Ex-Schutz von Schläuchen gemäß der überarbeiteten Atex 94/9/EG und BGR 132

Zündgefahr gebannt

Der Autor Burkhard Mollen ist Geschäftsführer von Norres Schlauchtechnik, Gelsenkirchen Die Schläuche Airduc (links) und Barduc verfügen über eine derart verdrehfest in die Kunststoffwandung eingebettete Stahldrahtwendel, dass sie alle konstruktiven Bedingungen seitens neuer BGR 132 erfüllen 1) in der Wandung fest eingegossener, elektrisch leitfähiger Stahldraht 2) und 3) Kunststoffwandung
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Die Atex 94/9/EG und die BGR 132 haben sich gravierend verändert. Das bedeutet zwar Umstellungsaufwand für Gerätehersteller und Betreiber, „Schnelle“ verschaffen sich aber erhebliches Differenzierungspotenzial gegenüber Mitbewerbern.

Die Vorschriften für den Betrieb von Geräten in explosionsgeschützten Bereichen (Atex 94/9/EG) und zur Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladung (BGR 132) haben sich gravierend verändert: Die neue BGR 132 unterscheidet zwischen der Leitfähigkeit eines einzelnen Stoffes im Allgemeinen, wobei leitfähige Stoffe einen Oberflächenwiderstand <104 Ω haben müssen. Ableitfähig ist ein Stoff mit einem Oberflächenwiderstand zwischen 104 und 109 Ω und isolierend, wenn er weder leit- noch ableitfähig ist.

Speziell für Schläuche wurde festgelegt:
  • leitfähiger Schlauch: Widerstand <103 Ω/m
  • ableitfähiger Schlauch: Widerstand >103 und <106 Ω/m (auch Schläuche aus isolierenden Materialien, deren leitfähige Einlagen bestimmte konstruktive Werte erfüllen und die einen Ableitwiderstand <106 Ω haben)
  • isolierender Schlauch: Widerstand >106 Ω/m.
Neue Lösungen
Norres hat Produkte entwickelt, die diesen Vorschriften bereits genügen: Airduc, Protape und Barduc verfügen über eine derart verdrehfest in die Kunststoffwandung eingebettete Stahldrahtwendel, dass alle konstruktiven Bedingungen seitens der BGR 132 erfüllt werden. Die aus dem isolierenden Polyurethan Pre-Pur hergestellten Produkte sind mechanisch hochfest und bereits in der Standardausführung ableitfähig. Voraussetzung hierfür ist die Erdung des Schlauches durch Freilegen der Stahlwendel, die mit den leitfähigen Armaturen zu verbinden ist.
Mit der elektrisch leitfähigen Variante von Pre-Pur wird die Leitfähigkeit von <103 Ω sicher unterschritten. Alle daraus hergestellten Airduc- und Protape-Schläuche sind gemäß BGR 132 dauerhaft elektrisch leitfähig. Die mechanischen Eigenschaften des Kunststoffes sind im Vergleich zur Standardtype erstaunlich hoch.
Außerdem fordern die Behörden in vielen explosionsgefährdeten Bereichen, verwechselungssichere Schlauchkupplungen. So muss der Gerätehersteller ein Vertauschen von leitfähigen und isolierenden Saugschläuchen durch geeignete Kupplungssysteme ausschließen. Die Anschlussteile-Generation Connect erfüllt diese Anforderungen. Standardisierte und kundenspezifische Kupplungssysteme werden unlösbar miteinander verbunden, nachdem zuvor die Erdung zwischen Schlauch und Anschlussteil hergestellt wurde. So hat Norres bereits mehrfach erfolgreich für bestehende Herstellerstandards maßgeschneiderte Atex-konforme Lösungen entwickelt.
Vor- und Nachteile
Zwar ziehen die neuen Regeln einen Umstellungsaufwand bei Geräteherstellern und Betreibern nach sich, wer sich aber schnell auf sie einstellt, verfügt über erhebliches Differenzierungspotenzial gegenüber Mitbewerbern und kann am uneingeschränkten Warenverkehr in der EG teilnehmen. Zudem haben die neuen Vorschriften den landesspezifischen Vorschriftendschungel in der EG beseitigt.
Die neuen Schlauchkonstruktionen sind sicherer, die Definitionen sind eindeutig und der Anlagenbauer kann sich weitere konstruktive Maßnahmen zur Vermeidung von elektrischen Aufladungen und gefährlichen Entladungen sparen. Dies senkt die Anlagenkosten zusätzlich und Zulassungen für die gesamte Anlage werden einfacher erlangt.
Weitere Informationen
Schlauch Airduc
KEM 570
Schlauch Barduc
KEM 571
Anschlussteile Connect
KEM 572

Atex-Richtlinie 94/9/EG
Seit Juni 2003 dürfen in explosionsgefährdeten Bereichen nur noch Geräte eingesetzt werden, die der Richtlinie 94/9/EG (Atex 100a) entsprechen. Zur Ausführung der Richtlinie wurde die DIN EN 1127–1 „Explosionsfähige Atmosphäre, Explosionsschutz T1, Grundlagen und Methodik“ erarbeitet. Diese berücksichtigt bereits das neue „Zonenkonzept“ und definiert die Zonen 20, 21, 22. Zudem ist eine neue Kennzeichnung hinzugekommen. Diese besteht aus der Geräte- und Stoffgruppe sowie der Gerätekategorie. Atex legt in der Gerätegruppe II drei Gerätekategorien fest, die für explosionsgefährdete Bereiche mit unterschiedlichen Auftrittswahrscheinichkeiten für explosionsfähige Atmosphäre bestimmt sind.

Vorschrift BGR 132
Vorschrift BGR 132
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