Bedienung von Werkzeugmaschinen auf der AMB 2018

Werkzeugmaschinen

Digitalisierung auf der AMB 2018

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Die Hersteller von Werkzeugmaschinen müssen sich zunehmend mit Digitaler Simulation, Augmented und Virtual Reality, Plattformen, KI und Machine Learning sowie Schnittstellen auseinandersetzen Bild: Messe Stuttgart
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Die Zerspanung als zentrale Fertigungstechnologie ist der gemeinsame Nenner vieler erfolgreicher Branchen. Trotzdem unterscheiden sich die Anforderungen an ihre Ausrüster und Zulieferer teilweise massiv. Dem tragen die Aussteller der AMB 2018 Rechnung und zeigen die gesamte Bandbreite ihrer Lösungen für die Metallbearbeitung. Im Gepäck: unterschiedliche Systeme für die Bedienung von Werkzeugmaschinen.

Die AMB wird vom 18. bis 22. September bereits zum 19. Mal zum Treffpunkt für Experten der spanabhebenden Metallbearbeitung. Sie zeigen auf einer Fläche von mehr als 120.000 Bruttoquadratmetern Innovationen und Weiterentwicklungen für spanende und abtragende Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge. Die Themen Messtechnik und Qualitätssicherung, Roboter, Werkstück- und Werkzeughandhabungstechnik sind auf der Messe ebenso wie Industrial Software & Engineering, Bauteile, Baugruppen und Zubehör vertreten. Mit der neuen Paul-Horn-Halle, der AMB Sonderschau Digital Way und dem dazugehörigen Kongress verspricht sich der Veranstalter, die Landesmesse Stuttgart, „die größte AMB aller Zeiten“.

IT-Anbieter nehmen die im Rahmen der AMB in diesem Jahr erstmals integrierte Sonderschau Digital Way positiv auf. Insbesondere die Ausrichtung auf Industrie 4.0, die Kombination aus hochkarätigem Kongress und begleitender Ausstellung, aber auch der gewählte Veranstaltungsname werden mehrheitlich gelobt. Die Sonderschau widmet sich der zunehmenden Digitalisierung in der Produktion. Das Konzept besteht zum einen aus einem exklusiven Fachkongress, der in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Software und Digitalisierung im VDMA organisiert wird. Zum anderen präsentieren sich in einer Begleitausstellung Hersteller von Softwarelösungen in den Bereichen digitale Geschäftsprozesse, digitale Produktion, digitale Produktentwicklung, digitaler Service & Kundendienst, Sicherheit, Softwareentwicklung sowie Dienstleister und Hersteller von Hardware. Im Rahmen von Showcases können Besucher Anwendungsbeispiele und Best Practices live erleben, die einen Überblick über das Zusammenspiel vernetzter Abläufe in Unternehmen und deren Mehrwert geben.

Von der Bedienungsanleitung
zur Steuerung per Gedanken

Auch wenn die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG implizit noch eine Papierversion der Bedienungsanleitung einer Werkzeugmaschine vorschreibt, hat die Digitalisierung längst zu weniger Zettelwirtschaft geführt. Immer schneller werdende Werkzeugmaschinen bedürfen einer immer intuitiver werdenden Bedienung. Frei nach dem Motto „immer die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle“ haben im Arbeitsalltag der Bediener längst Touchscreen, Tablet, Handy und Co. Einzug gehalten, um auf die Gegebenheiten schnell reagieren zu können. Für die Hersteller von Werkzeugmaschinen bedeutet dies, sich mit Digitaler Simulation, Augmented und Virtual Reality, Plattformen, KI und Machine Learning sowie Schnittstellen auseinandersetzen zu müssen. Die AMB bietet hierfür die geeignete Plattform. Aussteller Bosch Rexroth beispielsweise greift den Trend, auf Tastatur und Maus zu verzichten und stattdessen Gestensteuerung zu nutzen, schon seit längerem mit neuen Multitouch-fähigen Bediengeräten und der Schnittstellentechnologie von Open Core Engineering auf. Diese ermöglicht die nahtlose Integration von Smartphones und Tablet-PCs mit ihrem gesamten Bedienkomfort in Maschinen und Anlagen.

Um der zunehmenden Komplexität heutiger Maschinen und Anlagen zu begegnen, entwickelt das Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen der Universität Stuttgart (ISW) flexible und 3D-gestützte Bedienoberflächen. Hierbei werden neueste Technologien aus der Spielebranche, wie die Unity3D oder Unreal 4 Entwicklungsumgebung, mit den Erkenntnissen aus dem Bereich der Gamification – der Nutzung von Spielmechanismen im Produktiveinsatz – vereint. Das Ergebnis ist ein Bedienkonzept, das auf direkter Interaktion mit dem virtuellen Abbild der Maschine beruht.

Im Rahmen seines Bionic Learning Networks beschäftigt sich das Familienunternehmen Festo bereits seit einigen Jahren mit innovativen Bedienkonzepten für die Automatisierungstechnik – sei es die Steuerung von Maschinen mittels Sprach- und Bilderkennung oder die mittels Gesten. Mittlerweile forscht das Unternehmen auch hinsichtlich der Steuerung mit Hilfe von Gedanken: Cognigame ist ein eigens dafür entwickeltes Spiel, eine Neuinterpretation eines bekannten Videospiels der 70er Jahre. Dabei steuert ein Spieler seinen Schläger alleine durch seine Gedankenkraft per Brain-Computer-Interface (BCI). Dieses misst über Elektroden Spannungsschwankungen auf der Kopfoberfläche. Für das Spiel entwickelte das Unternehmen mit Cogniware eine Softwarelösung, die das Steuern des Schlägers mit Gedanken und Biosignalen realisiert. Sie stellt einen Kommunikationskanal zwischen Gehirn und Hardware her. So werden über das Brain- Computer-Interface und Cogniware die Gehirnmuster des Spielers erfasst, verarbeitet und von der Software an die Hardware geleitet. Der Schritt zur Bedienung von Werkzeugmaschinen per Gedanken scheint da nicht mehr weit. eve

www.messe-stuttgart.de/amb

Details zur Sonderschau Digital Way:

http://hier.pro/YB2cC

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