Kühlschmierstoff-Empfehlungen nach dem aktuellen Stand der Technik Auf die Experten hören! - KEM

Kühlschmierstoff-Empfehlungen nach dem aktuellen Stand der Technik

Auf die Experten hören!

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Um eine wirtschaftliche und störungsfreie Produktion zu sichern, empfehlen Werkzeugmaschinenhersteller häufig konkrete Schmierstoffe für den Einsatz in ihren Anlagen. Diese Empfehlungen entsprechen jedoch oft nicht mehr dem Stand der Technik. Gerade bei den Kühlschmierstoffen verbessern neue Formeln oder noch wirksamere Additive die Gesamtleistung von Maschine, Werkzeug und Schmierstoff oder erfüllen neuere Forderungen an Human- und Umweltverträglichkeit. Schmierstoff-Experten fordern daher eine Empfehlung oder Freigabe der Schmierstoffe auf der Grundlage der VDI-Richtlinie 3035.

Werkzeugmaschinen (WZM) und Produktionsanlagen können nur dann wirtschaftlich und störungsfrei für die Herstellung neuer Komponenten eingesetzt werden, wenn auch die Kühlschmierstoffe (KSS) optimal auf die Anforderungen von Maschine und Werkzeug eingestellt sind. Das Werkstück mit seinem zu bearbeitenden Material steht im Zentrum der komplexen Betrachtungsweise des Bearbeitungsprozesses. Hersteller von WZM empfehlen vorrangig im Bereich der wassermischbaren KSS bewährte Produkte für den Einsatz auf ihren Anlagen. Bei nichtwassermischbaren KSS erteilen sie zum Teil auch Freigaben. Vorhandene Spezifikationen binden den Anwender nicht an einen bestimmten KSS-Typ eines namentlich genannten Produzenten. Damit unterstreichen die Werkzeugmaschinenhersteller ihre Kundenorientierung. Denn mit der Empfehlung oder Freigabe belassen sie dem Anwender die Wahlfreiheit, aus einer ganzen Palette die geeigneten Kühlschmierstoffe auszuwählen, die optimal auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sind.

