Sensor misst laufend den Zustand von Getriebeöl

Schnurrender Motor

Der Ölsensor Gunyoil V1 informiert den Anwender darüber, ob ein Ölwechsel tatsächlich nötig ist oder nicht
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Misst ein Sensor laufend den Zustand von Schmieröl und warnt frühzeitig vor Getriebe- oder Motorschäden, lassen sich unnötige Ölwechsel vermeiden. Das spart nicht nur bares Geld, auch die Umwelt wird vor un- nötigen Ölabfällen bewahrt.

Der Autor Gerald Rauecker ist Kaufmännischer Geschäftsführer der Gunytronic Gasflow Sensoric Systems GmbH, A-St. Valentin

Große Getriebe sind meist der Motor eines Unternehmens – egal in welcher Branche. Folglich bedeutet ein Getriebeschaden oft Produktionsstillstand. Deshalb investieren Unternehmen viel in das richtige Schmiermittel und gehen beim Ölwechselintervall lieber auf Nummer Sicher. Doch häufige Ölwechsel kosten Geld und belasten die Umwelt – oft völlig unnötigerweise. Denn das Öl könnte auch nach langer Zeit noch in bestem Zustand sein. Die Lösung: ein Sensor, der das Öl kontinuierlich nach allen wichtigen Parametern untersucht und stetig Auskunft über dessen Zustand gibt.
Initiiert durch eine Entwicklungskooperation mit dem Getriebehersteller Eisenbeiss GmbH, A-Enns, hat Gunytronic so einen Sensor entwickelt und zum Patent angemeldet: Mit dem „Gunyoil V1“ ist der Anwender informiert, wann ein Ölwechsel nötig ist. Diese Information spart ihm Geld – egal ob der Sensor ein positives oder negatives Messergebnis liefert. Denn kündigt er einen Ölwechsel-Bedarf an, wird ein teurer Getriebeschaden und damit ein hoher Reparaturaufwand bei stillgelegten Maschinen vermieden. Bescheinigt das Gerät hingegen eine gute Qualität, kann das Öl länger als für die vom Getriebehersteller vorgegebene Laufzeit verwendet werden. Das wiederum reduziert Ölabfälle und ermöglicht maximale Nutzungsintervalle.
Mit sechserlei Maß gemessen
Auf das präzise Messergebnis ist Verlass, weil es sich gleich auf mehrere Messparameter stützt, wie der Technische Geschäftsführer von Gunytronic, Günter Weilguny, erklärt: „Der Gunyoil V1 misst kontinuierlich alle paar Minuten sämtliche relevanten Eigenschaften. Er überwacht simultan Temperatur, Betriebszeit, Transparenz, Permittivität – also die Wasseraufnahme – sowie Leitfähigkeit und die relative Wasserfeuchte. So ergibt sich ein verlässliches Gesamtbild. Denn aus den gewonnen Daten ermittelt der Sensor alle ölspezifischen Veränderungen, wie zum Beispiel Alterung, Verschmutzung, Wassergehalt und Oxidation. Gleichzeitig speichert er intern alle gewonnenen Daten über einen Zeitraum von zwei Jahren.“ So ist der Unternehmer stets über mögliche Anwendungsfehler, eine zu hohe Betriebstemperatur, außergewöhnliche Betriebsereignisse oder den Verlauf vom Ölverschleiß informiert.
Diese Kenntnisse gewinnt er mit geringem Aufwand. Er muss keine Proben ziehen und dafür die Anlage still legen. Er muss nicht auf die teure Auswertung der Proben aus externen Öllabors warten. Statt einer einmaligen Probenauswertung, liefert der Gunyoil V1 die Daten während des laufenden Produktionsbetriebes – die Daten stammen also nicht von einer einzelnen Messung, sondern werden laufend dokumentiert.
Sparen hat Zukunft
Der Gunyoil V1 ermöglicht auf einfache Art und Weise die Ölqualität zu überwachen und auftretende Verunreinigungen zeitgerecht anzuzeigen. Wenn man mit ihm einen Ölwechsel-Zyklus von einem Jahr auf 12, 14 oder gar 16 Monate ausdehnen kann, ist das nicht unerheblich in der Finanzierung. Denn die Preise für Altölentsorgung und Neuölkauf steigen ständig. Außerdem kann man damit frühzeitig Schäden oder Verunreinigungen im Öl erkennen und rechtzeitig darauf reagieren. Dank eingebauter Batterie ist der Gunyoil V1 außerdem auch noch energieautark. Auf diesen kabellosen Zustand kann das modulare System noch weiter aufbauen: Künftig soll ein integriertes GSM-Modul die Messwerte sogar laufend per Funkverbindung auf den Computer des Nutzers senden. Dies erleichtert zum Beispiel die Messung bei Windrädern, wie Günter Weilguny erklärt: „Windkraftanlagen haben Zukunft. Hier hat der Umweltgedanke Vorrang und die Altölreduktion ist ein wichtiger Faktor. Eine Öl-Messung auf herkömmlichem Weg in rund hundert Metern Höhe durchzuführen, ist, wie man sich vorstellen kann, eine Herausforderung. Der Sensor schafft hier eine Alternative.“
Außerhalb des Bereiches Großbetriebe vermarktet Gunytronic den Ölsensor selbstständig. Neben Windkraftanlagenherstellern finden sich die Kunden in allen möglichen Branchen: im Großmotorenbau aber auch von Heizkraftwerkherstellern über die Hydraulikindustrie bis hin zu Baufahrzeugen und Pressenbau.
Online-Info

