Handling/Zuführtechnik: Zur auftragsflexiblen Variantenfertigung im 1,6 Sekunden-Takt

Kriterium: 40 Mio. Lastwechsel

Anzeige
Wenn es ein global tätiges Unternehmen gibt, dem man in Sachen Automatisierung so gut wie gar nichts vormachen kann, dann ist es die Siemens AG. Besonders gilt dies im Bereich Industrieautomatisierung, denn hier ist der Konzern weltweit z. B. mit Schaltgeräten sowie mit Steuerungen für die unterschiedlichsten Anwendungen präsent.

Dieser Beitrag stammt von der Afag Automation AG, CH-Huttwil

Aber auch anderweitig tritt ein hoher Automatisierungsgrad zutage, nämlich in den eigenen Produktionswerken und hier sowohl das Werkstückhandling und den Materialfluss als auch die Baugruppen- oder Endmontage sowie integrierte Prüffunktionen betreffend. Des Weiteren setzt Siemens hier bevorzugt eigene Automatisierungs-Komponenten ein und realisiert mit eigenen Abteilungen sowie unter Zuhilfenahme externer Partner die Konstruktion, Herstellung und den Service von Produktionseinrichtungen. So auch im Siemens-Werk am Hochtechnologie-Standort Amberg, das zum Industry Sector gehört und mit der Division Industrie Automation eine global führende Position einnimmt. Das Werk Amberg stellt u. a. hoch effiziente Hightech-Lösungen wie zum Beispiel die Produktlinie SIRIUS zum Schalten und Schützen von elektrischen Geräten wie z. B. Motoren her. Der Erfolg der SIRIUS-Produkte verlangte nach einem zeitnahen Aufbau entsprechender Produktions-, Montage- und Prüf-Kapazitäten, um die Märkte umfassend und schnell bedienen zu können. Dabei wird eine auftragsgesteuerte Produktion praktiziert, um die Kundenwünsche zeitnah erfüllen zu können.
Die Aufgabe: variantenflexible Montage- und Prüfsysteme
Folgerichtig erhielt die Abteilung Manufacturing Equipment (ME) den Auftrag, u. a. eine auftragsflexibel nutzbare Hochleistungs-Montage- und Prüfanlage zur bedarfsgerechten Produktion von Baugruppen zu konstruieren und zu bauen, wobei die Realisierung ebenfalls im eigenen Haus erfolgen sollte. Wichtige Aspekte betrafen dabei die Berücksichtigung der enormen Produkt-/Variantenvielfalt, die Durchführung der Montage- und Prüfarbeiten in vollautomatischen Stationen, Sicherstellen des geforderten Ausstoßes und schließlich die Faktoren Energieeinsparung und Effizienz sowie Wirtschaftlichkeit. In der Abteilung ME wurde auf der Grundlage eines Siemens-Zellenkonzepts die Montageanlage geplant, wobei man für die zeitoptimierte Realisierung dann auf angepasste Basiszellen und ansonsten voll auf industrietaugliche Handling-Komponenten, wie sie am Markt verfügbar sind, setzte. Allerdings wurden hier sehr hohe Maßstäbe angelegt. Denn die Montage- und Prüfanlage wurde auf vollen 3-Schicht-Betrieb ausgerichtet, und dies ist über einen geplanten Lebenszyklus-Zeitraum der SIRIUS-Produkte von mehreren Jahren sicher nicht mit allen am Markt erhältlichen Handlingmodulen zu machen. Da man schon in früheren Projekten die „Roten Module“ von Afag als äußerst langlebige, langzeitpräzise Hochleistungs-Komponenten kennen und schätzen lernte, suchte die Abteilung ME den Kontakt zu Afag und zu weiteren potenziellen Anbietern, um sowohl technische als auch kommerzielle Abklärungen vornehmen zu können. Nach Abschluss der Evaluation bekam erneut Afag den Zuschlag, vor allem wegen der hohen mechanischen Genauigkeit, der absoluten Kompatibilität, der kompakten Bauweise, der großen Vielfalt unterschiedlicher Bau- und Leistungsgrößen, und nicht zuletzt wegen der Garantie von 40 Millionen Lastwechseln pro Handling-Modul.
Standard-Handling-Modulen und anschlussfertigen Zuführtechnik-Subsystemen
