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Thermische Lösungen für die E-Mobilität von TI Fluid Systems

E-Mobilität
Thermische Lösungen für die E-Mobilität von TI Fluid Systems

TI Fluid Systems zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Flüssigkeitssystemen für die Automobilindustrie. Um seine Strategie zur Elektromobilität weiter voranzutreiben, hat das Unternehmen Hans Dieltjens zum neuen Präsidenten und CEO berufen. Im Gespräch mit KEM Konstruktion erklärt er, welche Pläne er hat, damit TI Fluid Systems sowohl einen Beitrag zur Elektromobilität leisten als auch die Position als Anbieter von thermischen Lösungen für die Automobilindustrie weiter stärken kann.

Interview: Johannes Gillar, stellvertretender Chefredakteur KEM Konstruktion

KEM Konstruktion: TI Fluid Systems gehört zu den führenden Herstellern von Flüssigkeitsspeicher-, Flüssigkeitstransport- und Flüssigkeitsabgabesystemen, vor allem für den Markt der leichten Nutzfahrzeuge. Welche Veränderungen ergeben sich durch die Entwicklung hin zur Elektromobilität für Sie in Bezug auf Ihre Produkte und Lösungen, aber auch für das Unternehmen insgesamt?

Hans Dieltjens: Schauen wir uns die Entwicklungen der letzten Jahre an, dann zeigt sich deutlich: Die Welt bewegt sich immer stärker in Richtung Elektromobilität. Und genau das hat auch uns spannende neue Möglichkeiten eröffnet. Es ist natürlich richtig, dass die Produkte von TI Fluid Systems vom Ursprung her für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bestimmt sind. Elektrofahrzeuge erfordern jedoch völlig neue Innovationen, an denen wir hart gearbeitet haben – und auch weiterarbeiten werden. Wir haben die Umstellung der Automobilindustrie auf Elektrofahrzeuge genau beobachtet und sowohl unsere technische Expertise als auch unser jahrelanges Know-how eingesetzt, um unseren Kunden maßgeschneiderte Flüssigkeitssysteme bieten zu können. Diese Produkte sind speziell auf die Anforderungen von Hybrid- und batteriebetriebenen Fahrzeugen zugeschnitten, insbesondere wenn es darum geht, die Wärmemanagementsysteme dieser Fahrzeuge leichter und effizienter zu machen. Als Unternehmen konnten wir bereits messbare Fortschritte erzielen. Unsere Produkttechnologien haben positive Auswirkungen auf die Umwelt und tragen so dazu bei, Autos ökologischer zu machen. Dafür wurden wir beispielsweise von der London Stock Exchange mit der Green Economy Mark ausgezeichnet, die an börsennotierte Unternehmen verliehen wird. Darüber hinaus konnten wir mit unseren Innovationen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge bereits hohe Umsätze erzielen. Das zeigt, dass wir den Übergang zur Elektromobilität gut meistern und einfach auf dem richtigen Weg sind.

KEM Konstruktion: Sie möchten sowohl einen Beitrag zur Elektromobilität leisten als auch Ihre Position als Anbieter von thermischen Lösungen für die Automobilindustrie weiter stärken. Können Sie näher erklären, wie Sie das erreichen wollen?

Dieltjens: Unser Ziel ist es, ein globaler Marktführer auf dem Gebiet der Flüssigkeitssysteme in der Automobilindustrie zu werden. Wir möchten eng mit OEMs zusammenarbeiten, um Technologien zu entwickeln, die zu umweltfreundlicheren Fahrzeugen führen. Mit Hilfe unserer „Take The Turn“-Strategie entwickeln wir uns zu einem Unternehmen mit einem klaren Schwerpunkt: Elektromobilität. Unser Produktsortiment konzentriert sich dabei vor allem auf leichte, energieeffiziente Wärmemanagementsysteme für E-Autos. „Take The Turn“ bezieht sich jedoch nicht nur auf unsere Produkte, sondern auch auf „ESG“ (Environmental, Social, and Governance). Es zählt schließlich nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem auch der Prozess bzw. der Weg hin zu einer grüneren Welt. Bei TI Fluid Systems möchten wir Produkte herstellen, die einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Beitrag zur Elektromobilität leisten.

