Zertifizierung nach EU-Stufe-V und Heisei 26

MTU-Motoren auf der Agritechnica 2017

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Für die Zulassung von Motoren gelten international unterschiedliche Emissionsrichtlinien. Rolls-Royce Power Systems bietet ein breites Portfolio, das es mit EPA Tier 4, Heisei 26 und EU-Stufe V aufnimmt.

Evelin Eitelmann, freie Mitarbeiterin der KEM Konstruktion

Dreißig Tonnen bringt der Hydraulik-Bagger HD-1430-7 des japanischen Baumaschinenherstellers Kato auf die Waage. Vor allem im Off-Road-Betrieb eingesetzt, passen seine Motoren sich reaktionsschnell an spontan ändernde Lastaufschaltungen an. Hinzu kommt, dass die Motoren der japanischen Emissionsrichtlinie Heisei 26 entsprechen müssen. Eine Herausforderung für jeden europäischen Motorenhersteller, denn der Weg zur Zertifizierung ist steil. Rolls-Royce Power Systems hat die Zertifizierung geschafft. Mit seiner Kernmarke MTU bietet es seinen Kunden eines der branchenweit breitesten und modernsten Produktspektren: Angefangen bei schnell- und mittelschnelllaufenden Diesel- und Gasmotoren über komplette Antriebssysteme, bis hin zu dezentralen Energieanlagen und Kraftstoffeinspritzsystemen für hohe Anforderungen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Friedrichshafen beschäftigt über 10.000 Mitarbeiter weltweit und ist ein Geschäftsbereich von Rolls-Royce plc.

Die Zusammenarbeit mit Kato begann bereits im Jahr 2016, als MTU das erste Mal Motoren an den Baumaschinenhersteller lieferte. Damals jedoch für einen schweren Kran. „Wir haben bereits sehr gute Erfahrungen mit den MTU-Motoren bei unserem Hebe-Rough-Terrain-Kran gemacht“, erklärt Mitsuo Okada, Director & Executive Officer von Kato. „Mit Blick auf die Emissionsrichtlinie Heisei 26 vertrauen wir auch bei unserem neuen Bagger auf die bewährten Motoren.“ Beide Baumaschinen, der Hebe-Rugh-Terrain-Kran und der Hydraulik-Bagger, werden von einem 6-Zylinder-Reihenmotor der Baureihe 1000 mit einer Leistung von 210 Kilowatt angetrieben. Ausgerüstet mit einer SCR-Anlage erreicht der Motor die in Japan seit 2016 geltende Emissionsstufe Heisei 26. „Wir freuen uns, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kato fortzusetzen und auch im japanischen Baggermarkt vertreten zu sein“, erklärt Bernd Krüper, Vice President Industrial Business bei MTU. „Japan ist ein Hochtechnologieland für Industriefahrzeuge, indem wir bereits in Anwendungen wie Radladern und Kränen vertreten sind.“

Blick nach Europa: EU-Stufe-V-zertifizierte Motoren

Zur Agritechnica stellt Rolls-Royce Power Systems seine Motoren bereits mit Blick auf die ab 2019 geltende Off-Highway-Emissionsrichtlinie EU-Stufe V. Modelle der Motoren 6R 1500, 6R 1300 und 4R 1000 sowie die dazugehörende Abgasnachbehandlungsanlage werden ausgestellt. EU-Stufe-V-zertifizierte Motoren werden bereits ein halbes Jahr vor dem gesetzlichen Inkrafttreten der Emissionsrichtlinie in Serie erhältlich sein. Die Baureihen 1000 bis 1500, die für die EU-Stufe V weiterentwickelt wurden, können schon ab Juni 2018 ausgeliefert werden. Parallel erhalten Kunden weiterhin die Motoren der EU-Stufe IV. Die neuen Emissionsgrenzwerte für Rußpartikel erfüllen die MTU-Motoren für EU-Stufe V durch innermotorische Weiterentwicklungen, ein SCR-System und einen zusätzlichen Dieselpartikelfilter.

Darüber hinaus wird die in den japanischen Baumaschinen eingesetzte Baureihe 1000 über Leistungssteigerungen verfügen, die im Zuge der Anpassung an die EU-Stufe V vollzogen wurden: Die Leistung des Sechszylinder-Motors der Baureihe 1000 wurde, laut Unternehmen, um sieben Prozent auf 280 Kilowatt, und das Drehmoment von 1.400 Newtonmeter auf 1.550 Newtonmeter im Vergleich zu den Vorgängermotoren für EU-Stufe IV gesteigert. Außerdem zeichnet sich, so der Hersteller, der 6R 1000 MTU-Motor der EU-Stufe V durch einen um drei Prozent verringerten Kraftstoff-Verbrauch aus. Einen wirtschaftlichen Betrieb ermögliche außerdem der nur bei fünf Prozent liegende Bedarf an Reduktionsmitteln, die aus einer Harnstoff-Wasser-Lösung bestehen. Auch die Leistung der Sechszylinder-MTU-Motoren der Baureihen 1100 und 1500 wurde um jeweils 20 Kilowatt gesteigert, sodass sie nun einen Leistungsbereich von 240 bis 480 Kilowatt abdecken und ein bis zu 3100 Newtonmeter hohes Drehmoment haben.

EU- und NAFTA-Länder als Zielmärkte der Anwender

Zu den land- und forstwirtschaftlichen Maschinen, die von MTU-Motoren angetrieben werden, zählen insbesondere Mähdrescher, Maishäcksler, Großtraktoren, Rübenroder, selbstfahrende Feldspritzen, Holzhäcksler sowie Baumerntemaschinen. „Wir testen die Motoren bereits seit 2015 in intensiver Zusammenarbeit mit verschiedenen Fahrzeugherstellern in diversen Anwendungen“, so Krüper. „Insgesamt werden über 150 Motorsysteme im Feld erprobt. Bereits jetzt haben wir zahlreiche Anregungen unserer Kunden in das Entwicklungsprogramm mit aufgenommen. So profitieren alle beteiligten Partner von der frühen und umfangreichen Felderprobung“. Die weiterentwickelten Motoren werden auch EPA Tier 4-zertifiziert. Dadurch können Fahrzeughersteller flexibel sowohl EU- als auch NAFTA-Länder als Zielmärkte nutzen und damit die verbesserten Produkteigenschaften in beiden Regionen anbieten. eve

Agritechnica: Halle 16, Stand C05

Ein Factsheet des VDMA zur Emissionsgesetzgebung Stufe V bei Mobilen Maschinen:

http://hier.pro/30j1A


„Insgesamt werden
über 150 Motorsysteme im Feld erprobt“

Bernd Krüper, Vice President Industrial Business, MTU
Bild: Rolls-Royce Power Systems
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