Leiter, Kabel und Leitungen für den US-Markt

Zwei Schwaben in Amerika

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Sowohl der kanadische als auch der US-amerikanische Markt der Halbleiterindustrie übernimmt zunehmend den National Electrical Code Edtion 2008. Somit ist die Zertifizierung eine Angelegenheit der US-Bundesstaaten. Zwei schwäbische Unternehmen sind dafür bereits gut gerüstet. Ein Stuttgarter Anlagenbauer vertraut dabei auf einen Stuttgarter Kabelhersteller.

Die M+W-Gruppe beschäftigt sich unter anderem mit der Konzeption und Umsetzung von Produktionshallen für die Wafer- und Chipfertigung. Im Produk- tionswerk in Stuttgart werden in sauberer Umgebung der Reinraumklasse 8 Hightech-Geräte für die Elektronik-, Life-Science- und Automobilindustrie gefertigt. Dabei werden hohe Ansprüche an die Leitungen gestellt. „In vielen unserer Geräte, die wir für den Export produzieren, verwenden wir Leitungen von Lapp“, erklärt Peter Hasenauer, Elektromeister bei M+W.

Und das hat einen Grund: Immer mehr US-Bundesstaaten übernehmen den neuen National Electrical Code (NEC) Edition 2008. Dort wird im Artikel 670 (Industrial Machinery) auf die NFPA 79 Edition 2007 verwiesen. Die meisten US-Bundesstaaten schreiben inzwischen die neue NFPA-79-Norm vor. In den anderen Staaten entscheiden noch der Zertifizierer (NRTL), der lokale Inspektor oder der Sheriff (AHJ), was akzeptiert ist. Danach ist zum Beispiel der Einsatz von AWM-Leitungen (Appliance Wiring Material) nur noch mit Einschränkungen gestattet.
NFPA-79-konforme Leitungen für Nordamerika
Die Stuttgarter Lapp Gruppe verfügt über ein umfassendes Programm an UL-gelisteten Leitungen für Nordamerika. Sie entsprechen der neuen NFPA-79-Norm. Um am Einsatzort der Präzisionsklimageräte ein Produktionsverbot zu vermeiden, setzt M+W die entsprechend zertifizierten Leitungen ein. Darüber hinaus müssen sie nicht in geschlossenen Systemen verlegt werden. Somit sinken die Kosten für die Verkabelung um bis zu 40%.
Die Präzisionsklimageräte von M+W erfüllen die Anforderungen an eine reine Fertigungsumgebung in der Halbleiterindustrie. Bei einzelnen Prozessschritten, wie der Lithographie der empfindlichen Wafer, müssen darüber hinaus Temperatur- und Feuchtigkeitswerte eingehalten werden – die Toleranz für Temperaturabweichungen liegt bei 0,05°. Hier steuern die Leitungen „Ölflex Tray“ein Gerät an, das die Strukturen auf dem Wafer untersucht. Diese müssen in Amerika nicht in geschlossenen Kabelsystemen verlegt werden. Darüber hinaus sind sie für eine freie und offene Verlegung zwischen Kabelpritsche und Industriemaschine zugelassen. Dadurch wird die Installation in Industriemaschinen und dem Anlagenbau einfacher und kostensparender. Mit der Leitung „Ölflex Control TM“ wird der Seitenkanalverdichter innerhalb des Klimageräts angesteuert. Dieser pumpt unter großem Druck und hoher Geschwindigkeit Luft zur Linse. Das dient dem Temperaturausgleich.
Für die Temperaturfühler in der Transmitterbox kommen geschirmte Steuer- und Signalleitung namens „Unitronic 300 CY“ zum Einsatz. Diese mehrfach approbierte Leitung ist UV-beständig und eignet sich sowohl für die interne als auch externe Verkabelung. Die SPS für die Boxen-Software wird mit den Leitungen „Unitronic Bus“ ausgestattet.
Beratung bei der Auswahl der richtigen Leitungen
Lapp hat sich früh auf die neuen US-Standards eingestellt und sein Programm an UL-gelisteten Leitungen kontinuierlich erweitert. Volker Huber, Produktmanager von Lapp Kabel, äußert zufrieden: „Wir wollen unsere exportorientierten Kunden bei der Auswahl der richtigen Leitungen unterstützen und beraten, denn die aktuelle Edition 2007 des NFPA-79-Standards enthält nicht nur ein Verwendungsverbot, sondern auch eine Ausnahmeoption für AWM-Leitungen.“ Das sorgt oft für Verwirrung. Leitungshersteller, Maschinenbauer, Installateure, Abnahme- und Prüfingenieure (NRTL) sowie lokal verantwortliche Officer (AHJ) müssen recherchieren, was Norm-konform ist und was nicht.
Die NFPA-79-Edition 2007 schreibt für den Einsatz in Industriemaschinen gelistete Leiter, Kabel und Leitungen vor. Zusätzlich sind die so genannten AWM-Typen (Appliance Wiring Material) nicht mehr erlaubt. Nur unter Beachtung bestimmter Einschränkungen werden sie weiterhin akzeptiert. Es muss sichergestellt sein, dass Leiter, Kabel und Leitungen nicht den Gefahren einer Beschädigung durch mechanische, chemische oder thermische Effekte ausgesetzt sind.
Leitungen auf offenen Kabelpritschen (CT), Kabelwannen oder Gitterrinnen, die an der Gebäudestruktur befestig sind, müssen hierfür extra zugelassen sein (zum Beispiel TC, PLTC). In industriellen Betriebsstätten, wo Wartung und Instandhaltung durch entsprechend qualifiziertes Personal sichergestellt ist, dürfen gelistete Kabel mit „ER-Zusatz-Approbation“ (Exposed Run) auch ohne zusätzlichen mechanischen Schutz verlegt werden. Die speziell für den nordamerikanischen Raum zertifizierten Leitungen von Lapp erfüllen die Anforderungen.
Prüfnormen bereits beim Konstruieren beachten
Nicht nur Leitungen, sondern auch Steckverbinder brauchen eine Zulassung von einem anerkannten NRTL-Labor. Die wichtigsten Prüfnormen für Industriesteckverbinder sind die europäische IEC 61984, die US-amerikanische UL 1977 und kanadische CSA-C22.2 No. 182.3. Lapp Kabel achtet bereits bei der Konstruktion der Industriesteckverbinder darauf, dass alle relevanten Normen erfüllt sind. Mit dem Multinorm-Steckverbinder ist man daher international gerüstet.
So ist ein und derselbe Steckverbinder „Epic“ im Allgemeinen nicht nur nach europäischen Normen zertifiziert, sondern auch für den US-amerikanischen und kanadischen Markt qualifiziert. Damit können diese Steckverbinder weltweit in Geräten und Maschinen verwendet werden.
Halle 11, Stand C03
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