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Dräger setzt auf PLM-Plattform Aras Innovator

Infrastruktur in der Cloud
Dräger setzt auf PLM-Plattform Aras Innovator

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Eine moderne PLM-Plattform erleichtert die Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Aras-Kunde Dräger, spezialisiert auf Medizin- und Sicherheitstechnik, löst deshalb seine Oracle-Agile-e6-Installation durch Aras Innovator ab. Sowohl die neue PLM-Lösung als auch die CAx-Anwendungen laufen künftig in der Cloud. Das Unternehmen verspricht sich davon mehr Sicherheit, eine einfachere Skalierbarkeit, eine höhere Performance und Einsparungen bei den IT-Kosten.

Michael Wendenburg, Fachjournalist für CAx/PLM-Themen, Sevilla

Inhaltsverzeichnis

1. Offene PLM-Plattform erleichtert Integration
2. Cloud bietet Vorteile bei Kosten und Skalierbarkeit
3. Digitaler EDHF-Prozess für die Medizintechnik
4. CAx-Anwendungen aus der Cloud
5. Bessere Synchronisation des Datenbestands
6. Der Anwender

 

„Gemeinsamer Nenner von Dräger Medizin- und Sicherheitstechnik ist die menschliche Atmung“, sagt Dr. Hanns Schulz-Mirbach, bei der Drägerwerk AG & Co. KGaA in Lübeck in der Corporate IT zuständig für den PLM-Bereich. Sein Team unterstützt die Mitarbeiter in den verschiedenen Entwicklungsbereichen bei IT-Themen. Keine einfache Aufgabe, denn Dräger entwickelt an sieben Standorten in Deutschland, den USA, China, Großbritannien und Norwegen, wobei Lübeck für beide Bereiche der Hauptstandort ist. Die anderen kümmern sich um bestimmte Produkte oder passen die in Lübeck entwickelten Produkte an ihre jeweiligen Märkte an.

Beide Unternehmensbereiche nutzen für das Produktdatenmanagement schon seit Mitte der 90er Jahre die ehemalige Eigner-Software Agile e6, aber als zwei separate Instanzen mit z.T. unterschiedlichen Anbindungen an Autorensysteme. Die Mechanik-Konstrukteure in der Medizintechnik arbeiten vorwiegend mit dem CAD-System SolidWorks, ihre Kollegen in der Sicherheitstechnik mit PTC Creo. Außerdem sind in beiden Bereichen neben Autocad noch die E-CAD-Systeme Mentor Allegro und Eplan sowie verschiedene Tools für die Software-Entwicklung im Einsatz. Agile e6 managt aber nur die finalen Software-Stände, die mit den Produkten ausgeliefert werden. Deswegen haben sich die Lübecker entschieden, mit Aras Innovator der Aras Software GmbH aus Gröbenzell künftig eine moderne PLM-Plattform einzusetzen, mit der sich die Digitalisierung der Geschäftsprozesse unterstützen lässt. So will das Unternehmen in der neuen Lösung auch die Software-Stücklisten abbilden und Änderungen an einzelnen Software-Modulen über Produkte hinweg steuern.

Offene PLM-Plattform erleichtert Integration

Derzeit löst Dräger die bestehenden PDM-Installationen durch eine gemeinsame PLM-Plattform für beide Unternehmensbereiche auf Basis der Aras-Software ab. Agile e6 erfülle nicht mehr die eigenen technologischen Anforderungen, werde nicht entsprechend weiterentwickelt und sei durch das jahrelange Customizing so unflexibel geworden, dass Updates immer mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden seien, erklärt Schulz-Mirbach die Gründe für den Systemwechsel. Im Zuge der Migration hat das Unternehmen zunächst die Erzeugung der Electronic Design History Files (EDHF), die sehr wichtig für die Zulassung der medizintechnischen Produkte sind, in der PLM-Lösung abgebildet. Der zuvor rein papierbasierte Dokumentationsprozess wird dadurch noch transparenter.

