Vorkonfektionierte Energieführungen sorgen für reibungsloses Kirmes-Fahrgeschäft Robust, sicher und UV-beständig - KEM

Vorkonfektionierte Energieführungen sorgen für reibungsloses Kirmes-Fahrgeschäft

Robust, sicher und UV-beständig

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„Ischa Freimaak!“ – zu hochdeutsch: „Es ist ja Freimarkt!“ Mit diesem Ausruf entschuldigt der Bremer einmal jährlich alle großen wie kleinen Sünden, die in der Feierstimmung des größten norddeutschen Volksfests passieren. Anders die Betreiber der Fahrgeschäfte, sie können sich keine Sünden oder gar Fehler erlauben. Vor allem, wenn es um eine ganz neue Anlage geht, wie die transportable Raftingbahn „Wild ’n Wet“, welche auf der Großkirmes jetzt Weltpremiere feierte. Für die Daten- und Leistungsversorgung beim Einsatz der Wildwasserbahn sorgen ausgeklügelte Energieführungssysteme.

„Es gibt kaum eine Anwendung, bei der die Zuverlässigkeit aller Teile so wichtig ist wie bei einem Kirmes-Fahrgeschäft“, zeigt sich Daniel Löwenthal, in vierter Generation Schausteller und Inhaber von „Wild ’n Wet“, erleichtert, nachdem bei der Premiere Ende Oktober 2005 alles exakt nach Plan lief. Allein in den ersten Tagen des Bremer Freimarkts wurden immerhin 15 000 Fahrten mit der Raftingbahn gefahren. Unterbrechungen gab es keine einzige.

