Arno Arnold GmbH, Obertshausen

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(bec) Arnold-Schutzabdeckungen bieten sicheren Schutz für Menschen und Maschinen. So können Anlagen mit gleichbleibender Präzision konstant arbeiten, Stillstandzeiten und hohe Ersatzteilkosten werden vermieden. KEM sprach mit Geschäftsführerin Simone Weinmann-Mang, Enkelin von Arno Arnold, über den ersten Faltenbalg, moderne Schutzsysteme, die Funktionssicherheit von Neuentwicklungen und – den Tango.

KEM: Vom Bandoneon zum Faltenbalg – welche Rolle spielt der Tango für Sie?

Weinmann-Mang: Sicherlich ist der Tango nicht das erste, woran man denkt, wenn man moderne Bearbeitungszentren mit unseren Schutzabdeckungen sieht. Trotzdem steckt der Tango in unserer DNA. Denn unser mittelständisches Unternehmen, das heute flexible Schutzabdeckungen für Indu-strieanlagen entwickelt und produziert, war einst weltbekannter Hersteller des Tangoinstrumentes Bandoneon. Ab 1864 stellte unsere Familie im Erzgebirge diese Instrumente her und erlangte damit schnell Weltruf. Arnold-Bandoneons galten als die „Stradivari“ der Balginstrumente. Dann kam die Idee, das Mittelstück des Musikinstrumentes zu modifizieren und als Faltenbalg zum Einsatz in der Industrie weiterzuentwickeln. 1930 wurde Arnold das erste Patent eines „harmonikaförmig“ gefalteten Balges als Schutzabdeckung „für Führungsbahnen an Werkzeugmaschinen“ erteilt. Seit 1971 hört man in unserem Unternehmen nur noch selten Bandoneonklänge, meine Liebe zum Tango ist aber geblieben.
KEM: Der Faltenbalg wurde von Arnold entwickelt; welchen modernen Maschinenschutz bietet Ihr Unternehmen heute an?
Weinmann-Mang: Das Funktionsprinzip entspricht immer noch der Idee einer längenveränderlichen Abdeckung zum Schutz hochwertiger Maschinenelemente. Moderne Materialien und Konstruktionsverfahren in Verbindung mit neuen Produktionstechnologien haben zu Produktweiterentwicklungen geführt, die hohen Anforderungen gerecht werden. Jedes Jahr belegen zahlreiche Anmeldungen von Patenten, Gebrauchsmustern und Schutzrechten unsere Innovationkraft. Beispiele erfolgreicher Entwicklungen der letzten Jahre sind ArnoClix, ein System zur formschlüssigen Anbringung von Dachabdeckungen, Catena, ein selbsttragendes Führungssystem, das Kranbeladungen von Maschinen erleichtert und Strapano, eine faltenbalgfreie Schutzabdeckung. Als Systemlieferant können wir außerdem auch auf ausgefallene Anwenderwünsche uneingeschränkt eingehen.
KEM: Warum verzichten Sie bei Strapano im Aufbau vollständig auf einen Faltenbalg?
Für Hersteller wie auch Endkunden hat dieses System weitreichende Vorteile: Im Vergleich zu marktüblichen Faltenbälgen spart Strapano beim Zusammendruck um bis zu 30% Platz ein. Strapano besteht aus Federstahl, Trägermaterial und den aus einem eigensteifen, thermoplastischen Elastomer gefertigten Funktionselementen, die einen hohen Anpressdruck der Teleskopbleche gewährleisten. Vergleicht man die robuste Leichtbauweise von Strapano mit der massigen Ausführung einer Teleskopstahlabdeckung können bis zu 90% an Eigengewicht eingespart werden. Daraus resultiert eine höhere Dynamik und Genauigkeit im Bearbeitungsprozess. Aufgrund der federnden Eigenschaften des Grundmaterials wird außerdem das Nachschwingen deutlich gedämpft.
KEM: Wie stellen Sie die Funktionssicherheit von Neuentwicklungen sicher?
Weinmann-Mang: In unserem Technologiezentrum verfügen wir über zahlreiche verschiedene Prüf-, und Testmaschinen. Hier unterziehen die Ingenieure unseres F&E-Teams alle Neuentwicklungen aufwendigen Eignungsprüfungen und Lebensdauertests. Außerdem prüfen wir hier ständig eine Vielzahl neuer Materialien auf Eigenschaften wie Hitzebeständigkeit und Robustheit. Mithilfe unserer Prüfmaschinen können wir Kundenapplikationen und spezifische Anwendungen sehr gut simulieren, sodass man schon fast von einem Praxistest unter Laborbedingungen reden kann. Die Prüfung besonders ausladender Abdeckungen realisieren wir beispielsweise auf einer 6 m langen Anlage, die wir speziell für Prüfzwecke haben herstellen lassen. Unsere Produkte müssen auch bei Geschwindigkeiten von bis zu 240 m/min und Beschleunigungen von bis zu 5g noch hervorragende Eigenschaften aufweisen. Deshalb testen wir insbesondere unter hohen Verfahrensgeschwindigkeiten und mit sehr schnellen Richtungswechseln. Das ganze natürlich mit Millionen von Hüben, um die Lebensdauer des Produktes sicherzustellen.
KEM: Was decken Sie mit Ihren Produkten eigentlich alles ab?
Weinmann-Mang: Unsere Bälge der Classic-Serie haben sich in vielfältigen Einsätzen als Schutz gegen Kühlschmierstoffe, Schmutz, Staub, Öle und Fette bewährt. Darüber hinaus können sie flüssigkeitsdicht oder selbstverlöschend ausgestaltet werden. Bälge der Duplet-Serie bieten durch die Kombination mit Teleskopblechen besonderen resistenten Schutz bei Span- und Funkenflug. Strapano hat ähnliche Funktionen wie Duplet, allerdings mit deutlichen Platz- und Gewichtsersparnissen. Unter der Marke Fix&Finish entwickeln wir montagefertige Komplettsysteme aus verschiedenen Einzelabdeckungen. Außerdem haben wir mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Herstellung von WMB-Spiralen, die dauerhaften Schutz für Spindeln und Wellen bieten.
Arno Arnold, Tel.: 06104 4000-0, E-Mail: info@arno-arnold.de
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