Stauff optimiert Schnellverschlusskupplung mit der Serie FF
Startseite » Mobile Maschinen »

Stauff optimiert Schnellverschlusskupplung mit der Serie FF

Mobilhydraulik
Stauff optimiert Schnellverschlusskupplung mit der Serie FF

Anzeige
Schnellverschlusskupplungen der Serie FF ermöglichen das sichere und tropffreie Lösen und Verbinden von Hydraulikanschlüssen – und damit den einfachen Austausch von Anbaugeräten an Baumaschinen. Welche Vorteile sie unter widrigen Umgebungsbedingungen wie Vibration, Staub, Schmutz und unsanfter Behandlung bieten, erläutert Boris Mette, Leiter Marketingkommunikation bei der Walter Stauffenberg GmbH (Stauff) in Werdohl.

KEM Konstruktion: Zum schnellen Lösen und Verbinden von Hydraulikleitungen bietet Stauff die Schnellverschlusskupplungen der Serie FF an, die nach und nach die Serie FH ersetzt. Was sprach für die Weiterentwicklung?

Boris Mette (Stauff): Von mobilen Maschinen wird auf der Baustelle immer mehr Flexibilität erwartet – gefragt sind Multifunktionsgeräte, die sich durch verschiedene Anbaugeräte an die jeweils zu erledigende Aufgabe anpassen lassen. Schnellverschlusskupplungen für die Hydrauliksysteme schaffen die Voraussetzung dafür, dass die Werkzeuge in diesen Fällen schnell und sicher getauscht werden können. Einfache Schraubkupplungen können die Basis-Anforderungen der Baumaschinenindustrie durchaus erfüllen, aber Kunden und Anwendungen verlangen mehr.

Für uns Hersteller stehen dann zusätzliche Eigenschaften im Pflichtenheft. Dazu gehört neben dem schnellen Lösen und Verbinden der Hydraulikleitung etwa das Vermeiden von Lufteinschlüssen beim Kuppeln – das verhindert Blasenbildung im Hydrauliksystem. Zudem sollen die Kupplungen gut zu reinigen sein, weil sie im Betrieb häufig verschmutzt sind. Beim Kuppeln ist also möglichst wirkungsvoll zu verhindern, dass Staub und Schmutz in das Hydrauliksystem eindringen können. All diese Anforderungen erfüllt bereits unsere Serie FH. Bei den Schnellverschlusskupplungen handelt es sich schon um Flat-Face-Kupplungen, also flachdichtende Kupplungen, die sich einfach reinigen lassen. Der Lufteinschluss beim Kuppeln ist minimal und beim Verbinden und Lösen der Kupplungshälften entsteht höchstens ein Ölfilm auf den Stirnseiten.

KEM Konstruktion: Was kann die Serie FF besser?

Mette: Potenzial für Verbesserungen besteht immer – und mit der Serie FF erschließen wir unseren Anwendern weitere Vorteile. Das Kürzel beschreibt die Kupplungsbauart ‚Flat Face‘; wichtig dabei aber ist, dass aus Kundensicht der Übergang von FH zu FF nahtlos erfolgen kann, weil beide Baureihen miteinander austausch- und mischbar sind. Mit Blick auf die Verbesserungen ist die Serie FF strömungstechnisch optimiert – und bietet damit bei gleicher Baugröße einen höheren Durchfluss im Vergleich zur Vorgängerserie FH. Anbaugeräten steht damit eine höhere hydraulische Leistung zur Verfügung. Um gleichzeitig die Haltbarkeit der Kupplung zu verbesseren, gerade bei dynamischer Belastung, wurde auch die Dichtung in der Loshälfte verbessert. Sie ist nun weniger anfällig gegenüber Kratzern.

KEM Konstruktion: Ist bei höherer übertragbarer Leistung die Sicherheit gegeben?

Mette: Definitiv – wir bieten nun sogar noch höhere Sicherheiten. Die nach ISO 16028 vorgeschriebenen Impuls- und Berstdruckprüfungen gemäß ISO 18869 (‚Hydraulic fluid power – Test methods for couplings actuated with or without tools‘) ergaben bessere Werte als bei der FH-Serie. Die maximalen Betriebsdrücke sind höher als von der Norm verlangt. Damit die Kunden stets die höchste Performance erhalten, verzichtet Stauff konsequent auf Low-Budget-Varianten.

