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Trumpf investiert in die Entwicklung von Gassensoren

Entwicklung von Gassensoren
Trumpf investiert in Start-up Tunable

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Das MEMS-Design des optischen Filters ermöglicht die kompakte Bauweise des Tunable-Sensors Bild: Tunable

Gemeinsam mit dem französischen Technologieunternehmen GTT führt Trumpf Venture eine Finanzierungsrunde in Höhe von 6,4 Mio. Euro in das Deep-Tech-Start-up Tunable AS an. Das norwegische Unternehmen entwickelt und produziert kompakte Sensoren, die auf MEMS-Technologie basieren. Die kleinen Sensoren identifizieren und analysieren mehrere Gase gleichzeitig und in Echtzeit.

„Tunable ermöglicht die elektronische Nase – eines der letzten zu digitalisierenden Sinnesorgane“, erklärt Dieter Kraft, Managing Director bei Trumpf Venture. „Wir freuen uns, das Team von Tunable begleiten zu dürfen und mit der innovativen MEMS-Technologie die Funktionalität von Laborgeräten auf kleinstem Bauraum umzusetzen.“ Das Unternehmen mit Sitz in Oslo beschäftigt derzeit 23 Mitarbeiter und plant, mit dem Investment den Vertrieb und das Marketing weltweit auszubauen und die Entwicklung noch kleinerer Sensoren voranzutreiben.

Beitrag zum Klimaschutz

Erste Produkte des Start-ups sind bereits in der Schifffahrtsindustrie im Einsatz. Dort messen sie Emissionen großer Schiffsmotoren und analysieren das Gas, das einigen Schiffen als Treibstoff dient. Derzeit testet Tunable die Sensoren in weiteren Bereichen, etwa bei der Analyse von Industrieabgasen und bei der Überwachung von Gasverteilernetzen. „Mit unseren Sensoren erfassen Unternehmen ihre Emissionen. Das schafft Transparenz und ist ein erster Schritt, um schädliche Gase zu reduzieren und das Klima zu schonen“, sagt Kristian Hovet, CEO von Tunable.

Das Start-up wurde 2015 als Spin-off des norwegischen Forschungslabors Sintef gegründet. An der aktuellen Investitionsrunde beteiligen sich neben Trumpf und GTT bestehende Investoren wie Skagerak Maturo, eine norwegische Venture-Capital-Investmentfirma. Ende dieses Jahres sollen weitere Investoren die Möglichkeit erhalten, sich an der Finanzierungsrunde zu beteiligen.

Labor im Mini-Format

Die Technologie hinter den Sensoren basiert auf Infrarotspektroskopie. Sie macht sich zu Nutze, dass Gase auf Licht je nach dessen Wellenlänge unterschiedlich reagieren. In den Tunable-Sensoren strömt Gas durch eine Kammer. Ein Lichtstrahl in einer definierten Wellenlänge durchleuchtet das Gas. Diesen Lichtstrahl erzeugen eine Infrarotlampe und ein optischer Filter. Dabei ist der optische Filter verstellbar, sodass er ein breites Spektrum an Wellenlängen generieren kann.

Für die Gasanalyse variiert der Filter die Wellenlänge des Lichtstrahls kontinuierlich, vergleichbar mit dem Senderdurchlauf eines Radios. Abhängig von der jeweiligen Lichtwellenlänge, beginnen unterschiedliche Gasmoleküle zu schwingen. Ein optisches Mikrofon misst diese minimalen Schwingungen mithilfe eines Lasers. Im Anschluss wertet eine Software die Messdaten aus und identifiziert so das Gas und seine Konzentration. Dank MEMS-Technologie bildet Tunable diesen physikalischen Vorgang auf sehr kleinem Bauraum ab.

Digitale Geruchskontrolle 

Bei der Abgasmessung und Gasanalyse von Schiffen habe sich die Technologie bereits etabliert, heißt es weiter. Gerade erschließe das Start-up neue Anwendungsfelder, beispielsweise das Condition Monitoring von Transformatoren, die Überwachung von Methan und GHG (Green House Gas) oder von Ammoniak und anderen Gasen in der Tierzucht. Neben der Analyse definierter Gasgemische ließen sich mit den Sensoren auch vorher nicht bekannte Gase und Gerüche identifizieren. Dadurch ergeben sich weitere mögliche Anwendungsfelder, etwa die Qualitätskontrolle von Lebensmitteln. (jk)

www.trumpf.com

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