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Igus-Gleitlager in Kantenbearbeitungsanlagen von Burkhardt-Hensel

Kunststoff hilft bei der Steinbearbeitung
Igus-Gleitlager in Kantenbearbeitungsanlagen von Burkhardt-Hensel

Dass Kunststoff der ideale Gleitlagerwerkstoff für die Steinbearbeitung ist, liegt nicht unmittelbar auf der Hand. Bei den Kantenbearbeitungsmaschinen von Burkhardt-Hensel werden die Vorteile aber unmittelbar deutlich. Hier kommen Gleitlager von Igus an hochbeanspruchten Schleifwerkzeugen, Schwenkvorrichtungen und Anschlägen zum Einsatz. Unter den ungünstigen Bedingungen bewähren sich die Lager aus Hochleistungskunststoff mit inkorporiertem Schmierstoff bestens.

Michael Hornung, Produktmanager Drylin Linear- und Antriebstechnik , Igus GmbH, Köln

Inhaltsverzeichnis

1. Teil des Konstruktionsbaukastens: Polymergleitlager
2. Gezielte Schmierung
3. Auch für Präzisionsanwendungen im Arbeitsraum
4. Energieketten mit konfektionierten Leitungen
5. Nicht nur für Naturstein

 

Stein ist „in“: Die Hersteller von Küchenarbeitsplatten, Fensterbänken und Bodenbelägen profitieren vom Trend zu natürlichen und wertigen Werkstoffen. Und häufig verwenden sie Anlagen der Burkhardt-Hensel Steinbearbeitungsmaschinen GmbH in Bayreuth, um den Produkten im wahrsten Sinne des Wortes den letzten Schliff zu geben. Denn das Unternehmen, das zur Dr.-Baumann-Gruppe gehört, entwickelt und fertigt Maschinen und Anlagen, die Stein sägen und bearbeiten – und die weltweit gefragt sind.

Zum Programm gehören die Kantenschleifmaschinen der Serie KSA, die je nach zu bearbeitendem Werkstück beachtliche Abmessungen erreichen können. Nachdem die Platte z. B. aus Granit, Marmor oder auch Compositematerial auf einem Arbeitstisch aufgespannt ist, führt ein mehrere Meter langer Werkzeugschlitten die vollautomatische Bearbeitung durch. Die unterschiedlichen Werkzeuge bringen die Stirnflächen und Fasen während einer einzigen Bewegung des Schlittens auf der y-Achse in die gewünschte Form und übernehmen auch das Polieren. Dabei sind jeweils bis zu acht Arbeitsstationen mit Werkzeugen für das Stirnflächen- und das Fasenschleifen im Einsatz.

Die Anlagen werden immer individuell projektiert, wobei sich die Konstrukteure aus einem Baukasten bedienen. Thomas Straßner, Gebietsverkaufsleiter von Burkhardt-Hensel: „Es kommt ganz selten vor, dass wir zwei identische Maschinen fertigen. Zum Beispiel richten wir uns bei der Arbeitslänge immer nach den Wünschen des Anwenders, und oft müssen wir auch die baulichen Gegebenheiten berücksichtigen.“

Teil des Konstruktionsbaukastens: Polymergleitlager

Zum Konstruktionsbaukasten der KSA-Serie gehören auch Kunststoff-Gleitlager aus dem Igus-Programm. Sie kommen in unterschiedlichen Bereichen der Kantenschleifanlagen zum Einsatz – z. B. als Lagerbuchsen in den Schwenkvorrichtungen der Anschläge und in dem separaten, beweglichen Wagen für die Tischverbreiterung, der bei der Bearbeitung der Längsseiten zum Einsatz kommt.

Die Anforderungen, die hier – unmittelbar im Arbeitsbereich – an die Lager gestellt werden, lassen sich einfach auf den Punkt bringen. Straßner: „Wir kühlen Werkzeuge und Werkstück mit Wasser. Dabei entsteht hoch abrasiver Steinschlamm, der stark haftet, wenn er trocknet.“ Die Lager müssen unempfindlich gegenüber diesen wirklich unangenehmen Verschmutzungen sein. Und sie sollen mit einem Minimum an Wartung auskommen.

