnik GmbH, Zorneding, die richtige Klebstoffart für die jeweilige Anwendung empfehlen. Basis ist die jahrzehntelange Erfahrung der Mitarbeiter und ein kompetentes Klebewissen in Bezug auf die einzelnen Klebstofftechnologien und die einzelnen Klebstofftypen. Das breite und tiefe Klebstoffsortiment umfasst viele Premiumklebstoffe namhafter Hersteller wie Technicoll, Araldite, Sika, H.B. Fuller, 3M, Panacol, Otto-Chemie, Kömmerling, Weiss-Chemie, Drei Bond, Loctite oder Teroson. Der Zugriff auf viele verschiedene Klebstoffmarken ermöglicht es Ruderer, eine markenunabhängige Beratung zu bieten – herstellerneutral im Sinne der besten Lösung für die jeweilige Anforderung.

Im Technikum können für Kunden Testverklebungen durchgeführt werden, um den richtigen Klebstoff zu ermitteln. Dies ist vor allem immer dann hilfreich und sinnvoll, wenn der Kunde die genauen Eigenschaften der zu klebenden Werkstoffe nicht kennt. Durchgeführt werden zudem Alterungstests, Klimawechseltests usw., auch die Zugscherfestigkeiten können ermittelt werden. Zudem besitzt das stetig wachsende Familienunternehmen in zweiter Generation auch Know-how rund um Verbundstoffe, Technologien und Anwendungen.

Als Händler und Hersteller sorgt das große Lager für eine hohe Produktverfügbarkeit und schnelle, stabile Lieferketten sowie Flexibilität, etwa bei der Gebindegröße oder bei Änderungswünschen von Lieferterminen. Haben Kunden keine Kapazitäten in der Fertigung frei, kümmern sich die Zornedinger auch um die Klebeprojekte und führen die Klebung in Lohn durch.

2007 wurde ergänzend der Onlineshop www.ottozeus.de ins Leben gerufen – wiederum inklusive einer telefonischen Klebeberatung bei Bedarf. Das Klebstoff-Sortiment auf umfasst knapp 1000 Artikel, die 24/7 bestellbar sind.

www.ottozeus.de




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