„Spätestens in einem Jahr amortisiert“

Nachgefragt
Wann hat sich der Einbau eines Gunyoil V 1 amortisiert?
Weilguny: Das hängt vom Einsatz und der Ölmenge ab: Hat man beispielsweise ein Getriebe mit einer Füllmenge von 200 Liter à zehn Euro und kann man die Einsatzdauer des Öls beispielsweise bei einem jährlichen Wechselintervall um ein Drittel verlängern, amortisiert sich der Sensor in einem Jahr. Bei hochempfindlichen Anwendungen nimmt der jeweilige Anlagenbetreiber kontinuierliche Ölproben durch externe Öllabors vor. Es handelt sich um komplizierte Probenentnahmen durch sterile Behältnisse und es dauert lange – etwa 14 Tage – bis Analyseergebnisse bekannt sind. Ständig laufende Untersuchungen für korrekte Analysen sind erforderlich. Die Kosten je Ölprobe – ohne der Berechnung von Arbeits- und Ausfallzeit – fangen bei etwa 300 Euro an. Wird hier der Gunyoil V1 zur Bestimmung des Zeitpunkts für die externe Ölanalyse verwendet, kann sich der Ölsensor noch rascher amortisieren.
Der Sensor hat eine eingebaute Batterie. Welche Laufzeit hat diese im konti-nuierlichem Betrieb und wie wird der Anwender über einen bevorstehenden Wechsel informiert?
Weilguny: Der intern eingebaute Batteriepack ist für eine Mindestzeit von zwei Jahren dimensioniert. Durch eine spezielle Elektronik werden die Messungen in vom Betreiber festlegbaren Zyklen durchgeführt. Dazwischen wird kaum Energie verbraucht. Die Messungen selbst werden auch extrem ressourcenschonend durchgeführt. Der aktuelle Batteriezustand wird durch Drücken des im Gunyoil V1 implementierten Tasters mittels dreier Leuchtdioden angezeigt. Der Sensor kann auch extern durch Spannung versorgt und an eine Leitwarte angebunden werden.
Der Gunyoil V1 dokumentiert laufend den Zustand des Getriebeöls hinsichtlich unterschiedlichster Parameter. Wo werden die immensen Datenmengen dokumentiert beziehungsweise visualisiert?
Weilguny: Die Daten werden in einen internen Speicher geschrieben, der alle physikalischen Messdaten für mindestens zwei Jahre aufzeichnet. Die Schnittstelle erfolgt über die implementierte, 8-polige und verschließbare Steckerbuchse. Über diese kann auch die externe Spannungsversorgung erfolgen. Die Visualisierung erfolgt über eine eigens entwickelte Software, die je nach Anwendertyp die verschiedensten Auswerte-, Parametrier-, Speicher- und Anzeigemöglichkeiten zulässt. (df)

Schon der zweite im Bunde
Der Gunyoil V1 ist bereits das zweite Sensorsystem, das von Gunytronic entwickelt und auf den Markt gebracht wurde: Erst kürzlich ging der „Gunyflow V10“-Sensor in die Serienfertigung. Mit dem patentierten Messverfahren werden Daten über Gasströmungen trotz widrigster Messverhältnisse exakt sowie verzögerungsfrei gewonnen und übermittelt.
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