Da eine Vereinheitlichung der CAD-Landschaft nicht zur Debatte stand, war Multi-CAx-Fähigkeit eine wichtige Anforderung an die neue PLM-Lösung. Für Aras Innovator sprach neben der Offenheit, was die Integration mit anderen Anwendungen anbelangt, aber vor allem die moderne Technologie der Plattform. „Sie ist kein Saurier, der über Jahrzehnte durch Akquisitionen gewachsen ist“, sagt Schulz-Mirbach. „Ein nicht trivialer Faktor war auch die langjährige Erfahrung des Aras-Kernpersonals im Agile-e6-Umfeld. Sie spiegelt sich unter anderem in Handhabung und Customizing der neuen PLM-Lösung wider und sorgt bei den Anwendern für einen hohen Wiedererkennungswert.“

Aras Innovator lässt sich sehr flexibel konfigurieren, um die kundenspezifischen Prozesse abzubilden, ohne dass die Anpassungen die Update-Fähigkeit der Plattform beeinträchtigen. Im Rahmen der Subskription stellt Aras sicher, dass die Anpassungen nach Updates im Zusammenspiel mit dem Kern so funktionieren wie vorher. Das reduziert den Kostenaufwand für Updates im Vergleich zu anderen PLM-Lösungen.

Cloud bietet Vorteile bei Kosten und Skalierbarkeit

Von der Implementierung der Aras-Software in der Cloud verspricht sich Dräger in erste Linie Kostenvorteile durch ein Pay-per-use-Modell und eine bessere Skalierbarkeit. Bislang stellt das Unternehmen die Infrastruktur selbst bereit, was erhebliche Kosten mit sich bringt und Probleme bei der Anbindung der ausländischen Standorte und der Datenreplikation verursachte. Um Betrieb und Management der Applikationen kümmert sich schon seit vielen Jahren das IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini, das Dräger auch bei der PLM-Migration unterstützt und künftig die Cloud-Installation betreuen wird.

Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten der gewählten Cloud war, dass diese die Steuerbarkeit der Datenaufbewahrung ermöglicht. Das ist für Dräger deshalb zwingend, weil das Unternehmen sicherheitstechnische Produkte für den militärischen Bereich herstellt, bei denen die Produktdaten das jeweilige Land nicht verlassen dürfen. Bedenken wegen der Datensicherheit habe Dräger keine, sagt Schulz-Mirbach: „Was IT Sicherheit und Zugangskontrollen angeht, arbeiten die Cloud-Betreiber global betrachtet auf höchstem Niveau.“

Digitaler EDHF-Prozess für die Medizintechnik

Dräger startete die Implementierung von Aras Innovator mit der Abbildung des EDHF-Prozesses, der einen schnellen Nutzen für die Fachbereiche in der Medizintechnik versprach. Capgemini hat dazu das entsprechende Template des Aras-Partners Minerva implementiert. Die Anwender brauchen Risikoanalysen, Systemarchitektur-Beschreibungen, Fehlerfall-Beschreibungen und andere regulatorisch vorgeschriebene Unterlagen, die üblicherweise als Office-Dokumente entstehen, jetzt nicht mehr auszudrucken, zu unterschreiben und abzuheften, sondern können sie in einem auditsicheren Record im PLM-System speichern und elektronisch freigeben. Nach nur einem halben Jahr Projektlaufzeit wurde der digitale EDHF-Prozess Ende 2018 live geschaltet. Seitdem legen die Anwender die Records für alle neuen Projekte in Aras Innovator an, was nicht nur wesentlich schneller ist, sondern den Projektleitern auch einen besseren Überblick über den Stand der Projekte und die noch fehlenden Deliverables verschafft. Die bestehenden Papierarchive sollen nach und nach eingescannt und in die Plattform migriert werden, um dort alle Unterlagen elektronisch verfügbar zu haben. Sie müssen nämlich 40 Jahre und mehr aufbewahrt werden, wie Schulz-Mirbach ausführt.

Die Entwicklungsdaten für neue Medizinprodukte werden noch in der alten PDM-Lösung gespeichert, die 2020 migriert werden soll. Derzeit bereitet das Unternehmen den Umstieg der Sicherheitstechnik auf die neue PLM-Plattform vor. Dazu müssen nicht nur die Integrationen sauber funktionieren, sondern auch sämtliche CAx-Daten in der neuen Umgebung verfügbar sein. „Wir wollen keinen Parallelbetrieb haben“, sagt Schulz-Mirbach. „Die größte Herausforderung wird sein, alle Anwender weltweit in einem kurzen Zeitraum zu schulen.“ Datenbereinigung und -migration sind nach mehreren Testläufen soweit abgeschlossen, dass nur noch das Delta migriert werden muss.

