BCT Technologietag 2016: 25 Jahre PLM-Geschichte Logische Struktur im Fokus - KEM

BCT Technologietag 2016: 25 Jahre PLM-Geschichte

Logische Struktur im Fokus

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Etwas anders als sonst lief in diesem Jahr der Technologietag der BCT Technology AG aus Willstätt ab. Immerhin war nicht nur der jährliche Informationstag für Kunden und Interessenten zu absolvieren, sondern es gab noch etwas zu feiern: BCT wurde vor 25 Jahren gegründet. Und so gab es am 7. Juli einen Festakt für geladene Gäste und am 8. Juli einen Technologietag mit deutlich reduziertem „technischen“ Teil und einem Barbecue. 160 Gäste feierten mit.

Der Autor: Ralf Steck, freier Fachjournalist für die Bereiche CAD/CAM, IT und Maschinenbau, Friedrichshafen

Prof. Dr. h.c. Horst Weitzmann, Gesellschafter der Badischen Stahlwerksgruppe sowie Aufsichtsratsvorsitzender und langer Wegbegleiter der BCT, erinnerte am Donnerstagabend an die wechselvolle Geschichte der BCT. Das Unternehmen wurde 1991 als Engineeringgesellschaft unter dem Namen BSE – Badische Stahl Engineering als Tochterunternehmen der Badischen Stahlwerke GmbH. Dort hatte man 1986 mit dem Aufbau von Kompetenzen in der eigenen Nutzung von CAD-Software begonnen. Im Jahr 1994 änderte Firmengründer Heinrich Kimmig die Ausrichtung des Unternehmens hin zum System- und Softwarehaus, was auch den Namenswechsel zu BCT mit sich brachte. Bereits damals war man Partner von Unigraphics, aus denen später Siemens PLM Software werden sollte.
1999 kam wieder ein Einschnitt mit dem Umzug in die heutigen Firmenräume in Willstätt und der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft namens BCT Technology AG. 2001 dann traf BCT ein schwerer Schicksalsschlag: Gründer Heinrich Kimmig, Entwicklungsleiter Klaus Bothe sowie Personalchef Wolfgang Wenzel wollten nach einer Geschäftsreise in die USA heimfliegen und wählten ausgerechnet die Maschine, die kurz nach dem Start in Boston von Terroristen in den Südturm des World Trade Centers gelenkt wurde. Dank der Solidarität der Kunden und Partner konnte BCT überleben und zum Glück standen mit Jürgen Hillemann, zuständig für Vertrieb, Marketing und Entwicklung, sowie Klaus Erdrich, der sich um Finanzen, Auftragsabwicklung und Beratung kümmert, zwei Manager bereit, die die Führung gemeinsam mit Dr. Karl-Heinz Klein übernahmen. Hillemann und Erdrich bilden bis heute die Unternehmensleitung.
Inzwischen ist BCT als Top-Partner von Siemens PLM-Software über deren gesamtes Produktspektrum, mit eigenentwickelter Software wie BCT CheckIt oder BCT Inspector sowie mit Consulting und Support beim Betrieb von Entwicklungsumgebungen auf Basis von NX, Solid Edge und Teamcenter ein etablierter Spezialist für die gesamte Produktentwicklungsprozesskette. 62 Mitarbeiter sind heute an den Standorten des Unternehmens in ganz Deutschland und in der Schweiz beschäftigt.
Die Meiko Maschinenbau war einer der ersten Kunden der BCT und ist es bis heute geblieben. Dr. Ing. Stefan Scheringer, Geschäftsführer des Unternehmens, das Spültechnik für Gewerbebetriebe vom kleinen Gläserspüler bis zu großen Geschirrspülanlagen sowie Reinigungs- und Desinfektionstechnologie für Krankenhäuser und Heime produziert, erinnerte sich in einem humorvollen Vortrag unter dem Namen „Szenen einer Ehe“ an die langjährige Partnerschaft, die wie so oft Höhen und Tiefen aufwies, aber immer von einer engen, freundschaftlichen Bindung geprägt gewesen sei. Auch ein Vertreter von Siemens bedankte sich für die langjährige Partnerschaft.
Der Freitag begann mit einem spannenden Vortrag von Jürgen Hillemann und Klaus Erdrich zum Thema „Industrie 4.0 und der Weg zum digitalen Unternehmen – Chancen für den Mittelstand“. Besonders spannend war, dass die beiden Vorstände nicht nur auf die Chancen und Hindernisse der Digitalisierung eingingen, sondern darüber hinaus zahlreiche praktisch anwendbare Handlungsoptionen vorstellten.
Es folgte ein eng getakteter und in mehreren Parallelsessions gedrängter Reigen von Fachvorträgen zu Themen wie Roboteranwendung im Maschinenbau – Zusammenarbeit von Mensch und Roboter, Solid Edge ST9 – ein Ausblick auf die Highlights der neuen Version, Möglichkeiten der FEM-Berechnung und Simulation, erhöhte Fertigungsproduktivität mit einer umfassenden CAM-Lösung und Teamcenter Technical Publishing – Lösungen für die Technische Redaktion.
Der Robotikvortrag zeigte, wie eng inzwischen die Kopplung zwischen virtueller und realer Welt ist: Die Simulation in Mechatronics Concept Designer vollzog sogar das Nachwippen des Roboterarms nach, wenn dieser angestoßen wird. Das Thema Virtuelle Inbetriebnahme verspricht hohen und schnellen Return on Investment.
Unter anderem wurden auch die von BCT selbst entwickelten Module vorgestellt, mit deren Hilfe beispielsweise Prüfberichte automatisiert erstellt, Konstruktionsänderungen verfolgt und Abläufe von Teamcenter Workflows verbessert werden können. Durch die frühzeitige Erkennung – noch vor der Freigabe – von Daten und Konsistenzfehlern im Produktentwicklungsprozess erreicht das Tool „BCT CheckIt“ eine verbesserte Datenqualität in Teamcenter und vermeidet aufwendige Korrekturen. Das Qualitätsmanagement-Tool „BCT Inspector“ ist ein Lösungsbaustein zur Identifikation von Merkmalen in PMI-Modellen und Zeichnungen. Es identifiziert eindeutige Merkmale über den gesamten Lebenszyklus eines Modells und leitet sämtliche relevante Daten für das Fertigungs- und Qualitätswesen aus. So können kundenspezifische Reports sowie (Erstmuster-) Prüfberichte und Änderungsberichte und automatische Revisionsvergleiche mit graphischer und tabellarischer Darstellung der Unterschiede erstellt werden.
Neben den Vorträgen konnten sich die Gäste in einer Ausstellung direkt bei BCT und seinen Partnern zu speziellen Themen informieren. I

