IIoT und Industrie 4.0 im Maschinen- und Anlagenbau Adamos positioniert sich als Innovationstreiber - KEM

IIoT und Industrie 4.0 im Maschinen- und Anlagenbau

Adamos positioniert sich als Innovationstreiber

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Hinter Adamos (ADAptive Manufacturing Open Solutions) steht eine strategische Allianz aus namhaften Industrie- und Software-Unternehmen für die Zukunftsthemen Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things (IIoT). Gesucht werden weitere Maschinenbauer als Partner Bild: Adamos
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Seit Anfang Oktober 2017 bündeln einige Weltmarktführer aus dem Maschinen- und Anlagenbau ihre Kräfte im Joint-Venture Adamos. Ziel ist, dass der Maschinen- und Anlagenbau bei der Digitalisierung selbst Standards setzt und die Entwicklung vorantreibt. Im Gespräch mit KEM Konstruktion beschreibt Geschäftsführer Dr. Marco Link, welche Vorteile sich durch die Neugründung ergeben und wie die Fabrik der Zukunft aussehen könnte.

Interview: Jörn Kehle, Redakteur KEM Konstruktion

KEM Konstruktion: Herr Dr. Link, was steckt hinter der Idee zu Adamos und wie wurden die Partner ausgewählt?

Dr. Marco Link: Die in Adamos vertretenen globalen Marktführer aus dem Maschinen- und Anlagenbau, allesamt mittelständisch geprägt, haben nach einem Digitalisierungspartner aus der Softwarebranche gesucht, der auf Augenhöhe handelt und sich nicht als digitaler Herausforderer des Maschinenbaus aufspielt. Dürr und DMG Mori haben deshalb die Software AG als Technologieexperten ausgewählt, um gemeinsam eine offene, herstellerneutrale Plattform für das Industrial Internet of Things (IIoT) aufzubauen. Im weiteren Gründungsprozess sind dann Zeiss und ASM PT hinzugekommen. Mit der Adamos GmbH ist somit ein Innovationstreiber für den Maschinen- und Anlagenbau entstanden, in dem alle Partner auf Augenhöhe kooperieren und sich vertrauensvoll austauschen können. Der Grundsatz lautet deshalb auch ‚Vom Maschinenbau für den Maschinenbau‘. Getreu dem Credo ‚gemeinsam erdacht und für den weltweiten Maschinenbau gemacht‘ zeigen die Partner den Gestaltungswillen und internationalen Gestaltungsanspruch beim Thema Industrie 4.0 und IIoT.

KEM Konstruktion: Was sind die konkreten Ziele von Adamos und welche Vorteile ergeben sich durch die Neugründung für den Maschinen- und Anlagenbau?

Link: Unser Ziel ist es, dass Adamos der neue IIoT-Standard im Maschinen- und Anlagenbau wird. Unser Angebot ist speziell auf die Bedürfnisse des Maschinen- und Anlagenbaus und seiner Kunden zugeschnitten. Als offene und herstellerneutrale Plattform eröffnen wir dem mittelständischen Maschinen- und Anlagenbau den Weg in die Welt der digital vernetzten Produktion und zu Smart-Services rund um die Produkte. Die Adamos GmbH wird dabei keinen direkten Endkundenzugang haben. Jeder Partner vermarktet und nutzt das Adamos-Angebot in eigener Regie über seinen digitalen Marktplatz und unter eigener Marke bei seinen Kunden. Die Adamos-Partner erhalten somit auf der einen Seite den Zugang zu führender Technologie und behalten auf der anderen Seite vor allem die Kontrolle über ihre Daten beziehungsweise die Kundendaten.

KEM Konstruktion: Adamos stellt sich einerseits als Plattform für das Industrial Internet of Things (IIoT) auf, andererseits will man mit der ‚App Factory Alliance‘ Branchen-Know-how bündeln. Soll hier auf Dauer eine Art ‚App Store‘ entstehen, in dem auch Dritte Apps anbieten können?

Link: Die Adamos App Factory ist viel mehr als ein einfacher App Store oder digitaler Marktplatz für Apps. Die App Factory bündelt das technologische Know-how der Partnerunternehmen und fungiert als eine Entwicklungsumgebung, in der gemeinsame Technologiestandards schnell und effizient weiterentwickelt und in konkrete Services überführt werden. Die Adamos App Factory ist somit eine technologische Kooperation von Maschinen- und Anlagenbauern. Gemeinsam entwickeln wir Technologien und Know-how für die Fabrik der Zukunft. Vorherrschend ist der Innovationsgedanke – Maschinenbauer lernen voneinander. Gemeinsame Entwicklungen von Apps reduzieren zudem individuelle Kosten – und in der vernetzten Welt ist Skalierbarkeit schließlich das A und O. Mittelfristig sollen auch ‚Dritte‘ die Möglichkeit erhalten, Applikationen auf Adamos anbieten zu können. Die Plattform lebt von der Offenheit, auch in diese Richtung.

KEM Konstruktion: Können Maschinen- und Anlagenbauer damit ganz allgemein bei der Digitalisierung selbst Standards setzen – und wer entscheidet, was ein Standard wird?

