Low-cost-Automation

Konstruktion in der teilautomatisierten Wurmzucht

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Der Phantasie dazu, wo sich Low-cost-Komponenten in der Konstruktion einsetzen lassen, sind kaum Grenzen gesetzt. So nutzt ein findiger Unternehmer aus Düren robuste und zuverlässige Automatisierungs-Komponenten, um erfolgreich Würmer zu züchten. Um die Prozesse in rauer Umgebung von Erde, Wasser, Futter und Würmern kosten- und arbeitseffizient zu gestalten, hat er spezielle Maschinen entwickelt, die das Familienunternehmen in der Wurmzucht nutzt.

Nico Schröder, Korrespondent KEM Konstruktion, Augsburg

Inhaltsverzeichnis

1. Konstruktion mit Low-cost-Komponenten
2. Kostengünstige und robuste Maschinen

Eine Wurmfarm ist vielleicht kein klassischer Ort für Automatisierung. Sie ist aber ein geeigneter Ort. Familie Langhoff in Düren hat vor etwa 20 Jahren mit der Aufzucht von Würmern begonnen. Heute setzt das von Martin Langhoff gegründete Unternehmen namens Superwurm etwa 500.000 Euro um. Den Geschäftsimpuls lieferten zwei Würmer, die einer der beiden Söhne mit kindlichem Entdeckergeist in einer Keksdose mit nach Hause brachte. Die Familie hat sich damals gefragt: Wie funktioniert das eigentlich mit den Würmern? Die Antworten zum Verhalten und zur Vermehrung von Würmern seien komplex gewesen, sagen die Langhoffs. Derweil ist das Familienunternehmen relativ erfolgreich in der Aufzucht von Riesen-Rotwürmern, auch Dendrobena genannt, die beispielsweise von Anglern und Jägern als Köder und Futter oder auch von Gärtnern als natürlicher Düngerproduzent gefragt sind.

Um die Aufzucht effektiver zu gestalten, entwickelt Martin Langhoff seit etwa zehn Jahren eigene Maschinen, die den Betrieb bei der täglichen Arbeit entlasten und die Personal- und Produktionskosten konkurrenzfähig halten. Für den Einsatz mit Wasser und Erde – und auch bei der kleinen Unternehmensgröße – sind robuste und gleichsam kostengünstige Bauteile gefragt gewesen. Langhoff ist auf der Suche nach Bauteilen für seine erste selbstgebaute Maschine auf Produkte der Igus GmbH gestoßen. Ein Fütterungs- und Bewässerungsprozess sollte teilautomatisiert werden. Natürlich sollte die entsprechende Apparatur, ausgelegt auf einen 24-Stunden-Dauerbetrieb, zuverlässig arbeiten. Außerdem sollten die Bauteile schmierfrei arbeiten, sodass Würmer und Erde stets unbeschadet bleiben. Das ist ihm gelungen: Mittlerweile sind die Quattroschlitten mit Vollkunststofflagern, die auf zwei parallelen Wellen gleiten, sowie die Energieführungsketten seit zehn Jahren im Dauereinsatz, wobei die Maschine wartungsfrei und ohne besondere Reinigung läuft.

Konstruktion mit Low-cost-Komponenten

Eine weitere Lösung des findigen Entwicklers: Um die Würmer hältern zu können, bietet Superwurm seinen Kunden einen speziellen Eimer an. Bislang mussten in jeden Eimer große Belüftungslöcher gebohrt werden, die mit maßgefertigten Kunststoffsieben verklebt wurden. Das Bearbeiten der Eimer und Einkleben der Siebe bedeutete einen hohen Zeit- und Kostenfaktor: „Das Bohren der Eimer und Einkleben der Siebe war für uns immer eine nervige Arbeit; niemand mochte es gerne“, sagt Martin Langhoff. Also machte er sich Gedanken, auch diesen Prozess teilzuautomatisieren. Dabei ist ein Rahmen herausgekommen, in dem 40 Eimer gleichzeitig eingespannt werden können. „Nun sind nur noch zehn Minuten Umrüstzeit notwendig“, erklärt Langhoff.

Ein Dremel wird mithilfe eines Igus-Portals bewegt und bohrt die Lüftungslöcher automatisiert in die Behälter. Gestützt werden die Wellen des Portals dabei von Stehlagern, damit sie parallel synchronisiert werden können. Siebe für die Löcher werden nicht mehr benötigt, da der Dremel mit winzigen Löchern jetzt auch gleich das Firmenlogo in die Eimer bohrt. Bei der Konstruktion des Eimerbohrers stieß Martin Langhoff jedoch auf eine Schwierigkeit. Für das Portal nutze er Drylin-Zahnriemenachsen mit Schrittmotoren. Initiatoren und Achsenhalter wurden für die Anwendung passend zu den Konstruktionsprofilen ausgewählt. Der anfangs verwendete Schrittmotor für die vertikale Achse war allerdings zu schwach und konnte den Dremel nicht wie gewünscht bewegen. Mit dem Einbau eines größeren Motors war dieses Problem behoben.

Die großen Hübe und den Leitungsschutz der Maschine unterstützt eine stabile Energieführungskette. Nun fallen beim Bohren viele sehr feine Plastikspäne an. Da die eingesetzten Komponenten schmutzunempfindlich sind, eignen sie sich bestens für den Einsatz bei Spänen. Und weil die Produkte zudem auf zusätzliche Schmiermittel verzichten, sind die Komponenten leicht zu reinigen, und Späne können kaum anhaften.

Kostengünstige und robuste Maschinen

Laut Langhoff gibt es bereits weltweit Unternehmen, die die gleiche Marktlücke erkannt haben, doch sei die arbeitsintensive Wurmzucht so gut wie nicht automatisiert. Das wollen die Langhoffs ändern. Eigene Entwicklungen sollen auch anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Die Langhoffs planen, ihre Automatisierungslösungen zu vertreiben und haben dafür die Firma Robcotec gegründet. In den Maschinen sollen besonders verschleißfeste und wartungsfreie Igus-Komponenten eingesetzt werden. So könne man sichergehen, dass die Maschinen beim Kunden lange und zuverlässig laufen. „Kleine Unternehmen müssen bezahlbare und einfache Automatisierungslösungen für Produktion und Lager nutzen, um mit den Großen mithalten zu können“, erklärt Martin Langhoff.

www.igus.de

Igus GmbH
Spicher Str. 1a
D-51147 Köln
Tel.: +49 2203 9649 0
Fax: +49 2203 9649 222
E-Mail: info@igus.de
Geschäftsführer: Frank Blase

Details zu Energieführungssystemen unter:
http://hier.pro/Mn6uc


„Kleine Unternehmen müssen bezahlbare und einfache Automatisierungslösungen nutzen.“



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