Ein weiteres Sicherheitsmerkmal der neuen FF-Serie ist zudem die integrierte Verriegelung. Nach der Verbindung der Kupplungshälften kann der Bediener die Loshälfte durch eine 90-Grad-Drehung fest verriegeln. Ein Lösen nur durch Zurückziehen der Kupplungshülse ist dann ausgeschlossen, denn vorher muss die Entriegelung durch Drehen in der Gegenrichtung gelöst werden. Ein unbeabsichtigtes Lösen der Kupplung ist damit faktisch unmöglich. Auf Wunsch kann die Kupplung aber auch ohne Verriegelung bestellt werden – diese Option nutzt beispielsweise ein renommierter Hersteller von Multifunktionsfahrzeugen, weil die FF-Serie hier in sehr beengten Bauräumen eingesetzt wird.

KEM Konstruktion: Bietet gerade mit Blick auf die Verfügbarkeit und Lebensdauer mobiler Maschinen die Digitalisierung – Stichwort Predictive Maintenance – Chancen, den Einsatz der Mobilhydraulik noch zuverlässiger zu machen?

Mette: Die Antwort ist ein eindeutiges Ja. Unser Geschäftsbereich Diagtronics arbeitet an genau diesen Lösungen. Die kontinuierliche Erfassung von Messgrößen wie Druck, Temperatur und Ölqualität kann die Lebensdauer von Hydrauliksystemen deutlich steigern und ungeplante Ausfälle vermeiden. Für diese Aufgaben bieten wir ein breites Portfolio an stationären und mobilen Mess- und Testgeräten, die sich in Konzepte und Plattformen für die vorausschauende Wertung einbinden lassen. Erst kürzlich haben wir einen Messwertaufnehmer vorgestellt, die sich als ‚Datensammler‘ einfach an die Messkupplungen im Hydrauliksystem anschließen lässt, verschiedene Parametersätze erfassen und speichern und die Werte dann etwa auf einen PC übertragen kann.

Eine andere Neuheit ist das Auslesen von fest installierten Druck- und Temperatursensoren per RFID. Die Vorteile durch die Nutzung der berührungslos arbeitenden RFID-Technologie liegen auf der Hand: Messungen können denkbar einfach, ohne aufwändige Schulung und binnen weniger Sekunden mit nur einem Knopfdruck durchgeführt und prozesssicher dokumentiert werden – ohne temporäre Öffnung des Systems. Potenzielle Gefahren für Mensch, Maschine und Umwelt können ebenso wie Schmutzeintrag ins System faktisch ausgeschlossen werden.

KEM Konstruktion: Kommen wir zurück zur Serie FF – bei den Baugrößen haben sich ebenfalls Veränderungen gegenüber der Vorgänger-Serie ergeben?

Mette: Zusätzlich zu den drei gängigen Baugrößen NW 10, 12 und 19 folgen jetzt vier weitere zwischen NW 6,3 bis 38. Schritt für Schritt wird damit die FH-Serie durch die FF-Serie abgelöst und bezüglich des Einsatzspektrums erweitert. Der Anwender kann damit auch weiter von dem Vorteil der Flat-Face-Kupplungen profitieren, dass die Beweglichkeit erhalten bleibt. Im Vergleich zur einfacheren Schraubkupplungsverbindung bleiben bei der Flat-Face-Kupplung die Kupplungshälften in axialer Richtung drehbar zueinander. Somit können Drehmomente, die vom Schlauch ausgehen, nicht negativ auf die Kupplungsverbindung einwirken. Das erhöht ebenfalls die Lebensdauer und Sicherheit der Verbindung.

Zur hohen Lebensdauer trägt übrigens auch die Zink-Nickel-Beschichtung bei, die bei Stauff-Kupplungen zum Einsatz kommt. Übrigens: Speziell die FF-Serie gehört zu unseren komplexeren Produkten – sie wurde vollständig bei Stauff entwickelt. Das Entwicklungszentrum in Werdohl und das Produktions- und Montagewerk in Meinerzhagen schaffen damit eine wesentliche Voraussetzung für das hohe Qualitätsniveau der Flat-Face-Kupplungen. Und im Rahmen des Stauff-Line-Serviceangebotes liefern wir auch fertig konfektionierte Schlauchleitungen mit Kupplungen der FF-Serie.

KEM Konstruktion: Lassen Sie uns abschließend noch die Zukunft der Mobilhydraulik betrachten. Im Pressenbau haben sich ja elektrische Antriebe durchaus als Alternative zu hydraulischen Antrieben etabliert – wie sieht die Situation in der Mobilhydraulik aus? Könnten nicht künftig ebenfalls kompaktere und leistungsfähigere elektrische Antriebe das Rennen machen – und dabei ohne das aufwändige Handling mit Hydraulikflüssigkeiten auskommen?