Link: In der digitalen Welt entscheidet allein der Nutzer über seine Nachfrage, was zum Standard wird. Und wem es gelingt, sich frühzeitig an die Spitze der Entwicklung zu stellen – will heißen wer dem Wettbewerb vorausgeht – wird seinen Standard am Markt etablieren können. Die Nachfrage bemisst sich dabei an der Anzahl der Maschinen, die auf die Adamos-Technologie zurückgreifen, dem Datenvolumen oder der Anzahl der Transaktionen, sogenannte API-Calls, die über die Adamos-Plattform abgewickelt werden.

KEM Konstruktion: Wie stark verkürzt sich durch Adamos der Aufwand, mit dem Maschinenbauer wiederum ihren Kunden erprobte Lösungen für die digitale Produktion anbieten können?

Link: Mit Adamos erhält jeder Partner Zugriff auf die am Markt erprobten und durch Technologieanalysten ausgezeichneten IoT-Lösungen der Software AG, die in der letzten Dekade mehr als eine Milliarde Euro in ihre Leading-Edge-Technologien investiert hat. Durch die Herstellerneutralität dieser offenen Technologieplattform garantieren wir nicht nur Zugriff auf marktführende Technologie, sondern ermöglichen jedem Partner umfängliche Daten- und Innovationssouveränität. Partner, die die auf Adamos basierenden IIoT-Anwendungen nutzen, werden innerhalb kürzester Zeit innovative Services erhalten und dadurch Effizienz, Transparenz, Sicherheit und Verfügbarkeit ihrer Systeme deutlich erhöhen können. In der Konsequenz entfallen die erforderlichen und massiven Investitionen in Softwaretechnologien und IT-Fachkräfte, die ein einzelnes Unternehmen nur schwer im Alleingang und in der nötigen Geschwindigkeit stemmen kann. Zusätzlich bieten wir mit unserer App Factory eine Entwicklungsumgebung an, in der wir auf Augenhöhe mit unseren Partnern daran arbeiten, die digitale Vernetzung im Sinne ihrer Kunden voranzutreiben.

KEM Konstruktion: Spannend wird es ja vor allem auf der App-Ebene, wenn herstellerspezifisches Know-how einfließt. Lassen sich diese Apps von den ‚Allgemein-Apps‘ ausreichend trennen und ein Fremdzugriff ausschließen – oder ist die Plattform dafür nicht gedacht?

Link: Jeder Adamos-Partner hat die Möglichkeit, seinen Endkunden exklusive Applikationen beziehungsweise Apps zur Verfügung zu stellen. Dies sollte aus Sicht der Endkunden sogar die Regel sein. Ermöglicht wird dies durch ein zweistufiges App-Store-Konzept, in dem Synergiebausteine (Adamos-Ebene) wiederverwendet und herstellerspezifisch für die jeweiligen Endkunden ausdefiniert werden. Am Beispiel ‚Predictive Maintenance‘ kann dies so aussehen, dass die Applikationsstrukturen und Prozesse bereits auf der Plattform ausdefiniert wurden. Jeder Hersteller hat aber spezifische Algorithmen und Benutzeroberflächen, die aus dem allgemeinen Synergiebaustein eine konkrete, herstellerspezifische App werden lassen.

KEM Konstruktion: Wie sieht aus Ihrer Sicht die Fabrik der Zukunft aus, für die Adamos die digitale Vernetzung vorantreibt und Technologien entwickelt?

Link: Das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 sind für den Maschinenbau die aktuell größten Treiber von Wachstum, Innovation und Produktivität und die Basis für die Fabrik der Zukunft. Dienstleistungsorientierte Wertschöpfung durch Smart-Services wird für das produzierende Gewerbe zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor. Gleichzeitig verändern sich die ökonomischen Spielregeln grundlegend: Die Kontrollpunkte – also die unmittelbaren Kontakte zum Kunden – verschieben sich weg von den Produktherstellern hin zu den Plattformanbietern. Entsprechend wandert auch die Wertschöpfung. Die Innovationsgeschwindigkeit entscheidet dabei das Wettrennen um die Datenhoheit, den Besitz derselben und somit über die Geschäftsmodelle der Zukunft. Die digitale Transformation zu einer Industrie 4.0 erfordert jedoch eine exzellente Ressourcenausstattung hinsichtlich Budget, Technologie und Fachexperten. Hier setzt die neue branchenübergreifende Allianz Adamos an. Adamos ermöglicht jedem Maschinen- und Anlagenbauer eine souveräne digitale Transformation, um so vom Leitanwender für IIoT- und Industrie-4.0-Lösungen zum Leitanbieter von Smart-Services zu werden.

https://de.adamos.com

Weitere Details zum Angebot von Adamos:

http://hier.pro/0aHDX


„Wir wollen eine souveräne digitale Transformation ermöglichen, um so vom Leitanwender für IIoT- und Industrie-4.0-Lösungen zum Leitanbieter von Smart-Services zu werden.“

Dr. Marco Link, Geschäftsführer, Adamos GmbH
Bild: Adamos
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