Serie Cad und Internet: WWW - Wissen Weltweit Weitergeben

Vorteilhafte Internet-Einbindung bei gängigen CAD-Systemen

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In der ersten Folge der KEM-Serie „CAD und Internet“ wurden in Ausgabe 3/99 die verschiedenen Angebote und Technologien beschrieben, die das Netz der Netze für den Konstrukteur bereithält. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen Beispiele für den Internet-Einsatz in der Praxis vor.

Der Autor Dipl.-Ing. Ralf Steck ist freier Fachjournalist für die Bereiche CAD, Computer und Maschinenbau in Friedrichs-hafen

Catia-Modelle im Internet
Eine interessante Lösung für das Betrachten und Analysieren von Catia-Daten bietet IBM mit CATweb. Dieses Programm stellt im Internet beziehungsweise Intranet einen Webserver bereit und hat andererseits Zugriff auf bestimmte Catia-Modelle. Wenn sich nun ein Anwender über seinen Webbrowser mit dem CATweb-Server verbindet, wird im Browser eine Applikation gestartet, die eine grafische Oberfläche bereitstellt. Hier kann der Anwender – nach einer Authentifizierung – ein Catia-Modell betrachten, drehen, zoomen und Schnitte legen sowie Maße abnehmen. Das „echte“ Catia-Modell ist jedoch nur in einem Spezialprogramm beziehungsweise mit einer Catia-Lizenz lesbar und darüber hinaus viel zu groß, um über das Internet sinnvoll geladen werden zu können. Um diese Beschränkungen zu umgehen, wendet CATweb einen interessanten Trick an: Das Catia -Modell wird nur auf dem CATweb-Server geladen und je nach Eingabe des Anwenders gedreht beziehungsweise manipuliert. Dann „photographiert“ CATweb die entsprechende Ansicht und sendet das Ergebnis als relativ kleine GIF-Datei an den Betrachter. Damit ist auch ein Sicherheitsaspekt verbunden: Da immer nur „dumme“ Pixeldaten übertragen werden, kann das echte, intelligente Catia-Modell nicht im Internet abgefangen und ausspioniert werden.
Weltweiter Abgleich in der Auto-Serienfertigung
Im praktischen Einsatz ist Catia bei der Edag. Das weltweit operierende Unternehmen bietet Dienstleistungen für die Automobilindustrie vom Styling über die Entwicklung bis hin zum Prototypenbau und dem Serienanlauf.
Auch die zugehörigen Produk-tionsanlagen entwickelt und betreut das Fuldaer Unternehmen. Bei Edag arbeiten weltweit mehr als 2 400 Mitarbeiter. 17 verschiedene CAD- und CAM-Systeme sowie eine Vielzahl weiterer Programme sind bei Edag im Einsatz, oft sogar noch in mehreren Releaseständen – jeweils in derselben Konfiguration wie beim Kunden.
Catia ist mit nahezu 400 Arbeitsplätzen am weitesten verbreitet. Edag setzt CATweb ein; die Bedeutung dieser Technologie wird verständlich, wenn man weiß, daß Edag-Mitarbeiter vor Ort bei ihren Kunden arbeiten und unter anderem die Serienfertigung überwachen. Dabei besteht konstant ein Bedarf nach Abgleich und Diskussion mit den Entwicklern des Fahrzeuges und der Produktionsanlagen, die teils in Fulda und teils über die Welt verstreut sitzen.
Bei Edag wird derzeit ein Geschäftsbereich aufgebaut, der das Know-how des Unternehmens bei der Datenkonvertierung im Internet zugänglich machen soll: Daten können über das Internet an ein Edag-Team geschickt werden, von dem sie in das gewünschte Zielformat umgesetzt und zurück- oder weitergesandt werden. Roland Günther, Leiter der technischen EDV, über die Wichtigkeit des Internet bei Edag: „Das Internet ermöglicht es uns, unser Wissen global zur Verfügung zu stellen – sowohl firmenintern zwischen unseren Niederlassungen als auch extern unseren Kunden.“
Elektronische Freigabe Produktdaten
Lösungen für die Nutzung des Internet bietet auch Unigraphics Solutions mit UG/Webexpress und Iman Web.