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Hans Dieltjens, CEO TI Fluid Systems.
Bild: TI Fluidsystems

Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Ambitionen ist das sogenannte „Fluid Learning“. Hiermit meinen wir unsere Fähigkeit, von uns selbst, aber auch von unseren Kollegen und Lieferanten zu lernen. Die Entwicklung von völlig neuen Produkten bedeutet zwei Dinge: Wir brauchen neues hochspezialisiertes Personal und wir müssen der vorhandenen Belegschaft die Möglichkeit geben, sich weiterzubilden, um neue Fähigkeiten zu erlernen. Denn genau das ist für eine sich verändernde Welt unerlässlich. Die Initiative „Fluid Learning“ unterstützt also nicht nur die Entwicklung unserer Produkte, sondern auch die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns auf dem Weg zur Elektrifizierung begleiten.

KEM Konstruktion: Nehmen wir Ihr neues Vollkunststoff-Thermosystem. Was genau tut diese Lösung und welche technischen Herausforderungen muss/musste TI Fluid Systems diesbezüglich im Zusammenhang mit der E-Mobilität meistern?

Dieltjens: Unsere thermischen Produkte sind so konzipiert, dass sie leicht, kostengünstig und langlebig sind und gleichzeitig eine hohe, effiziente Leistung bringen. Wir haben ein neues Thermosystem aus Vollkunststoff entwickelt, das eine einzigartige Lösung für das Wärmemanagement von flüssigem Kühlmittel für Hybrid- und Elektrofahrzeugbatterien bietet. Dieses Heiz- und Kühlsystem ermöglicht eine Optimierung von Verpackung und Montage der Batterie, verringert Strömungsverluste und reduziert das Gewicht.

KEM Konstruktion: Aufgrund der Betriebszeitfenster von Elektrofahrzeugbatterien und der Notwendigkeit, Gewicht zu sparen, ist TI Fluidsystems als Anbieter von EV-Flüssigkeitslösungen nach eigenen Angaben gut aufgestellt. Wie begründen Sie diese Aussage?

Dieltjens: Um effizient arbeiten zu können, benötigen die Batterien von Elektrofahrzeugen ein bestimmtes Temperaturfenster. Leider kann dieses in der Praxis nicht immer gewährleistet werden. Denn wenn sich ein Elektrofahrzeug aktiv im Betrieb befindet, kommen andere beeinflussende Faktoren hinzu. Dazu zählen beispielsweise die Außentemperatur oder die Erwärmung der Batterie durch die Nutzung oder den Ladevorgang. Ein Problem, das bei vielen aktuellen Elektrofahrzeugen vorherrscht, ist die mangelhafte Reichweite. Diese kann jedoch durch ein angepasstes Wärmemanagement deutlich verbessert werden – und dabei helfen unsere Produkte. Bei Elektrofahrzeugen geht es vor allem um größtmögliche Effizienz, welche durch gewichtsreduzierte Lösungen weiter optimiert werden kann. Je leichter das Fahrzeug ist, desto weniger Energie verbraucht es. In der Vergangenheit wurden für thermische Systeme oft Aluminium-Gummi-Konstruktionen verwendet. Dafür wurde ein Aluminiumrohr mit einem Gummischlauch verbunden. Unsere Produkte bieten Lösungen mit Flüssigkeitssystemen aus Nylon-Kunststoff. Das ermöglicht eine Gewichtseinsparung von 30 bis 60%, je nachdem, wo und wie sie im Fahrzeug verbaut sind. Solche Ergebnisse sind entscheidend für die Verbesserung der Gesamtleistung eines Elektrofahrzeugs und tragen zu einer umweltfreundlicheren Welt bei.