Gezielte Schmierung

Dass in diesem besonderen Fall nicht die Schmiermittelfreiheit erwähnt wird – die ja eigentlich eine zentrale Eigenschaft der Polymer-Gleitlager mit ihrem inkorporierten Schmierstoff ist, hat seinen Grund. Straßner: „Wegen der Kühlung mit Wasser verwenden wir Edelstahlwellen, und dabei kommt es in der Praxis hin und wieder zu Quietschgeräuschen. Das wünschen die Anwender nicht. Deshalb bringen wir Schmiernippel in die Lagergehäuse ein – das hat sich bewährt.“

Konkret setzt Burkhardt-Hensel in den Kantenbearbeitungsanlagen Drylin-R-Gehäuselager vom Typ RJUM mit Gleitelementen aus dem Alleskönner-Werkstoff Iglidur J ein. Auf der – je nach Länge des Werkzeugtisches – bis zu 5 m langen Edelstahlwelle mit 30 mm Durchmesser sind mehrere Lager montiert, die synchron pneumatisch betätigt werden. Trotz der abrasiven Verschmutzungen erledigen sie ihre Aufgabe dauerhaft zur Zufriedenheit sowohl der Konstrukteure als auch der Anwender.

Auch für Präzisionsanwendungen im Arbeitsraum

Ein anderes Gleitlager aus dem Drylin-Programm kommt in der Fasenabtastung zum Einsatz. Über die Verstellung des Abstandes zwischen Werkstück und Werkzeug wird die Tiefe der Fase bestimmt. Die Sensorik lässt sich sehr präzise über Profilführungen vom Typ Drylin W 16-60 verfahren und arretieren. Runde Doppelführungsschienen sind hier mit Drylin-Gehäuselagern kombiniert.

Das Lineargleitlager befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsraum und ist damit in hohem Maße dem abrasiven Schleifstaub ausgesetzt. Diese Lösung bewährt sich in der Praxis bestens. Markus Müller, Konstrukteur der Kantenbearbeitungsmaschine: „Zuvor haben wir die Faseneinstellung mit Kugelumlaufführungen realisiert, die aber sehr viel empfindlicher waren und häufiger ausfielen. Mit den Igus-Lagern haben wir diese Probleme nicht.“

Energieketten mit konfektionierten Leitungen

Dasselbe gilt übrigens auch für die bis zu 12 m langen Energieketten, die Energie, Signale und Wasser zum Werkzeugschlitten transportieren und ebenso stark dem Steinschlamm ausgesetzt sind wie die beschriebenen Lagerstellen. Auch hier kommen Igus-Komponenten zum Einsatz. Die Ketten vom Typ E4.1 sind mit Chainflex-Leitungen befüllt, die der Hersteller projektbezogen und vorkonfektioniert anliefert. Dabei nutzt Burkhardt-Hensel das Angebot von Igus, die Ketten in Sonderfarben zu liefern, und hat sich für Lichtgrau entschieden: Diese Farbe nehmen die Maschinen im Laufe ihres Lebens von selbst an, wenn das abrasive Steinstaub/Wasser-Gemisch antrocknet.

Nicht nur für Naturstein

Mit den Kantenbearbeitungsmaschinen wird nicht nur Naturstein bearbeitet. Straßner: „In einigen Anwendungsbereichen, z. B. bei Küchenarbeitsplatten, kommen zunehmend Quarz-Composites zum Einsatz, die sich durch eine gleichmäßigere Optik vom reinen Naturstein unterscheiden. Auch die kratzfeste Keramik ist ein Werkstoff, der sich hier etabliert. Unsere Maschinen sind für all diese Materialien geeignet, wir müssen nur die Werkzeuge anpassen.“ bec

www.igus.de
www.burkhardt-hensel.de

Detaillierte Informationen zu den schmiermittelfreien Drylin-Linearführungen:
hier.pro/XXJDH
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