Beim ersteren Produkt handelt es sich um ein Unigraphics-Modul, das die automatisierte Erzeugung von Webseiten auf der Basis von Unigraphics-Daten ermöglicht. Bei Iman Web dagegen ist es die Datenbank des EDM/PDM-Systems von Unigraphics Solutions, die sich über das Internet betrachten läßt. Ein spezieller Web-browser ermöglicht die Suche in der Produktdatenbank und das elektronische Freigeben. Dazu existieren Tools, die es ermöglichen, daß Iman automatisch allen, die an einer Freigabe beteiligt sind, eine E-Mail mit einer selbstgenerierten Webadresse (URL) sendet. Folgen die Angeschriebenen der URL, wird nach Eingabe eines Passworts das betreffende Teil aufgerufen.
Mit Hilfe von Webmarkup lassen sich an das Modell Anmerkungen anbringen und die Weiterbearbeitung oder Freigabe anstoßen.
Ein einziges Programm auf jeder Hardware
Viele Systemhersteller bieten auf ihren Websites Betrachtungsprogramme für CAD-Systemdaten; beispielsweise bei Solidworks ist das Tool als plattformunabhängiges Javaprogramm ausgeführt, das auf jedem Rechner läuft, auf dem eine Java Virtual Machine existiert. Die von Sun entwickelte Programmiersprache Java hat in den letzten Jahren einen beispiellosen Siegeszug hinter sich gebracht. Das Interessante an Java ist, daß es eine Laufzeitumgebung, die sogenannte Java Virtual Machine (JVM), enthält.
Die JVM stellt nichts anderes dar als die Emulation einer (noch) nicht existierenden Computerhardware. Jedes Java-Programm läuft in solch einer JVM, empfängt Eingaben von den Eingabegeräten des virtuellen Rechners und gibt Ausgaben an die virtuellen Ausgabegeräte weiter.
Die JVM wandelt die Ein- und Ausgaben in Kommandos beziehungsweise Datenströme für die tatsächliche Hardware um. Daher muß die JVM für jede Hardware spezifisch programmiert werden. Existiert jedoch einmal eine JVM für eine bestimmte Rechnerplattform, können alle Java-Programme darin ausgeführt werden.
Da inzwischen für nahezu alle Rechner, die jemals existiert haben, eine JVM bereitsteht, bietet Java erstmals die Möglichkeit, ein einziges Programm auf jeder beliebigen Hardware vom Palmtop bis zum Supercomputer laufen zu lassen.
Java und CAD
Damit eröffnet Java auch der CAD-Branche eine hochinteressante Perspektive: Skalierbarkeit in der Rechenleistung, Hardwareunabhängigkeit, Sicherheit und eine stark vereinfachte Entwicklung – schließlich müssen nicht verschiedene Programmversionen für mehrere Betriebssysteme beziehungsweise mehrere Unix-Dialekte entwickelt und gewartet werden.
Das Bentley-System Micro-station/J ist ein Beispiel für ein komplett in Java geschriebenes CAD-System. Hauptproblem aller Java-Programme ist die Ab-laufgeschwindigkeit, denn Java ist eine interpretierte Sprache, bei der jede Codezeile hintereinander so ausgeführt wird, wie im Quelltext angegeben.
Zwei Strategien versprechen Abhilfe:
Zum einen sogenannte Just-in-Time-Compiler, die den Java-Code während der Laufzeit in rechnerspezifischen Code umsetzt. Die Geschwindigkeit erhöht sich dann erheblich. Die zweite Option ist eine Hardwarelösung: Die JVM wird in Hardware umgesetzt, was einen riesigen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der Softwarelösung ergibt.
Ob mit Java oder „konventionell“ programmiert, das Web bietet eine Unmenge von interessanten Informationen für CAD-Anwender und neue Möglichkeiten, CAD-Systeme und -Daten zu nutzen. Alles andere als „kalter Kaffee“ also!
Ausführliche Informationen
CATweb
KEM 487
UG/Webexpress
KEM 488
Das Internet ist heute ein selbstverständliches Kommunika-tionsmedium, das auch im Konstruktionsbüro eingesetzt wird. Eine noch weitere Verbreitung haben die Internet-Technologien gefunden, darunter Java, HTML, VRML oder TCP-IP. So ist das Netzwerkprotokoll heute nicht nur in Unix-Umgebungen Standard, sondern auch in vielen Windows NT-Installationen. Die Internet-Dateitransfertechnologie ftp (File Transfer Protocol) hat sich auch für den Datentransfer über Standleitungen oder ISDN etabliert.
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