Mercedes-Benz S 350 Bluetec: Hoher Anspruch, hohes Niveau S ist angerichtet – KEM
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S ist angerichtet

Mercedes-Benz S 350 Bluetec: Hoher Anspruch, hohes Niveau
S ist angerichtet

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„Das beste Auto der Welt“ soll es sein, die neue S-Klasse. Und es kommt mit hohem technischem Aufwand und üppigem Luxus diesem Ideal sehr nahe. Unter dem Motto „Das Beste oder nichts“ soll schon Gottlieb Daimler seine Automobile entwickelt haben. Als nun der aktuelle Daimler-Chef diesen Wahlspruch wieder als Marken-Claim beschwor, konnte man sich in Sachen S-Klasse auf einiges gefasst machen. Grund genug, dass die KEM-Redaktion ihren Lesern die S-Klasse aus erster Hand vorstellt.

Exklusiv in KEM Der Autor und Testwagenfahrer Jürgen Goroncy ist freier Mitarbeiter der KEM

Wer sich in den mit feinem Leder überzogenen Sitzen räkelt, schwelgt geradezu in Luxus. Wäre der Testwagen der KEM mit einem Achtzylindermotor ausgerüstet gewesen, hätte man sogar im Luxus geschwebt. Denn bei den V8-Aggregaten ist ein „fliegender Teppich“ lieferbar. Die Daimler-Techniker verknüpften Kameradaten mit adaptiven Federbeinen. Die Kamera entdeckt Unebenheiten im Fahrzeugvorfeld und bestimmt sie positionsgenau. Mit diesen Informationen werden dann Hydraulikzylinder an den Federbeinen vorausschauend so justiert, dass sie die Bodenwellen regelrecht abfangen. Aber auch mit der serienmäßigen adaptiven Luftfederung ist der Federungs- und Abrollkomfort tatsächlich eine ganze Klasse besser wie beim bisherigen Benchmark, dem 7er BMW. Die S-Klasse glitt im KEM-Test sanft und sämig über alle Hindernisse hinweg. Chapeau!
Ein weiteres Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist die Beleuchtung. Als erstes Serienautomobil kommt die S-Klasse ohne Glühlampen aus und erleuchtet Innenraum, Umfeld und Straße komplett mit Leuchtdioden.
Dieselmotor ist sparsam
Über den Motor – einen V6-Diesel mit 190 kW Leistung – gibt es eigentlich nichts zu sagen. Ähnlich wie bei einem Schiedsrichter im Fußball ist das aber als Kompliment zu verstehen. Die Ingenieure haben den Dieselmotor akustisch so gekapselt, dass er für ungeübte Ohren glatt als Ottomotor durch gehen könnte. Mit seinen stämmigen 620 Nm Drehmoment ist das Aggregat immer präsent und treibt die S-Klasse in Kombination mit der Siebengang-Wandlerautomatik mit Nachdruck, aber dennoch sehr kultiviert, an. Auf etwa 1 800 km war der Motor sehr effizient, denn ein tatsächlicher Kraftstoffverbrauch von etwa 6,7 l/100 km ist für ein 2-Tonnen-Dickschiff schon beachtlich. Allerdings war der Mercedes hauptsächlich auf Autobahn-Langstrecken unterwegs. Dafür spricht auch die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit von 75 km/h. Wer braucht da noch reinrassigen Elektro- oder einen Hybridantrieb? Den gibt es in Form eines Vierzylinder-Diesels plus einem 20-kW-Elektromotor zwar auch (S 300 Bluetec Hybrid). Aber dessen Fahrleistungen sind nicht so souverän und der Verbrauchsvorteil dürfte im Vergleich zum technischen Aufwand relativ gering ausfallen.
Doch die S-Klasse ist nicht nur gewichtig, sondern als Langversion auch geräumig. Auf 5,36 Meter Länge streckt sich das Testfahrzeug und sieht damit sehr staatstragend aus. Der sehr aufrecht stehende Kühlergrill und das wuchtige Heck erzeugen eine eindrucksvolle Präsenz. Sicken in den Seitenflanken und eine kuppelförmige Dachlinie verhindern, dass die aktuelle S-Klasse so panzerartig und massig aussieht wie der Vor-Vor-Vorgänger in den neunziger Jahren.
Vorbildliche Sitze
Ihre wahre Pracht entfaltet die S-Klasse dann im Inneren. Feinste Materialien, edles Gestühl, ein Hightech-Cockpit und jede Menge kleine Helferlein sorgen für barocke Opulenz, die fürstlichen Maße für einen großzügigen Raumeindruck. Dennoch wirkt das Interieur aufgeräumt und ruhig. Doch der Reihe nach.
Die Sitze sehen nicht nur sehr solide und bequem aus, sie sind es auch. Genügend elektrische Einstellmöglichkeiten bieten allen Passagieren eine bequeme Sitzposition – auch im Fond. Für den „Chefsessel“ rechts hinten gibt es optional einen Liegesitz, der mit tief heruntergefahrener Lehne, Fußauflage und weit vorn fixiertem Beifahrersitz für Normalgewachsene eine bequeme Ruhehaltung ermöglicht. Wird der Beifahrersitz komplett flachgelegt, ist sogar eine Schlafhaltung ähnlich der Business Class im Flugzeug möglich.
Während der Fahrt bieten die Front- und Fondsitze einzigartige Belüftungs- und Massagefunktionen. So saugen beim Start die Sitzlüfter zunächst kühlere Umgebungsluft auf die Sitzoberfläche, da so laut Daimler die Oberflächentemperatur des Sitzes rascher abgesenkt werden kann. Neu ist auch die Massagefunktion mit 14 einzeln ansteuerbaren Luftkissen inklusive Wärmefunktionalität in der Lehne. Ob die zusätzliche Ionisierung der Luft und das Versprühen einer wählbaren Duftnote im Innenraum erforderlich sind, muss jeder für sich entscheiden. Ebenso, ob er im Fond Klapptische, Bildschirme mit TV- und Internetempfang und gekühlte Getränkehalter benötigt.
Mehr als nützlich erweisen sich die beiden 12,3 Zoll großen Bildschirme in der Armaturentafel. Der eine hinter dem Lenkrad ersetzt die herkömmlichen Instrumente und präsentiert auf seinem Display alle bisherigen Rundinstrumente in animierter Form sowie die Fahrinformationen. Das zentral über dem Mitteltunnel liegende Display bietet statt Mäuse- jetzt wirklich großes Kino, sprich großformatige Navigationskarten, Fahrzeuginformationen und Ähnliches. Dass auch die Bedienelemente perfekt arrangiert sind – geschenkt. Ob der Funktionsfülle braucht es aber etwas Zeit, bis man in die hintersten Verästelungen des Bedienmenüs vordringt.
Das gilt auch für die vielen Assistenzsysteme, die für die S-Klasse angeboten werden. Auf Basis einer Stereokamera an der Frontscheibe und etlicher Radarsensoren rundum an der Karosserie unterstützt die S-Klasse den Fahrer bei der Spurhaltung, beim Bremsen, beim Spurwechseln, bei Nacht, und, und, und. Auch hier muss man sich erst an die Funktionsweisen gewöhnen und die Systeme mit ihren Möglichkeiten, aber auch technischen Grenzen, kennenlernen.
Wer sich aber mit dem Fahrzeug vertraut gemacht hat oder einen Chauffeur beschäftigt, reist in der neuen S-Klasse wirklich erste Klasse. I
Daimler, Tel.: 0711 17-0,
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