Standardisiertes Getriebedatenmodell

Standardisierte Getriebemodell der FVA für den einfachen Austausch von Getriebedaten

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Standardisierung ist ein wichtiges Thema für die Antriebstechnik, nicht zuletzt im Zusammenhang mit Industrie 4.0. So auch in der Getriebetechnik. Daher stellt die Forschungsvereinigung Antriebstechnik der Industrie mit REXS (Reusable Engineering EXchange Standard) nun eine frei zugängliche, standardisierte Schnittstelle zum schnellen und einfachen Austausch von Getriebedaten zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

1. Standardisierte Schnittstelle zum Austausch von Getriebedaten
2. Schnittstelle liefert ein Plus an Effizienz & Qualität
3. Offene Architektur für maßgeschneiderte Lösungen
4. Zukünftige Entwicklung der Schnittstelle

In einer Zeit, in der die Vernetzung auf allen Ebenen der Gesellschaft und Industrie immer wichtiger wird, bildet die Software-Landschaft, die im Bereich der Getriebeentwicklung, -berechnung und -fertigung eingesetzt wird, ein sehr heterogenes Bild. Obwohl diese Programme unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben, ist ihre Datenbasis zu großen Teilen identisch. Es hat sich aber bis zur heutigen Zeit kein industrieweiter Standard zum Austausch von Getriebedaten etabliert. Dies führt zu vielen kosten- und pflegeintensiven Sonderlösungen sowie zu vermeidbarer Doppelarbeit. Dass eine konsequente Standardisierung wesentlich zum Erfolg beiträgt, beweist die Historie des deutschen Maschinenbaus, der bereits 1918 mit der Normung von Maschinenelementen startete. Was vor über 100 Jahren mit der Normierung von Kegelstiften begann, muss in Zeiten der Digitalisierung und Industrie 4.0 auf Softwareebene fortgeführt werden.

Standardisierte Schnittstelle zum Austausch von Getriebedaten

Die Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, einen industrieweiten Standard zum Austausch von Getriebedaten zu etablieren. Unter dem Namen REXS (Reusable Engineering EXchange Standard) wird die Schnittstelle in enger Zusammenarbeit mit Industrie und Forschung entwickelt. Die Schnittstelle definiert normübergreifend und branchenweit eine einheitliche Modellierung und Nomenklatur des Getriebes und seiner Bestandteile und basiert auf der detaillierten Begriffswelt von 25 Projektbegleitenden Ausschüssen der FVA. Durch ihre langjährige Erfahrung und die breite Verwurzelung in Industrie und Forschung ist die FVA in der Lage einen branchenweiten Standard zu etablieren. „Ein wesentlicher Meilenstein für die Industrie 4.0 ist die Verbreitung und Etablierung von Standards. Das REXS-Format hat das Potenzial dieses Ziel zu erreichen“, erklärt Hartmut Rauen, Geschäftsführer der FVA. Für die FVA-Partner SEW-Eurodrive und Schaeffler liegt der Fokus vorrangig auf dem Austausch von Getriebedaten im Rahmen der Lagerberechnung. Anstelle jedoch eine weitere spezialisierte Sonderlösung zu entwickeln, engagieren sich beide Unternehmen für das FVA-Vorhaben „Standardisierung der Getriebemodellierung“ und haben damit den Grundstein für die Schnittstelle gelegt. Durch ihre langjährige Erfahrung im Bereich Getriebesoftware wird die Praxistauglichkeit der entwickelten Konzepte im industriellen Umfeld gewährleistet. Als erste praktische Anwendung wurde der Datenaustausch zwischen der FVA-Workbench, Bearinx von Schaeffler und Wesilab von SEW mit Hilfe von REXS realisiert.

Schnittstelle liefert ein Plus an Effizienz & Qualität

Die Vorteile der Schnittstelle liegen auf der Hand: Sie reduziert Fehler beim Datenaustausch und minimiert den Pflegeaufwand bei der Kommunikation zwischen verschiedenen Programmen. Die Entwicklung neuer Schnittstellen ist sehr aufwendig. Dadurch ist die Hemmschwelle neue Verknüpfungen zwischen bestehenden Softwaretools zu schaffen hoch. Mithilfe einer einheitlichen Schnittstelle lässt sich eine solche neue Verknüpfung sehr effizient umsetzen, um den Produktentwicklungszyklus zu beschleunigen und zu verbessern. In REXS werden die Komponenten eines Getriebes auf Basis üblicher Parameter beschrieben. Die REXS-Spezifikation beinhaltet alles, was zur Definition eines Getriebemodells benötigt wird. Im Wesentlichen sind das Maschinenelemente, deren Attribute und Relationen mit denen die Beziehungen zwischen Maschinenelementen definiert werden. Durch die einfache und generische Struktur der Schnittstelle ist es möglich, sowohl Einzelkomponenten als auch Baugruppen und komplexe Getriebestrukturen abzubilden.

Offene Architektur für maßgeschneiderte Lösungen

Die Schnittstelle hat eine offene Architektur, sodass Firmen auch eigene Erweiterungen definieren können, ohne den Standard zu beeinflussen. Somit eignet sich die Schnittstelle sowohl zum Datenaustausch mit Standardprogrammen als auch für den internen Einsatz in eigenen Softwarelösungen. Die erste Version der Schnittstelle wurde unter der Creative Commons Lizenz (CC-BY-SA) zur alljährlichen FVA-Informationstagung am 29. November 2017 veröffentlicht und ist frei zugänglich unter www.rexs.info. Dort finden Interessierte weitere Informationen und können sich in die Weiterentwicklung der Schnittstelle einbringen.

Zukünftige Entwicklung der Schnittstelle

Während der Fokus der aktuellen Version der Schnittstelle noch auf der Beschreibung von Getrieben für Berechnungsprogramme liegt sind die Weiterentwicklungsmöglichkeiten vielfältig. Nach dem Motto „Wer Großes erreichen will, muss sich hohe Ziele setzen.“ Hat die FVA die Vision mit REXS eine Schnittstelle für alle CAE-Anwendungen im Bereich Antriebsstrang zu etablieren. Die FVA-Workbench ist der Rahmen, in dem bereits während der Weiterentwicklung der Schnittstelle neue Konzepte implementiert und auf Praxistauglichkeit getestet werden. Ab der Version 5.0 wird die FVA-Workbench mit jedem neuen Release stets den aktuellsten Stand der Schnittstelle unterstützen und damit einen wesentlichen Beitrag zum effizienten Datenaustausch leisten. Dem Anwender steht somit eine Referenzsoftware für die Implementierung der Schnittstelle zur Verfügung. jg

www.fva-net.de

Details zurREXS-Schnittstelle der FVA:

hier.pro/5s8xi

Hannover Messe 2018: Halle 23, Stand B19/1


„Ein Meilenstein für die Industrie 4.0 ist die Etablierung von Standards. REXS hat das Potenzial dieses Ziel zu erreichen.“

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