Flexible Fertigung: pneumatische Linearmodule, Kompaktschlitten, elektrische Achsen

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Wenn es ein global tätiges Unternehmen gibt, dem man in Sachen Automatisierung so gut wie gar nichts vormachen kann, dann ist es die Siemens AG. Besonders gilt dies im Bereich Industrieautomatisierung, denn hier ist der Konzern weltweit beispielsweise mit Schaltgeräten sowie mit Steuerungen für die unterschiedlichsten Anwendungen präsent.

Der Beitrag stammt von der Afag AG, CH-Huttwil

Auch in den eigenen Produk- tionswerken und hier sowohl das Werkstückhandling und den Materialfluss als auch die Baugruppen- oder Endmontage sowie integrierte Prüffunktionen betreffend, tritt ein hoher Automatisierungsgrad zutage. Des Weiteren setzt Siemens hier bevorzugt eigene Automatisierungs-Komponenten ein und realisiert mit eigenen Abteilungen sowie unter Zuhilfenahme externer Partner die Konstruktion, Herstellung und den Service von Produktionseinrichtungen. So auch im Siemens-Werk am Hochtechnologie-Standort Amberg, das zum Industry Sector gehört und mit der Division Industrie Automation eine global führende Position einnimmt. Das Werk Amberg stellt unter anderem hoch effiziente Hightech-Lösungen her, wie zum Beispiel die Produktlinie „Sirius“ zum Schalten und Schützen von elektrischen Geräten wie Motoren. Der Erfolg der Sirius-Produkte verlangte nach einem zeitnahen Aufbau entsprechender Produktions-, Montage- und Prüf-Kapazitäten, um die Märkte umfassend und schnell bedienen zu können. Dabei wird eine auftragsgesteuerte Produktion praktiziert, um die Kundenwünsche zeitnah erfüllen zu können.
Die Aufgabe: variantenflexible Montage- und Prüfsysteme
Folgerichtig erhielt die Abteilung Manufacturing Equipment (ME) den Auftrag, unter anderem eine auftragsflexibel nutzbare Hochleistungs-Montage- und Prüfanlage zur bedarfsgerechten Produktion von Baugruppen zu konstruieren und zu bauen, wobei die Realisierung ebenfalls im eigenen Haus erfolgen sollte. Wichtige Aspekte betrafen dabei die Berücksichtigung der enormen Produkt-/Variantenvielfalt, die Durchführung der Montage- und Prüfarbeiten in vollautomatischen Stationen, Sicherstellen des geforderten Ausstoßes und schließlich die Faktoren Energieeinsparung und Effizienz sowie Wirtschaftlichkeit. In der Abteilung ME wurde auf der Grundlage eines Siemens-Zellenkonzepts die Montageanlage geplant, wobei man für die zeitoptimierte Realisierung dann auf angepasste Basiszellen und ansonsten voll auf industrietaugliche Handling-Komponenten, wie sie am Markt verfügbar sind, setzte. Allerdings wurden hier sehr hohe Maßstäbe angelegt. Denn die Montage- und Prüfanlage wurde auf vollen 3-Schicht-Betrieb ausgerichtet, und dies ist über einen geplanten Lebenszyklus-Zeitraum der Si- rius-Produkte von mehreren Jahren sicher nicht mit allen am Markt erhältlichen Handlingmodulen zu machen. Da man schon in früheren Projekten die „Roten Module“ von Afag als äußerst langlebige, langzeitpräzise Hochleistungs-Komponenten kennen und schätzen lernte, suchte die Abteilung ME den Kontakt zu Afag und zu weiteren potenziellen Anbietern, um sowohl technische als auch kommerzielle Abklärungen vornehmen zu können. Nach Abschluss der Evaluation bekam erneut Afag den Zuschlag, vor allem wegen der hohen mechanischen Genauigkeit, der absoluten Kompatibilität und der kompakten Bauweise.
Wahlweise pneumatische/ elektrische Module
Der Projektleiter von ME führte dazu aus: „Wir haben alle Arbeitsstationen als Automatik-Stationen aufgebaut und dabei berücksichtigt, welcher Flexibilitätsgrad erforderlich ist, um die Vielfalt an Varianten beherrschen zu können, ohne dass die Stationen technisch zu komplex werden. Gleichzeitig haben wir abgeklärt, wo wir pneumatische Handling-Module und wo wir elektrische Handling-Module einsetzen, dies auch vor dem Hintergrund des Energiebedarfs. In allen aktiven Stationen sorgen Handling-Module von Afag, nämlich pneumatische Linearmodule, Kompaktschlitten, Greifer und Drehmodule sowie elektrische Handlingmodule (Spindelausleger SA und Linearmodul LME) für das Handling von Bauteilen.
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