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Felsenfest noch nach Jahren am laufenden Band

Stauseeprojekt Linthal 2015
Felsenfest noch nach Jahren am laufenden Band

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Für die Maschinenkammern und Tunnel eines neuen Pumpspeicherwerks in den Schweizer Alpen mussten im Berginnern etwa 1 Mio. t Erd- und Gesteinsaushub bewegt werden. Zwei 260 m lange Gurtförderer hatten eine Steigung von 45° zu überwinden. Nord Drivesystems lieferte anwendungsspezifisch konfigurierte Industriegetriebemotoren mit robustem Blockgehäuse. Nach drei Jahren zuverlässiger Antriebsarbeit haben diese nun ihre Aufgabe in den Alpen erfüllt und sehen dem nächsten Einsatz entgegen.

Der Autor: Jörg Niermann, Bereichsleiter Marketing, Getriebebau Nord

Der Schweizer Energieversorger Axpo steht kurz davor, das anspruchsvolle Großprojekt Linthal 2015 fertigzustellen. Das größte Wasserkraftprojekt des Landes wird die Gesamtleistung des bestehenden Kraftwerks Linth-Limmern von 480 auf 1480 MW erhöhen. Als Pumpspeicherwerk wird es eine hoch flexible Kompensation von schwankenden Lasten und Versorgungslücken durch andere Energieträger wie z. B. Windkraft ermöglichen. Stromüberschüsse sollen in Niedrigverbrauchszeiten dafür genutzt werden, Wasser aus dem Stausee Limmernboden auf 1860 m ü. NHN in den rund 600 m höher gelegenen Muttsee zu pumpen. Fließt das Wasser in umgekehrter Richtung bergab, was jederzeit und bedarfsgemäß eingeleitet werden kann, so treibt es Turbinen und die damit verbundenen Generatoren an. Die elektrische Leistung wird in das Netz gespeist, während das Wasser zurück in das untere Speicherbecken fließt.
Das Projekt, das unter der Ägide der Kraftwerke Linth-Limmern AG, einem Unternehmen der Axpo Holding AG ausgeführt wird, umfasst u. a. den Bau einer neuen Staumauer, um das Speichervolumen von heute 9 auf 25 Mio. m3 zu erweitern. Unterirdisch werden eine neue Pumpstation und ein weitläufiges Tunnelsystem errichtet. Auf etwa 1700 m ü. NHN entsteht 600 m im Felsinnern die Maschinenkaverne mit rund 150 m Länge, 30 m Breite und 53 m Höhe am höchsten Punkt. Eine separate Transformatorenkaverne ist etwa 130 m lang, 20 m breit und 25 m hoch. Außerdem wurden zahlreiche Wasserstollen, parallel geführte Druckschächte und Zugangsstollen angelegt.
Hoch belastbare Förderbandantriebe
Die Ausschachtungsarbeiten unter Tage liefen drei Jahre lang im Dauerbetrieb. Pro Tag wurden etwa 800 m3 Felsen ausgetragen. Zwei S-Förderer beförderten stündlich jeweils 500 t Material über eine Strecke von 260 m mit einer extremen Steigung von 45° und etwa 180 m Höhendifferenz. Zwei rechts und links der Förderanlage aufgestellte, über eine gemeinsame Welle verbundene Nord-Industriegetriebemotoren mit 250 kW Antriebsleistung bewegten die Bänder mit 2,2 m/s. Das Abbruchmaterial wurde nach unten zu einer Brecheranlage transportiert. Dieses Förderband wurde von einem Industriegetriebemotor mit Bremsensteuerung angetrieben, der auch generatorischen Betrieb ermöglichte. Auf einem zweiten Förderband wurde das zerkleinerte Material wieder aufwärts ins Kieswerk befördert, wo es zwischengelagert bzw. zur Weiterverarbeitung als Betonkies für die Staumauern oder Beton aufbereitet wurde.
Über den gesamten Projektzeitraum transportierten diese Förderer etwa 1 Mio. t Material. Nord Drivesystems konfigurierte die Antriebspakete mit robusten Industriegetrieben, die nach dem bewährten Blockgehäuseprinzip gefertigt sind. Nord ist auf diesem Gebiet ein Technologieführer, der als wohl einziger Hersteller auch die ganz großen Getriebe mit Abtriebsdrehmomenten bis 242 000 Nm im einteiligen Gehäuse fertigt. Alle Lagerstellen und Dichtflächen werden dafür in einer einzigen Aufspannung auf modernen CNC-Maschinen hergestellt. Die Vorteile dieser Konstruktionsweise sind sehr hohe Zuverlässigkeit, hohe Toleranz für Lastspitzen und Schläge, geräuscharmer Lauf, geringer Wartungsbedarf und eine besonders lange Lebensdauer. Durch versetzte Anbringung der Wellenachsen kann Nord zudem größere Wälzlager einsetzen, die eine lange Lagerlebensdauer garantieren.
Dauerhaft zuverlässig
Komplettanbieter dieser Antriebslösung war die Getriebebau Nord AG, Schweiz, – ein Mitglied der Nord-Drivesystems-Gruppe. Kundenorientierung und -nähe sind den Antriebsspezialisten aus Arnegg bei St. Gallen besonders wichtig. Dazu Guido Eigenmann, Geschäftsführer der Getriebebau Nord AG, Schweiz: „Wir verkaufen Kundennutzen und nicht nur Produkte. Außerdem bieten wir ein umfangreiches Servicepaket. Neben der Inbetriebnahme führen wir auch zusätzlich Wartungsschulungen durch, damit die Nutzer wissen, was es zu beachten gilt. Uns ist es besonders wichtig, Komplettsysteme von hoher Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu liefern. Viele Anwender benötigen nicht nur Antriebskomponenten, sondern eine komplette Lösung mit betriebsbereiten Systemen. Wir stimmen unsere Antriebslösungen auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse ab.“ Fördertechnikbauer und Auftraggeber von Nord Drivesystems ist die Marti Technik AG, ein Tochterunternehmen der Marti Holding AG aus der Schweiz, spezialisiert auf maßgeschneiderte Transportlösungen vor allem im Umfeld des Untertagebaus.
Nach dem Abschluss der Förderarbeiten demontierte der Anlagenbauer die Nord-Industriegetriebemotoren, um sie für ihren nächsten Einsatz zu überholen. Ernst Kuster, Instandhaltungsleiter Förderbänder bei Marti Technik, berichtet: „Wir haben gemäß Betriebsanleitung einen Ölwechsel vorgenommen, aber das war auch die einzige Instandhaltungsmaßnahme über die gesamten drei Jahre. Die Nord-Getriebe haben absolut vorbildlich gearbeitet. Besonders positiv ist für mich die sehr gute Zusammenarbeit mit Nord Drivesystems. Auf unsere Wünsche wurde jederzeit eingegangen. Bemerkenswert ist auch die zügige Lieferfähigkeit. Von der Bestellung bis zur Lieferung vergingen gerade einmal etwa zehn Wochen. In Summe sind wir rundum zufrieden – sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, beste Beratung und Support.“ I

Info & Kontakt

Getriebebau Nord GmbH & Co. KG
Bargteheide
Jörg Niermann, Bereichsleiter Marketing Tel.: +49 4532 289-0
Sehen Sie ein Video zu Antriebslösungen für Servoanwendungen:
t1p.de/rk60
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