„Das können Kühlschmierstoffe seines bewährten Lieferanten sein oder aber Fluide, die über einen substanziellen Mehrwert verfügen, beispielsweise ein qualifiziertes Fluid Management“, erläutert Stephan Klaue, Produktmanager Zerspanung beim Mönchengladbacher Schmierstoffspezialisten Rhenus Lub. Nach seiner Einschätzung können die Freigaben und Empfehlungen der Werkzeugmaschinenhersteller, die auf Erfahrungen des Einsatzes basieren, den Anwender in seiner Entscheidung einengen, wenn der neueste Stand der Technik nicht berücksichtigt wird.
VDI-Richtlinie 3035 als Alternative
Führende Schmierstoff-Experten wie Rhenus Lub plädieren daher für eine Alternative zum gängigen Freigabeverfahren durch die Maschinenproduzenten: Die Empfehlung und Freigabe von Schmierstoffen auf der Grundlage der VDI-Richtlinie 3035. Diese Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure „Gestaltung von WZM, Fertigungsanlagen und peripheren Einrichtungen für den Einsatz von Kühlschmierstoffen“ regelt, dass alle Werk- und Hilfsstoffe, die in einer Anlage eingesetzt werden, so beschaffen sind, dass ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften durch den Einsatz von Kühlschmierstoffen und möglichen Zusatzmitteln nicht beeinträchtigt werden.
„Es ist nicht zwingend erforderlich, dass in dieser Richtlinie ein bestimmter Kühlschmierstoff namentlich aufgeführt ist“, fordert Stephan Klaue. Es reiche aus, dass auf die in dem VDI-Regelwerk beschriebenen Eigenschaften der Fluide verwiesen wird. Selbstverständlich müssen die Schmierstoffspezialisten dann gegenüber dem Anwender die Leistungsfähigkeit des ausgewählten Kühlschmierstoffes begründen beziehungsweise nachweisen.
Die Richtlinien des VDI sind richtungweisende Arbeitsunterlagen für den Alltag, die der Industrie mit ihren Beurteilungs- und Bewertungskriterien fundierte Entscheidungshilfen geben und einen Maßstab für einwandfreies technisches Vorgehen bilden. Experten aus Industrie und Wissenschaft erstellen die Regelwerke in ehrenamtlicher Arbeit gemeinsam mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der jeweiligen VDI-Fachgesellschaften.
Unterstützung von Schmierstoff-Experten
Aufgrund der langen Lieferzeiten von Maschinen und Anlagen von durchschnittlich mehr als zwölf Monaten plädieren Schmierstoff-Spezialisten für eine frühzeitige Zusammenarbeit von Kühlschmierstoff-Lieferanten, Kunden und WZM-Herstellern. Denn die Schmierstoffe sollten wegen ihrer Bedeutung für den gesamten Bearbeitungsprozess und für die Qualität der Bearbeitung wie Werkzeuge eingestuft werden. „Rhenus Lub bietet deshalb den Herstellern von WZM Unterstützung bei der Planung von KSS-Anlagen und stellt Anwendern das Know-how seiner Fachleute zur Verfügung, um gemeinsam für den Kunden optimale Lösungen zu entwickeln“, schildert Stephan Klaue.
Auch eine prozessbezogene Freigabe des Schmierstoffs kann notwendig sein, beispielsweise beim Einsatz von Schleif- und Schneidölen. Denn hier muss der Werkzeugmaschinenlieferant selbst einen Leistungsnachweis im Rahmen der technologischen Anforderungen erbringen. Immer häufiger wird dieser Leistungsnachweis dann an einen bestimmten Kühlschmierstoff gebunden (Garantiezeit). Auch hier kann sich die Wahl des richtigen Schmierstoff-Partners als entscheidend erweisen. So hat Rhenus Lub beispielsweise von verschiedenen Herstellern Freigaben erhalten, die sich bei einer vergleichbaren Bearbeitung auf andere Anbieter übertragen lassen.
Wechselseitige Einflüsse
Der Maschinenlieferant sollte frühzeitig darüber informiert werden, dass das Produkt eines bestimmten Schmierstoffherstellers eingesetzt werden soll. Denn dann können die Schmierstoffexperten über den Projektpartner des Kunden beim Maschinenbau eine konkrete Freigabe des gewünschten Kühlschmierstoffs beantragen. Dies ist notwendig, weil der KSS bei oft extremen und wechselnden Betriebsbedingungen über einen langen Zeitraum auf die Maschine einwirkt. Zahlreiche Werk- und Hilfsstoffe treten bei dem Betrieb einer WZM mit dem Schmierstoff in Kontakt. Betroffen sind zahlreiche Bauteile und Komponenten wie Abdichtungen, Rohrleitungen, Gleitbahn- und Wälzlagerwerkstoffe, Gleit- und Wälzlagerschmierstoffe, Gleitbahn-Schmutz- abstreifer, Maschinenanstriche und Grundierungen, metallische Werkstoffe sowie elektrische, mechanische, hydraulische und pneumatische Bauelemente (alle genannten Faktoren werden in der VDI-Richtlinie 3035 behandelt).
International operierende System- anbieter wie Rhenus Lub bieten für nahezu jeden Bearbeitungsprozess eine breite Palette umwelt- und anwenderfreundlicher Kühlschmierstoffe an, die den aktuellen Forderungen von Umweltschutz, Arbeitssicherheit und moderner Technik und damit der VDI-Richtlinie 3035 entsprechen.
Kühlschmierstoffe KEM 473
Werkzeugmaschinen KEM 474
VDI-Richtlinie 3035 KEM 475
KSS-Empfehlung KEM 476
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