Der Projektleiter von ME führte dazu aus: „Wir haben alle Arbeitsstationen als Automatik-Stationen aufgebaut und dabei berücksichtigt, welcher Flexibilitätsgrad erforderlich ist, um die Vielfalt an Varianten beherrschen zu können, ohne dass die Stationen technisch zu komplex werden. Gleichzeitig haben wir abgeklärt, wo wir pneumatische Handling-Module und wo wir elektrische Handling-Module einsetzen, dies auch vor dem Hintergrund des Energiebedarfs. In allen aktiven Stationen sorgen Handling-Module von Afag, nämlich pneumatische Linearmodule, Kompaktschlitten, Greifer und Drehmodule sowie elektrische Handlingmodule (Spindelausleger SA und Linearmodul LME) für das Handling von Bauteilen bzw. nach Montagefortschritt von Baugruppen. Außerdem sind zur Zuführung von kleinen Präzisionskomponenten auch Zuführsysteme von Afag im Einsatz, die als anschlussfertige Subsysteme bei Afag komplett aufgebaut und ausgetestet wurden und dann vom eigenen Betriebsmittel-/Sondermaschinenbau nur noch anzudocken waren. Joachim Uebler, Vertrieb und Anwendungsberatung bei Afag sagte dazu: „Gerade bei solchen komplexen Anlagen treten die Vorteile des durchgängigen Afag-Baukastens noch deutlicher zutage. In dieser Anlage sind über 30 verschiedene pneumatische und elektrische Handling-Module verbaut, zum Teil als Pick-and-Place-Geräte für einfache Y- und Z-Bewegungsabläufe oder auch als mehrachsige Handlingsysteme für anspruchsvolle Förder-, Schwenk- und Greifaufgaben. Da die Handling-Module alle voll kompatibel und passgenau zu kombinieren sind, benötigt der Kunde nur ein System, was sich bezüglich Konstruktion, Beschaffung, Aufbau und Montage sowie Ersatzteillager sehr vorteilhaft auswirkt“.
Modul-Kompatibilität als Kunden-Vorteil
Dieser Ansicht sind auch die Kollegen der Abteilung ME. Zumal ihnen mit dem Bau und der Lieferung der kompletten Zuführsysteme durch Afag ebenfalls ein anspruchsvolles Stück Arbeit abgenommen wurde, das zudem noch nach ziemlich speziellem Knowhow verlangt. Abschließend meinte der Projektleiter: „Afag hat uns sowohl mit den Handling-Modulen als auch mit den Zuführsystemen eine zeitgerechte Realisierung der Anlage ermöglicht. Zu loben waren und sind die Beratungs-Qualität und die Unterstützung in allen Projektphasen. So haben wir anstelle von zunächst favorisierten pneumatischen Linearmodulen während des Projektverlaufs auf Afag-Kompaktschlitten der CS-Baureihe umgeschwenkt, weil diese schneller sind, was sich in bestimmten Stationen als echter Vorteil erwies. Dank der hohen mechanischen Präzision und der garantierten Kompatibilität passte alles trotzdem perfekt zusammen und wir hatten kaum zusätzlichen Aufwand“.
Kontaktadresse für Leseranfragen: sales@afag.com
Internet: www.afag.com
Anzeige

Emerson: Pneumatik 4.0

Smartenance
Pneumatik 4.0 bei Emerson im Überblick

Video aktuell

Basierend auf dem brandneuen Standard Wireless-IO-Link zeigt Timo Mauderer, Leiter Vorentwicklung bei der Zimmer Group den intelligenten Roboterflansch, der kabelgebundene mechatronische Greifer mit wireless-IO-Link verknüpft und somit eine externe Roboterverkabelung in vielen Fällen überflüssig macht.

Aktuelle Ausgabe

Titelbild KEM Konstruktion Entwicklung Management S3
Ausgabe
S3.2019
LESEN
ARCHIV
ABO

Newsletter


Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Top-Thema Spannvorrichtungen

Spannvorrichtungen
Alles über Spannvorrichtungen und welches Einsparungspotenzial sie bieten

Top-Thema Schaltschränke


Alle Infos über den Schaltschrankbau mit seinen Komponenten, Geräten und deren Verdrahtung

Kalender


Aktuelle Termine für Konstrukteure

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de