Zustandsüberwachung von Wälzlagern und Antriebskomponenten in Windenergieanlagen

Wenn die Gondeln Sicherheit tragen

Anzeige
Beeindruckende 70 Meter und höher befinden sich die Maschinen der immer stärker werdenden Windkraftanlagen. Damit sie profitabel für ihre Betreiber arbeiten, müssen die riesigen Rotorblätter ständig in Bewegung gehalten bzw. notwendige Ausfallzeiten auf ein Minimum reduziert werden. Das erfordert eine zuverlässige Zustandsüberwachung, die sich mit dem Wincon System sicher realisieren lässt.

KEM-Redakteurin Angela Scheufler erstellte den Beitrag nach Informationen der SKF GmbH, Schweinfurt

In den letzten Jahren sind die modernen Windkraftanlagen zu wahren Kraftwerken herangewachsen. Ein erfolgreicher Anlagenbetreiber in der Uckermark ist die Enertrag Energiedienst GmbH. Mit 197 betriebenen Anlagen, Tendenz steigend, erzeugen sie fünf Jahre nach ihrer Gründung bereits 3,5 Prozent des deutschen Windstroms. Sie liefern 518 Mio. kWh pro Jahr. Das ermöglicht einen Strombedarf für 170 000 Haushalte.
Der Ausfall einer Anlage durch Schäden an Bauteilen der Maschine ist aufgrund des schwierigen Zugangs unbedingt zu vermeiden. Die SKF GmbH ist einer der größten Anbieter solcher Zustandsüberwachungs-Systeme. Enertrag hat den Wälzlagerspezialisten im September 2003 mit der Lieferung von 126 Zustandstandsüberwachungs-Systemen, namens Wincon beauftragt.
Wincon bietet Betreibern von Windenergieanlagen jederzeit einen vollständigen Überblick über den Zustand ihrer Windturbinen. So lassen sich auftretende Probleme früh erkennen und vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen sinnvoll planen. Neben der Installation der Systeme wird SKF die Enertrag Servicemitarbeiter in der Handhabung des Systems schulen. Für den ersten Windpark mit 30 Anlagen übernimmt SKF für sechs Monate die Ferndiagnose. Der Wälzlagerspezialist möchte „sein Know how im Bereich umlaufende Maschinenteile in intelligente Serviceleistungen fokussieren, denn das Wälzlager ist das Herz jeder Maschine”, so Gerhard Schneeweis, Mitglied der Geschäftsleitung SKF.
Funktionsstufen
Wincon gliedert sich in folgende Funktionsstufen: Ein Überwachungssystem in der Gondel jeder Turbine sammelt fortlaufend Daten und prüft automatisch nicht nur das Schwingungsniveau der Wälzlager, Getriebe und Kraftübertragungselemente, sondern auch alle installierten Überwachungsgeräte und Messwertaufnehmer. Die Feststellung eines Fehlers löst eine Alarmmeldung an das Zentralsystem aus. Dieses ist beim Betreiber oder bei SKF untergebracht.
Die gesammelten Daten werden an ein Überwachungs- und Analysesystem im Kontrollraum weitergeleitet. Intelligente Diagnose-Software erzeugt schriftlich die entsprechenden Informationen an das Wartungspersonal. Aktuelle Anlagenzustände können für zugangsberechtigte Benutzer anschaulich im Intranet/Internet mit handelsüblichen Web-Browsern visualisiert werden.
Zusätzlich gibt es eine Hotline, über die die Spezialisten von SKF per Datenfernübertragung Zugriff auf die Diagnosedaten erhalten. Darüber können sie zur Analyse und Steuerung aktiv in das System eingreifen. Im Bedarfsfall legen sie konkrete Maßnahmen fest, die Bedienungsingenieure vor Ort durchführen.
Die Ursachenanalyse kann für folgende Störungen erfolgen: mechanische Unwuchten, Fluchtungsfehler, Wellenbiegungen, mechanisches Spiel, Kupplungsschäden, Lagerschäden, Schäden an Getriebezahnrädern, Resonanz- oder elektrische Probleme und Turmschwingungen. Künftig ist die Überwachung weiterer Schwingungserscheinungen wie z. B. von Rotorblattschwingungen geplant.
Rotorlager
SKF liefert übrigens das bisher größte in Serie produzierte Wälzlager für die Rotor-Abstützung von Windkraftanlagen der Multimegawattklasse. Das sogenannte Momentenlager auf Basis eines zweireihigen Kegelrollenlagers hat einen Außendurchmesser von 2 330 mm. Es kann zusätzlich zu den üblichen Ra- dial- und Axiallasten Kippmomente aufnehmen, die es ermöglichen, den Rotor mit nur einem Lager abzustützen. Das Lager erlaubt das direkte Anschrauben des Lagers an die Rotornabe und/oder die Getriebeeingangswelle bzw. den Generator. Damit wird die bisher übliche Rotorwelle überflüssig.
Weitere Informationen
SKF Zustandsüberwachung
KEM 456
SKF Momentenlager
KEM 457
SKF Schulungsprogramm
KEM 458
Anzeige

Video aktuell

Basierend auf dem brandneuen Standard Wireless-IO-Link zeigt Timo Mauderer, Leiter Vorentwicklung bei der Zimmer Group den intelligenten Roboterflansch, der kabelgebundene mechatronische Greifer mit wireless-IO-Link verknüpft und somit eine externe Roboterverkabelung in vielen Fällen überflüssig macht.

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Top-Thema Spannvorrichtungen

Spannvorrichtungen

Alles über Spannvorrichtungen und welches Einsparungspotenzial sie bieten

Top-Thema Schaltschränke

Alle Infos über den Schaltschrankbau mit seinen Komponenten, Geräten und deren Verdrahtung

Kalender

Aktuelle Termine für Konstrukteure

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de