Handlingsysteme

SMC bietet kundenspezifische Handlingsysteme

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Mit seinem Handling-Portalbaukasten aus elektrischen Antrieben und standardisierten Verbindungselementen adressiert die SMC Deutschland GmbH kundenspezifische Applikationen mit schnellen Produktionswechseln und höchster Produktivität. Welche Merkmale aus Konstruktionssicht mitbedacht sind, um Handlingsysteme leicht projektieren zu können, erläutern Michael Ehinger, Produktmanager Handlingportale, und Oliver Prang, Expert Digital Business Development, bei SMC Deutschland.

Interview: Nico Schröder, Korrespondent KEM Konstruktion, Augsburg

KEM Konstruktion: Eine aktuelle SMC-Entwicklung sind elektrische Handlingportale. Was sind die Besonderheiten?

Michael Ehinger: Unsere Handlingportale decken Anforderungen an Linien-, Flächen- und Raumportale ab – vom elektrischen Antrieb über die Steuerung bis hin zum Greifer beziehungsweise Vakuumsauger. Auch ist eine Kombination aus elektrischen und pneumatischen Antrieben bei diesem Konzept möglich. Neu sind die nun standardisierten Verbindungselemente, die eine Vielzahl von Kombinationen der Antriebe ohne Konstruktions- oder Berechnungsaufwand erlauben. Die Portale bestehen im Schwerpunkt aus elektrischen Antrieben und standardisierten Verbindungselementen. SMC kommt zwar stark aus dem Bereich Pneumatik, doch die elektrischen Antriebe und Komponenten gewinnen an Bedeutung.

KEM Konstruktion: Von welchen Stärken und Alleinstellungsmerkmalen profitieren die Anwender?

Ehinger: Die Basis der Handlingportale bilden die elektrischen Antriebe der Serie LE, die wir bereits vor einigen Jahren erfolgreich in den Markt gebracht haben und die in großer Variantenvielfalt verfügbar sind. Unsere Kunden schätzen hier insbesondere die bewährte Mechanik, die aus den pneumatischen Produkten übernommen werden konnte, in Kombination mit einem geringen Gewicht und den kompakten Abmessungen. Standardisierte Verbindungselemente ermöglichen eine einfache Montage. Wir bieten passende Kits an, um unsere Antriebe miteinander zu verbinden. Das heißt, der Kunde bekommt mit einer Bestellnummer alle Verbindungselemente inklusive Schrauben, Stiften, Halterungen für Energieketten plus Montageanleitung – so lassen sich Montage und Logistik minimieren. Ziel der Entwicklungen war ein flexibler und wirklich auf die Kundenapplikation ausgerichteter Handlingportal-Baukasten.

Für alle gängigen SPS-Kommunikationsprotokolle bieten wir passende Controller. Die Controller für unsere elektrischen Antriebe, die seit diesem Jahr IO-Link-fähig sind, sehen wir als Alleinstellungsmerkmal. Die Controller verfügen über wichtige Vorteile der IO-Link-Technologie wie Condition-Monitoring-Informationen und einem einfachen sowie sicheren Austausch im Servicefall.

Zudem ist für uns die Kundennähe ein wichtiger Faktor. Wir bieten direkte fachliche Beratung und Unterstützung durch Applikationsingenieure auch für kundenspezifische Lösungen an, die über den Baukasten hinaus gehen. Im German Technology Center von SMC befassen sich über 90 Mitarbeiter ausschließlich mit technischen Anforderungen und der Weiterentwicklung von Produkten.

KEM Konstruktion: Wie sieht dann die Inbetriebnahme beim Kunden aus, insbesondere mit Blick auf die Steuerungsseite?

Ehinger: Wir liefern vorkonfektionierte Motorcontroller, in denen die technischen Daten und Rahmenparameter für jede Achse bereits hinterlegt sind, sodass eine leichte Inbetriebnahme sichergestellt ist. Wir können mit einem Controller bis zu vier Achsen mit allen gängigen Kommunikationsprotokollen synchron steuern.

KEM Konstruktion: Können Sie beispielhaft Anwendungen nennen, die der Portalbaukasten abdeckt?

Ehinger: Die Anwendungen sind absolut vielfältig. Wir haben Kunden aus nahezu allen Industriebereichen: Pick-and-Place, Montageautomation, Palettier-Bereich, Prüfeinrichtungen oder Laborautomation mit Dosier- und Sortieraufgaben, um nur einige zu nennen. Eine anschauliche Applikation ist das Handling von Reagenzgläschen mit verschiedenen Proben, die unterschiedlich sortiert werden.

KEM Konstruktion: Wie individuell können Applikationsingenieure die Portallösung nutzen?

Ehinger: Applikationsingenieure haben eine Auswahl an verschiedenen Antriebssystemen. Nehmen wir beispielhaft die elektrischen Antriebe: Wir nutzen für Schubanwendungen spezielle Antriebe. Besonders geeignet ist die Serie LEYG, die mit zusätzlichen Führungsstangen ausgelegt ist. Das heißt, bei einer Schubanwendung mit Querkräften werden diese über die Führungsstangen abgefangen, sodass der Antrieb unbeschädigt bleibt.

Dann haben wir unsere Schlittenantriebe in den Serien LEFS und LEFB, eben mit Kugelumlaufspindel. Diese setzen wir ein, wenn es darum geht, hohe Nutzlasten mit einer hohen Genauigkeit zu bewegen. Wahlweise bieten wir auch den Riemenantrieb, wenn es in der Applikation eher um hohe Geschwindigkeiten und lange Hübe geht.

KEM Konstruktion: Wie entwickeln Sie die Handlingsysteme aktuell weiter?