Mette: Gerade in mobilen Anwendungen, wo kompakte Bauweise und geringes Gewicht zählen, kann die Hydraulik ihre Vorteile der hohen Leistungsdichte optimal ausspielen. Elektroantriebe sind hier noch kein direkter Wettbewerb – das bestätigen unsere Kunden, die Maschinenhersteller, regelmäßig. Natürlich gibt es Demonstratoren und Prototypen von mobilen Arbeitsmaschinen, die vollelektrisch arbeiten. In Nischenanwendungen mag das Sinn bringen, zumal sich der elektrische Primärantrieb in den unteren Leistungsklassen etablieren wird. Aber auf breiter Ebene sehen wir noch keine Ebenbürtigkeit der Antriebskonzepte.

Aus unserer Sicht handelt es sich hinsichtlich mobiler Arbeitsmaschinen zudem um einen wachsenden Markt – nicht zuletzt mit Blick auf die eingangs erwähnten möglichst flexibel einsetzbaren ‚Universalmaschinen‘. Das lässt sich nur mit flexiblen Verbindungen für die Anbaugeräte realisieren – der Kupplungstechnik kommt hier also eine hohe Bedeutung zu, zumal die Anforderungen an die Reinheit des Hydraulikmediums steigen. Hier ist einerseits Filtrationstechnik gefragt, andererseits aber erneut die Lösungen unseres Geschäftsbereichs Diagtronics.

Partikelzähler und -monitore von Stauff für den mobilen oder stationären Einsatz ermöglichen die präzise Bestimmung der Reinheitsklassen von Hydraulikflüssigkeiten gemäß internationaler Normen, denn die Verschmutzungsanalyse ist ein entscheidendes Element in jedem Ölmanagement-Programm. Eine frühzeitige Erkennung der Systemverschmutzung vermeidet teure Reparaturen und Ausfälle – Predictive Maintenance ist damit also ein entscheidender Baustein, die Verfügbarkeit der mobilen Maschinen sicherzustellen. (eve/co)

Weitere Details zu den Schnellverschlusskupplungen von Stauff


Kontakt:
Walter Stauffenberg GmbH & Co. KG
Im Ehrenfeld 4
58791 Werdohl
Tel.: +49 (0) 23 92 / 916 0
E-Mail: sales@stauff.com
Website: www.stauff.com


Boris Mette, Leiter Marketingkommunikation, Stauff Deutschland
Bild: Stauff

„Die kontinuierliche Erfassung von Messgrößen wie Druck, Temperatur und Ölqualität kann die Lebensdauer von Hydrauliksystemen deutlich steigern und ungeplante Ausfälle vermeiden.“


Bild: Stauff

Kurzcheck

Die Serie FF der Schnellverschlusskupplungen im Überblick:

Die Flat-Face-Schnellverschlusskupplungen der Serie FF lösen nach und nach die Vorgängerserie FH ab. Beide Baureihen sind aber miteinander austausch- und mischbar. Die Schnellverschlusskupplungen eignen sich für widrige Umgebungsbedingungen und sind jetzt in der FF-Ausführung in sieben Nennweiten zwischen NW 6,3 und 38 verfügbar. Die Serie FF bietet folgende Verbesserungen:

  • Strömungstechnisch optimiert: Höherer Durchfluss bei gleicher Baugröße, damit steht Anbaugeräten mehr hydraulische Leistung zur Verfügung.
  • Höhere Sicherheiten: Die maximalen Betriebsdrücke sind höher als von der Norm verlangt.
  • Verbesserte Dichtung: Weniger anfällig gegenüber Kratzern.
  • Zusätzliche Sicherheit durch Verriegelung: 90°-Drehung verhindert unbeabsichtigtes Lösen der Kupplung.

Anzeige
Emerson: Pneumatik 4.0

Smartenance

Pneumatik 4.0 bei Emerson im Überblick

Video

Erinnern Sie sich noch an Messen in den Zeiten vor dem Auftauchen des Coronavirus? Hier ein Rückblick auf die letzte SPS in Nürnberg...

Aktuelle Ausgabe
Titelbild KEM Konstruktion Entwicklung Management 9
Ausgabe
9.2020
LESEN
ABO
Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Kalender

Kalender

Aktuelle Termine für Konstrukteure

Webinare & Webcasts
Webinare

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper
Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Top-Thema Spannvorrichtungen

Spannvorrichtungen

Alles über Spannvorrichtungen und welches Einsparungspotenzial sie bieten

Top-Thema Schaltschränke

Alle Infos über den Schaltschrankbau mit seinen Komponenten, Geräten und deren Verdrahtung

Top-Thema: Digitalisierung

Smartenance

Die Digitalstrategie von Festo im Überblick

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de