Zwei Fragen an Jürgen Hillemann
KEM: Herr Hillemann, herzlichen Glückwunsch zu 25 erfolgreichen Jahren BCT! Wo sehen Sie das Unternehmen in der Zukunft?
Hillemann: Wir wollen der führende PLM-Lösungspartner in Deutschland werden – nicht unbedingt der größte, aber der beste. Und wir wollen den Ball Industrie 4.0 aufnehmen und mit unseren Kunden weiterentwickeln, mit ihnen diskutieren und Lösungen finden. Ganz wichtig ist dabei das richtige Team – jeder Mitarbeiter muss Kundenorientierung und Lösungskompetenz verinnerlicht haben. Wir tun viel für die Weiterbildung der Mitarbeiter, um diese dabei zu unterstützen. Und wir haben den Vorteil einer überschaubaren Firmengröße, bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt.
KEM: Was ist für Sie das Erfolgsgeheimnis der BCT?
Hillemann: Uns ist wichtig, wie wir beim Kunden wahrgenommen werden. Eine enge Vernetzung mit dem Kunden hilft auf der einen Seite uns – das beste Marketing sind immer noch zufriedene Kunden, die uns weiterempfehlen –, auf der anderen Seite können wir aber auch besser unterstützen, wenn wir die Strukturen und Produkte der Kunden genau kennen. Dr. Scheringer von Meiko hat in seiner Rede ein gutes Beispiel gebracht: Bei der Entwicklung einer neuen Maschinengeneration leisteten wir methodische Beratung, und er sagte dazu, dass die Konstrukteure die logische Struktur der Maschine ohne unsere Beratung nie in der Form gewählt hatten. Und diese Maschine ist heute eine der Cash Cows des Unternehmens!
KEM: Herr Hillemann, vielen Dank für das Gespräch und weiter viel Erfolg.
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Basierend auf dem brandneuen Standard Wireless-IO-Link zeigt Timo Mauderer, Leiter Vorentwicklung bei der Zimmer Group den intelligenten Roboterflansch, der kabelgebundene mechatronische Greifer mit wireless-IO-Link verknüpft und somit eine externe Roboterverkabelung in vielen Fällen überflüssig macht.

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