Ehinger: Wir arbeiten weiter an der Kompaktheit und an einem wirtschaftlichen Verhältnis zwischen nutzbarem Arbeitsraum des Handlings und dem Bauraum des zu montierenden Systems. Mit unseren kleinen und kompakten Greifern definieren wir heute schon bis zu 85 % der Gesamtfläche des Handlings als Arbeitsraum.

KEM Konstruktion: Herr Prang, worum kümmern Sie sich im Digital Business Development aktuell?

Oliver Prang: Es geht darum, SMC weiter auf eine digitale Zukunft auszurichten. Zum einen heißt das für den Backoffice-Bereich, entsprechende Digitalisierungssoftware zu nutzen, um Kunden einen Mehrwert ihrer Daten zu bieten. Zum anderen schauen wir, welche Bedürfnisse der Maschinenbauer oder Endanwender in Zukunft hat. Unser Schwerpunkt liegt darin, zu klären, was das Produkt in der Gesamtmaschine, in der kompletten Konstellation bieten wird: Welche Zusatzprodukte oder Services sollten wir in Zukunft anbieten? Sodass es eben für den Maschinenbauer, für den Inbetriebnehmer und auch für die Beteiligten innerhalb der Produktion einfacher wird.

KEM Konstruktion: Welche Rolle spielt der Standort Deutschland in einer globalen Digitalisierungsstrategie des japanischen Mutterkonzerns?

Prang: Viele der Digitalisierungsthemen werden in Europa und gerade auch in Deutschland geboren. Das heißt, wir kümmern uns darum, Strategien umzusetzen, mit deren Hilfe sich SMC in den nächsten Jahren weltweit entwickeln kann. Der Standort Deutschland ist Teil des weltweiten Konzerns. Daher arbeiten wir im Verbund mit den Entwicklungsingenieuren aus Japan.

KEM Konstruktion: Der strategische Kerngedanke dabei?

Prang: Wir müssen dahin kommen, dem Kunden digitale Daten auf Knopfdruck bereitzustellen, seien es CAD-Daten, seien es E-Plan-Integrationsdaten – alles, was er zur schnellen Konstruktion und Inbetriebnahme der Anlage braucht. Diese Daten sollten so aufbereitet sein, dass sie Maschinenanwender oder Instandhalter direkt nutzen können.

KEM Konstruktion: Damit verbunden ist oftmals die Frage nach neuen Geschäftsmodellen.

Prang: Wir sind Hardwarehersteller. Das ist das Kerngeschäftsmodell. Zukünftig könnte es aber sein, dass wir auch Software beziehungsweise Softwarebausteine anbieten müssen, um spezielle Services als Add-Ons im Bereich Industrie 4.0 zu betreiben, sodass Maschinenbauer auf noch mehr Informationen aus der Feldebene zugreifen können.

KEM Konstruktion: Vor etwa einem Jahr haben Sie aus dem Projekt „Smartfactory 4×4“ heraus ein Industrie-4.0-Handlingsystem präsentiert. In welcher Denkweise haben Sie an dem Handlingsystem entwickelt?

Prang: Die Idee ist aus der Erkenntnis heraus entstanden, dass ein Unternehmen im Bereich der Digitalisierung nicht alles alleine machen kann. Wir haben daher mit drei Partnern zusammen gearbeitet, die Know-how aus weiteren Technologie-Feldern einbringen konnten: mit Beck IPC jemanden, der einen Industrie-PC programmieren und zum Laufen bringen kann, mit Belden/Hirschmann jemanden, der die Daten dann von A nach B – also aus dem lokalen Bereich in die Cloudanwendung – bringt, und mit NXTGN letztlich ein weiterer Partner, der diese Daten visualisieren kann.

KEM Konstruktion: Als hehres Ziel haben Sie „Zero Downtime“ formuliert. Wie kann das funktionieren?

Prang: Zero Downtime ist für eine Produktionsmaschine immer der Wunsch. Das erreichen wir, indem zum Beispiel Daten digital zur Verfügung stehen, die Aufschluss über Verfahrwege und die Anzahl der Kilometer, die der Antrieb fährt, geben. Damit lassen sich Fragen zu Predictive Maintenance beantworten – beispielsweise, wann es soweit ist, dass der Antrieb gewartet werden muss, bevor ich als Anwender in eine Crashphase komme. Zero Downtime ist wichtig für den Endanwender. Für den Maschinenbauer ist es nicht das primäre Thema, aber für ihn ist es auch wichtig zu wissen, welche Wege ein Portal überhaupt fährt, um die Produktionsanlage zu optimieren. Optimieren heißt wiederum, die Zykluszeit zu reduzieren und eine höhere Produktivität zu erreichen. Die Effizienz der Anlage steigert sich dadurch insgesamt.

Details zu den Handlingportalen von SMC:
hier.pro/kQzYX

Kontakt:
SMC Deutschland GmbH
Boschring 13–15
63329 Egelsbach
Tel.: +496103/402–0
Fax +496103/402–139
info@smc.de
www.smc.de
Geschäftsführer: Ralf Laber


Michael Ehinger, Produktmanager Handlingportale, SMC Deutschland
Bild: SMC

„Für SMC sind die Portale der logische nächste Schritt, als Lösungsanbieter die Integration des Produktportfolios zu standardisieren und zu vereinfachen.“


Oliver Prang, Expert Digital Business Development, SMC Deutschland
Bild: SMC

„Wir müssen dahin kommen, Kunden digitale Daten auf Knopfdruck bereitzustellen – alles, was er zur schnellen Konstruktion und Inbetriebnahme der Anlage braucht.“

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