RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG, Aalen

KEM vor Ort

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(as) Das Familienunternehmen RUD steht für qualitativ hochwertige und sichere Transportmittel. Um dem Wettbewerb immer einen Schritt voraus zu sein, entstanden auf der Aalener Friedensinsel im Laufe der Jahre unzählige Patente. Die meisten im Bereich Anschlagmittel sind der Krea- tivität von Reinhard Smetz entsprungen. KEM befragte den „alten Hasen“ dazu und erfuhr zudem, dass noch immer Konstrukteure bei der Konzipierung der Aufhängungen geltende Vorschriften verletzen.

KEM: Welches Portfolio bieten Sie für welche Branchen?

Smetz: Wir haben unser Portfolio in acht Bereiche eingeteilt, drei davon betreffen den Konstrukteur: die montierbaren Anschlagmittel, Fördersysteme und Hebezeugketten. Die Fördersysteme werden auf Basis der Rundstahlkette als Zugmittel in der Stück- und Schüttgutindustrie sowie im Bergbau eingesetzt. Das Know-how hier ist eine Kombination zwischen Werkstoffauswahl, Härtung und Formgebung. Bei den Hebezeugketten sind wir Erstausrüster bei allen führenden motorisch angetriebenen Hebezeugmarken. Hierfür liefern wir hochverschleißfeste Rundstahlketten. Zudem bieten wir Systemlösungen für Antriebstechnik und fertigen die dazugehörigen Komponenten. Künftig werden diese Produkte im Baukastensystem angeboten. Größter Umsatzträger sind die Anschlagmittel. Überall wo Lasten gehoben, gedreht, gewendet und verzurrt werden müssen, sorgen wir für Sicherheit.
KEM: Kette und Anschlagmittel an sich sind ja recht überschaubare Bauteile. Welches Know-how verbirgt sich dahinter?
Smetz: Unsere Produkte zeichnen sich aus durch hohe Standzeiten, Qualität und Sicherheit. Wir haben am Tag über eine Million Schweißungen, deren Funktion es sicher zu stellen gilt. Dazu haben wir während der ganzen Prozesskette sämtliche Arbeitsschritte soweit optimiert, dass eventuell auftretende Fehler sofort entdeckt werden oder gar nicht erst entstehen. Etwa zwanzig ausgebildete Prüftechniker führen zusätzlich zu den Werkern Kontrollen im Hinblick auf die Schweißparameter aus. Zudem wird jede Kette am Schluss noch mal nach Aufbringen des Oberflächenschutzes auf die Bruchkraft getestet. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Wir fertigen die kleinste Hebezeugketten der Welt mit 3 mal 9 Millimeter und die Größte mit 32 mal 90 Millimeter. Unsere Kernkompetenzen sind Biegen, Schweißen, Wärmebehandlungen, Veredeln, Oberflächentechnik und Bearbeitung. Als schwäbische Firma können wir nur mit Patenten überleben, denn unsere Bauteile werden immer wieder nachgebaut. Deswegen müssen wir immer einen Schritt voraus sein und bis unsere Patente auslaufen, etwas noch Besseres entwickelt haben.
KEM: Wie genau nehmen es die Konstrukteure mit den Vorschriften für sachgemäß eingesetzte Aufhängungen für ihre Konstruktion?
Smetz: Noch heute arbeiten viele Konstrukteure mit der total veralteten Ringschraube DIN 580 und zwar in allen Branchen, überall auf der Welt. Oft liegt das an Unwissenheit. Bei der Konstruk- tion von Maschinen wird auf viele andere Dinge geachtet, nicht aber auf die Aufhängungen für den sicheren Transport während der Herstellung und der Montage. Bereits vor dreißig Jahren haben wir die ersten Patente hinterlegt, die einen Schutz für eine schraubbare und schweißbare Variante für Sicherheitsösen forderte. Die Auslöser waren oft auch tödliche Unfälle im Bergbau, die durch gebrochene DIN 580-Ringschrauben oder unzulänglich ausgelegte ‚selfmade Anschweißbleche‘ sowie Drahtkonstruktionen verursacht wurden. Die Bergbau-Berufsgenossenschaft verbot damals sämtliche DIN-580-Ringschrauben im Untertageeinsatz und forderte für alle künftigen Varianten mindestens die vierfache Sicherheit gegenüber Bruch in der negativsten Zugrichtung. Bis heute sind die Varianten unserer RBS-Ringböcke viele 100 000 Mal eingesetzt worden. Mittlerweile gibt es um die 300 verschiedenen Anschlagpunkte. Bei den Konstrukteuren spricht es sich langsam herum, dass durch deren Einsatz die Handlingkosten der Produktentstehung erheblich reduziert werden und die Ersparnis von Unfallfolgekosten den höheren Preis ausgleichen.
KEM: Was ist der Unterschied zwischen der Ringschraube und dem Anschlagpunkt?
Smetz: Die modernen Anschlagpunkte unterscheiden sich von der Ringschraube durch die Formgebung. Durch die völlig andere Krafteinleitung in die Schraube ist der Anschlagpunkt viel belastungsfähiger und dadurch sicherer. Die europäische Maschinenrichtlinie schreibt vor, dass jeder zu hebende Gegenstand der über 20 Kilogramm wiegt, entweder eine Anschlagöse, einen Anschlagpunkt oder eine Vorrichtung erfordert, wo sich ein Element einschrauben lässt. Mit unserer achteckigen „Rud-Star-Point“-Ringschraube lässt sich die Richtung im fest angeschraubten Zustand um 360 Grad verstellen. Sie ist allseitig belastbar und vierfach sicher ausgelegt. Der „Power-Point-Star“ ist ein universaler Anschlagpunkt, ebenfalls 360 Grad drehbar, allseitig belastbar und unter 90 Grad zur Einschraubrichtung unter Volllast drehbar. Die doppelte Kugellagerung sorgt für ruckfreies Kippen, Drehen und Wenden. Er eignet sich für alle Anschlagmittel wie Kette, Öse, Haken, Schlinge.
KEM: Warum haben Sie Pink als Farbe für Ihre Produkte gewählt?
Smetz: Vor fünfzehn Jahren haben wir eine VIP-Kette der Güteklasse 100 auf den Markt gebracht. (Güteklasse = Mindestbruchkraft pro mm²). Standard weltweit ist 80. Durch eine bessere Wärmebehandlung konnten wir einen Baukasten mit 30 Prozent mehr Tragfähigkeit fertigen. Um dies auch äußerlich kenntlich zu machen, entschieden wir uns bei der Auswahl für die Farbe „Pink“. Die patentierte Pinkpulverbeschichtung dient als Farbindikator bei Überhitzung und signalisiert nebenbei die bewährte RUD-Qualität. Unsere neueste Innovation ist die ICE 120-Technologie. Sie ermöglichte erstmals eine Kettendickenreduzierung gegenüber der Güteklasse 8 bei einem Tieftemperatureinsatz von bis zu minus 60 Grad Celicius. Farbe: „Purpur“ (Magenta).
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