Gondel dreht sich um 180 Grad
Mit einem fast 20 m hohen Aufzug werden die Passagiere in ihrer Gondel nach oben, zum Ausgangspunkt der Wildwasserbahn transportiert. Dort beginnt dann der turbulente Rutsch durch die sich serpentinenförmig nach unten windende Wasserröhre. Bereits die rasante Fahrt nach oben, hoch über die Dächer der Stadt, ist ein Erlebnis. In wenigen Sekunden überwindet der Lift die Distanz. Dabei dreht sich die Gondel auf ihrer Plattform einmal um 180 Grad um die Aufzugskonstruktion herum. Gleichzeitig fährt die oben entleerte Plattform in entgegengesetzter Drehung nach unten, um die nächste Gondel aufzunehmen.
Die Aufzugslösung hilft, Geld bei der Platzmiete zu sparen. Nur 23 mal 43 m misst die Gesamtanlage und damit weitaus weniger als die früher üblichen Rampenlösungen, bei denen Wildwasserboote noch über ein schräges Laufband nach oben transportiert wurden. „Vergleichweise günstige 40 000 Euro kostet uns damit die Standmiete auf dem Bremer Freimarkt“, verrät Daniel Löwenthal. Auf dem Münchner Oktoberfest kann es auch mal leicht das Doppelte sein.
Bewegt wird der Aufzug von einem Antriebssystem, das als Besonderheit die Drehung vollführt. Etwas „knifflig“ war dabei die Herausforderung für die Energiezuführung der beiden beweglichen Plattformen, auf denen die neun Passagiere fassenden Gondeln angebracht sind. Die Plattformen besitzen ein automatisches Schließsystem, das die Gondeln vor dem Herausrutschen schützt. Sobald eine Gondel an ihrem Platz auf der Plattform angekommen ist, klappt eine Art Tor runter und schließt die Plattform nach außen ab.
Zweiter Energieverbraucher ist ein Transportband, das die Gondeln auf die Plattform zieht. Ist der Aufzug oben angekommen, klappt der Tormechanismus nach unten und das Transportband läuft an, um die Gondel in die Wildwasserbahn zu schieben. Der ganze Vorgang vom Einladen bis zur Fahrtfreigabe dauert gerade mal 30 Sekunden und verläuft mit äußerster Präzision. Dergestalt können bis zu 1000 Personen pro Stunde befördert werden.
Einbaufertig konfektioniert
Transportiert wird der Strom über zwei robuste und zuverlässige, komplett konfektionierte Igus-Energieketten vom Typ E4/4 Serie 3838 zu den Motoren und zu den Hydraulikaggregaten der beiden Plattformen. „Das war für uns die ideale Lösung“, so Horst Baasch, Gesellschafter und Geschäftsführer der Trierer Aufzugbau Baasch & Didong GmbH. Der mittelständische Aufzugbauer mit Sitz in Trier hat in den Fördergeräten für Wildwasserbahnen eine neue Marktlücke entdeckt. Seit 1998 haben Baasch & Didong u. a. Aufzüge für drei stationäre Bahnen im Phantasialand bei Köln sowie im Belantis-Park bei Leipzig errichtet. „Wild ’n Wet“ ist nun die erste transportable Anlage, für die die Trierer einen Lift gebaut haben.
„Bei dieser Anlage sind die Anforderungen noch höher“, resümiert Baasch. So sind etwa alle Teile des Aufzugs permanent Wind und Wetter ausgesetzt. Durch die 180-Grad-Drehung wirken zusätzlich Fliehkräfte auf die Teile. Und schließlich muss alles in kürzester Zeit demontierbar und per Sattelschlepper zum nächsten Einsatzort transportierbar sein.
Das von Igus erfundene Konzept der „Readychains“ – einbaufertig konfektionierte Energieführungssysteme – hat die Trierer Aufzugbauer schnell überzeugt. Von der Beschaffung aller notwendigen Sonderteile bis hin zur Bereitstellung des anschlussfertigen Systems zu einem festgesetzten Montagetermin, überträgt der Kunde bei Readychain effizient und sicher seine gesamte Beschaffungslogistik auf den Lieferanten. Mit einem umfassenden Produktprogramm erfüllt Igus dabei alle Kundenforderungen. Dazu gibt es mittlerweile über 40 000 Einzelkomponenten ab Lager, darunter rund 750 kettentaugliche Leitungen sowie über 2500 Elektrokomponenten.
Gründe für Readychain
Bei der Automation von Maschinen und Anlagen gibt es in der Tat eine Reihe von unterschiedlichen Gründen, sich für vorkonfektionierte Energiezuführungen zu entscheiden. Die Fertigungskosten reduzieren sich, Fehlerquellen werden nahezu ausgeschlossen. Der Projektierungsaufwand sinkt und die Zuverlässigkeit steigt. Die Einsatzmöglichkeiten liegen unter vielen anderen insbesondere in der Montage- und Handhabungstechnik, in der Förder- und Lagertechnik oder im Maschinen- und Anlagenbau.
Gemeinsam mit den Igus-Außendienstmitarbeitern werden vor Ort die Anforderungen an das Gesamtsystem definiert. Dann wird ein optimal konfektioniertes Readychain-Energieführungssystem speziell für die Bedürfnisse des Kunden hergestellt, hier: Trierer Aufzugbau Baasch & Didong GmbH. Die Kette selbst besteht aus Spezialkunststoff, der leicht aber nahezu unverwüstlich ist. Die Energieketten halten nicht nur die mechanischen Belastungen u. a. durch die mitunter schnellen Bewegungen aus, sondern schützen zugleich die in der Kette liegenden Kabel vor Beschädigung.
„Die Beratung war hervorragend“, erzählt Horst Baasch, ausgebildeter Ingenieur, „das Produkt stimmte, der Termin stimmte und der vereinbarte Preis stimmte auch. Was will man mehr! Wenn man sich auf einen erfahrenen Systempartner verlassen kann, muss man das Rad ja nicht noch einmal neu erfinden.“ Nur wenige Wochen vergingen zwischen der ersten Anfrage bei igus und der Auslieferung der maßgeschneiderten Readychains. In dieser Zwischenzeit konfektionierten die Igus-Spezialisten die Energieketten. „Wichtig war zum Beispiel, dass das verwendete Material für die Kette UV-beständig ist und nicht spröde wird“, erläutert Igus-Berater Jochen Weber. Unter freiem Himmel ist die Raftingbahn nämlich ständiger Sonnenbestrahlung ausgesetzt. Normaler Kunststoff würde schnell brüchig. Gleiches gilt für die Isolierung der Stromkabel.
Verschleißfest bei Hitze, Frost, Wasser
Von extremer Hitze bis hin zu Frost reichen die Belastungen, denen das Readychain-Energieführungssystem im Kirmesbetrieb trotzen muss. Zudem ist ständig Feuchtigkeit im Spiel. Auch wenn es nicht regnet, so tropft doch permanent Wasser aus der Wildwasserbahn auf den Aufzug. „Außerdem mussten wir eine Lösung finden für die zentrifugalen Kräfte, folgend aus der 180-Grad-Drehung“, berichtet Jochen Weber. Die Readychain E4/4 Serie 3838 hat dafür einen sogenannten Hintergriff – ein konstruktiver Kniff, den sich Igus hat patentieren lassen. Beim Auf- und Abrollen greift in der Biegung jeweils das vordere Kettenglied in das folgende und stabilisiert es dadurch.
Beim „Wild ’n Wet“-Aufzug laufen die beiden E4/4-Energieketten verschleißfest in Führungskanälen. Während der rasanten Aufwärtsfahrt mit gleichzeitiger Drehung wird so ein Ausschlagen zu den Seiten verhindert. So geräuschlos tut die konfektionierte Energiekette ihren Dienst, dass nicht einmal ein leises Summen zu vernehmen ist. „Der ruhige Lauf ist ein Indiz für geringe Reibung, wenig Vibrationen und dadurch eine besonders lange Lebensdauer“, erklärt Jochen Weber. Die Energiekette schützt die im Inneren untergebrachten Stromkabel vor Beschädigung. Dazu Horst Baasch: „Unser Partner igus hat uns hier ein Komplettsystem geliefert, das vom unten am Aufzug stehenden Stromanschluss bis hin zum Stromanschluss der Aggregate auf den Plattformen reicht“.
Testlabor: perma- nente Optimierung
Beim Jahrmarkt-Fahrgeschäft ist die Betriebssicherheit das A und O. Kaum sonst irgendwo stellt der TÜV vor der Abnahme ähnlich hohe Anforderungen. Und auch die Betreiber haben ein gesteigertes Interesse an einem pannenfreien Lauf. Jede durch Stillstand verlorene Minute kostet bares Geld. Für die Zuverlässigkeit des Energieführungssystems übernimmt igus dabei Gewährleistung.
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