Rittal GmbH & Co. KG, Herborn

Schaltanlagen nach der Norm DIN EN 61439

Normgerechte Steuerungs- und Schaltanlagen nach DIN EN 61439
Michael Schell, Leiter Produktmanagement Power Distribution bei der Rittal GmbH & Co. KG Bild: Rittal
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Wie sich normgerechte Steuerungs- und Schaltanlagen aufbauen lassen, ist spätestens ab 1. November 2014 ausschließlich in der DIN EN 61439 festgehalten. Die Vorgängernorm wird dann zurückgezogen. Hervorgehoben wird nun der ganzheitliche Systemgedanke einer Niederspannungsschaltanlage. KEM fragt nach bei Michael Schell, Leiter Produktmanagement Power Distribution, zur Norm DIN EN 61439.

KEM: Welche Bedeutung hat die neue DIN EN 61439 für Schaltanlagenbauer?

Schell: Die neue Norm DIN EN 61439 beschreibt als Nachfolgenorm der DIN EN 60439 die Anforderungen und Nachweise für alle Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen. Anzuwenden ist sie für Energieverteiler, alle Schalt- und Steuerungsanlagen, Zählerschränke und Verteilerschränke. Oberstes Ziel der neuen Norm ist es, Personen im Umfeld von Schaltanlagen zu schützen. Deshalb bietet sie Unterstützung bei der Auslegung der Anlagen sowie dem sicheren Betrieb. Über standardisierte Verfahren können die Planer die zugehörigen Nachweise führen und damit sicherstellen, dass eine Schaltanlage dem Stand der Technik entspricht. Interessant ist: Die neue Norm ist eine neue Chance, denn sie untermauert den ganzheitlichen Systemgedanken einer Niederspannungsschaltanlage – eine Idee, die wir bei Rittal seit vielen Jahren mit unseren Systemlösungen erfolgreich etabliert haben.
KEM: Was ändert sich durch die DIN EN 61439?
Schell: Die aus der DIN EN 60439-1 bekannten Bezeichnungen für typgeprüfte Schaltgerätekombinationen (TSK) und partiell typgeprüfte Schaltgerätekombinationen (PTSK) entfallen. Künftig gibt es nur noch die ganzheitliche Betrachtung und den Begriff der Schaltgerätekombination. Zudem muss anstelle des Typprüfberichtes für neue Schaltanlagen ein sogenannter Bauartnachweis erbracht werden. Der vorherige Stückprüfbericht wird durch einen Stücknachweis ersetzt. Und eine Niederspannungs-Schaltgerätekombination wird durch die Definition der Schnittstellenparameter als Black-Box-Modell durch den Anwender oder Planer beschrieben. Der Hersteller hat aufgrund der Schnittstellenparameter den inneren Ausbau der Niederspannungs-Schaltgerätekombination zu dimensionieren und zu definieren.
KEM: Ab wann gilt die neue Norm?
Schell: Sie gilt bereits heute schon, auch wenn die vorhergehende Norm ebenfalls noch angewendet werden kann, bis sie spätestens am 1. November 2014 zurückgezogen wird – dann erlangt DIN EN 61439 Alleingültigkeit. Für alle Anlagen, die nach diesem Zeitpunkt in Betrieb genommen werden, muss die Planung und Dokumentation gemäß der neuen Norm erfolgen. Es macht also Sinn, bereits jetzt die neue Norm anzuwenden, selbst wenn sie seitens des Auftraggebers nicht vorgegeben ist. Bei Störfällen oder gar Personenschäden steht man so auf der sicheren Seite, da ja auf Basis standardisierter Verfahren die Sicherheit entsprechend dem Stand der Technik nachgewiesen wurde – letztlich hat das auch vor Gericht Bestand.
KEM: In welcher Form bietet Rittal dem Anwender Unterstützung bezüglich der Anwendung der DIN EN 61439 an?
Schell: Welche Anforderungen die Norm stellt, haben wir in einem Fachbuch dargelegt. Hier gehen wir darauf ein, was sich gegenüber der Vorgängernorm verändert hat und was der Schaltanlagenbauer heute tun sollte. Die Publikation bringt damit Klarheit in die komplexe Normenwelt, insbesondere mit Blick auf die Erstellung von Bauart- und Stücknachweisen. Gezeigt werden etwa zulässige Verfahren für die Nachweisführung einzelner Bauartennachweise sowie Musterbauartennachweise. Hinzu kommt praktisches Know-how, wenn es um Nachweise der Erwärmung durch Berechnungsverfahren, der Kurzschlussfestigkeit oder der Schutzleiterfunktion geht. Der Fokus liegt dabei immer auf ganzheitlichen Systemlösungen, ergänzt um Know-how zur Festigkeit von Werkstoffen sowie zu Isolationseigenschaften und der Schutzart von Gehäusen. Zusätzlich bieten wir Schulungen und Seminare an, die Anlagenbauer besuchen können. Dort stellen wir auch Tools und Software-Lösungen vor, die den Schaltanlagenbauer insbesondere beim Erstellen der Bauartnachweise unterstützen. I
Rittal, Tel.: 02772 505-0, schell.m@rittal.de, www.rittal.com/ normgerechter_Schaltschrankbau
Das Interview führte Michael Corban,
Chefredakteur der elektro AUTOMATION
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