KEM Konstruktion: Wie kann ein Hersteller von Kraftstofftanks, Kraftstoffleitungen, Bremsleitungen und Motorkühlkomponenten im Zeitalter der Elektrifizierung nicht nur überleben, sondern auch erfolgreich sein?

Dieltjens: Viele Zulieferer in der Automobilindustrie investieren Milliardensummen in die Elektrifizierung. Wir bei TI Fluid Systems haben in den letzten Jahren gezielte Investitionen getätigt, die uns dabei helfen werden, uns sehr erfolgreich auf dem Markt zu positionieren. Der Bedarf an Fachwissen im Segment der Flüssigkeitssysteme ist in einem Elektrofahrzeugsystem tatsächlich wesentlich höher als in einem Auto mit klassischem Verbrennungsmotor. Dies ergibt sich aus den zusätzlichen Anforderungen an das Temperaturmanagement der Batterie (Kühlung und Erwärmung) sowie an die Klimatechnik. Unsere speziell für Elektrofahrzeuge entwickelten Produkte ähneln denen für Verbrennungsmotoren tatsächlich in gewissem Maße. Sie müssen lediglich an die unterschiedlichen Flüssigkeiten angepasst werden und bilden daher die perfekte Weiterentwicklung für unser Unternehmen und unser Produktangebot. Aufgrund dieser Ähnlichkeiten können wir auch einige Teile unserer bestehenden Kapazitäten und Anlagen für die Herstellung von Produkten für E-Fahrzeuge verwenden. Es gibt also viel Spielraum, um als Unternehmen zu wachsen und unser Angebot entsprechend der Marktlage gezielt weiterzuentwickeln.

KEM Konstruktion: TI Fluid Systems eröffnete im April ein sogenanntes E-Mobility Innovation Center in Rastatt. Welche Ziele verfolgen Sie damit und welchen Nutzen haben Ihre Kunden davon?

Dieltjens: Im neuen E-Mobility Innovation Center in Rastatt können unsere Ingenieure Wärmemanagement-Systeme und Komponenten für Elektrofahrzeuge mit höchster Effizienz entwerfen, entwickeln, simulieren und visualisieren – an einem Ort und aus einer Hand. Die Zusammenführung dieser Fachbereiche in nur einer Betriebsstätte optimiert nicht nur die Produktentwicklungszyklen, sondern beschleunigt auch die Markteinführung neuer Produkte. Das hilft unseren Kunden, den anspruchsvollen Übergang zur Elektromobilität erfolgreich und effizient zu meistern. Wir wissen, dass unsere Kunden einen sogenannten „One-Stop-Shop“ benötigen, um ihren Bedarf an Innovationen im Bereich der Flüssigkeitssysteme zu decken. Das E-Mobility Innovation Center ist daher von entscheidender Bedeutung, um genau diese Anforderungen zu erfüllen. Insgesamt planen wir, fünf dieser neuartigen Zentren zu eröffnen. Nach Deutschland sollen nun auch Standorte in China, Japan den USA folgen. Hier können sich Kunden über unser Angebot informieren und erfahren, wie wir gemeinsam und in enger Zusammenarbeit effizientere und kostengünstigere Produkte für ihre individuellen Bedürfnisse entwickeln können. Und genau das ist das eigentliche Konzept: Wir möchten näher am Kunden sein und arbeiten. Das ermöglicht uns, Prototypen zu bauen und dem Kunden die Funktionalität zu demonstrieren. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, unsere Komponenten sofort und in nächster Nähe unserer Kunden zu testen. Das Zentrum in Rastatt verkörpert unsere Mission, Veränderungen wohlwollend anzunehmen, strategisches Denken in den Vordergrund unserer Arbeit zu stellen und Innovationen im gesamten Unternehmen weltweit zu fördern.

Mehr Informationen zu den thermischen Lösungen von TI Fluid Systems (engl.):

hier.pro/k5AHD

Kontakt:
TI Fluid Systems
4650 Kingsgate, Oxford OX4 2SU
United Kingdom
Tel. +44 1865 871820
info@tifs.com
www.tifluidsystems.com


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