CAx-Anwendungen aus der Cloud

Bei Dräger gibt es eine einheitliche Konstruktions- und Fertigungs-Stückliste, die als Produktstruktur im PLM-System angelegt wird. Aus ihr wird ab einem bestimmten Freigabestand in einem automatisierten Prozess die ERP-Struktur abgeleitet. Die Integration der SAP-Lösung, die on-premise in einem externen Rechenzentrum installiert ist, mit der Cloud-PLM-Anwendung, verursachte keinerlei Schwierigkeiten, wie Schulz-Mirbach versichert. „Technisch macht es eigentlich keinen Unterschied, da die Cloud-Infrastruktur vollständig in das Dräger-Netzwerk integriert ist.“

Für die Anbindung der M-CAD- und E-CAD-Systeme nutzt Capgemini die Schnittstellen des Integrationsspezialisten XPLM, die direkt in der Cloud-Plattform implementiert werden konnten. „Wir machen bei den Autorensystemen einen riesigen Schritt nach vorn, dadurch dass die Arbeitsplätze der Endanwender in der Cloud laufen“, sagt Schulz-Mirbach. „Wenn der Mechanik-Konstrukteur sein CAD-System startet, verbindet er sich über Citrix mit dem Cloud-Server. Die Darstellung der CAD-Daten wird nur gestreamt, was enorme Vorteile hinsichtlich der zu transferierenden Datenmengen und auch in punkto Datensicherheit beziehungsweise Know-how-Schutz hat. Außerdem entfällt die Notwendigkeit der Datenreplikation.“

Bessere Synchronisation des Datenbestands

Obwohl Dräger mit Ausnahme der EDHF-Records in der Aras-PLM-Plattform zunächst die vorhandene Funktionalität aus Agile e6 bereitstellen wird, entfaltet die Migration schon jetzt ihren Nutzen. Die IT-Kosten werden deutlich sinken, weil man keine eigene Infrastruktur mehr unterhalten und nicht mehr zwei Systeme betreiben muss. Alle entwicklungsbegleitenden Daten in einem System zu haben, erleichtert außerdem die Synchronisation des gemeinsam in Medizin- und Sicherheitstechnik genutzten Datenbestands, die heute einen relativ großen Aufwand verursacht.

Dräger will mit Hilfe der Datenintegrationsplattform im nächsten Schritt die weltweite Verteilung der Produktdaten unter Nutzung von Neutralformaten wie 3D-PDF und die Publikation von Bedienungsanleitungen und anderen Unterlagen im Web automatisieren. Außerdem steht auf der Roadmap eine engere Integration der Software-Entwicklung mit dem Ziel, das Systems Engineering besser unterstützen zu können. „Was wir auf PLM-Seite dafür brauchen, ist da“, so Schulz-Mirbach abschließend. Aras Innovator sei eine mächtige PLM-Plattform, mit der Dräger für die künftigen Herausforderungen der Digitalisierung gewappnet sei. co

Weitere Infos zur Technologie von Aras Innovator:
hier.pro/epD8o

Unsere Serie ‚PLM in der Cloud‘ mit der Betrachtung einzelner PLM-Systeme finden Sie online hier:
kem.industrie.de/systems-engineering/

Kontakt zum Hersteller der Software:

Aras Software GmbH
Industriestrasse 31
82194 Gröbenzell
Tel.: +49 8142 44 126 0
E-Mail: info@aras.com
Website: www.aras.com


Dr. Hanns Schulz-Mirbach, in der Corporate IT bei Dräger zuständig für den PLM-Bereich
Bild: Michael Wendenburg

„Startet der Mechanik-Konstrukteur sein CAD, verbindet er sich über Citrix mit dem Cloud-Server. Die Darstellung der CAD-Daten wird nur gestreamt, was enorme Vorteile hinsichtlich Datenmengen und -sicherheit bietet.“


Steckbrief

Der Anwender

Die Drägerwerk AG & Co. KGaA wurde 1889 in Lübeck gegründet und ist heute ein globaler Konzern, der in mehr als 190 Ländern vertreten ist und mehr als 14.000 Mitarbeiter beschäftigt. Dräger stellt medizin- und sicherheitstechnische Produkte her, die Menschenleben schützen, unterstützen und retten. Dazu gehören u.a. Anästhesie-Arbeitsplätze und Beatmungsgeräte für Krankenhäuser, Atemschutz- und Gasmessgeräte für Feuer- und Grubenwehren sowie Gaswarnanlagen und Schutzausrüstungen für die Industrie. Zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr tragen Drägers Alkohol- und Drogenmessgeräte bei.

www.draeger.com


„Was IT Sicherheit und Zugangskontrollen angeht, arbeiten die Cloud-Betreiber global betrachtet auf höchstem Niveau.“


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