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Made in Germany

Minden – Sondershausen: Die Formel Eins der Interface-Technik
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Die vor ca. 20 Jahren erhaltene Patentschrift Nr. 2706482 über die Wago-Käfigzugfeder hat nicht nur die elektrische Anschlußtechnik revolutioniert, sondern ist die Wurzel eines mustergültigen Formel Eins-Startes für einen weltweiten Produkt- und Unternehmenserfolg. Über die in diesem Rennen seit 1990 gespielte beispielhafte deutsch-deutsche Trumpf-Karte informierte sich die KEM im thüringischen Sondershausen.

Autor: Horst Böhland, Red. KEM

Nähert man sich dem sagenumwobenen Kyffhäusergebirge in Nordthüringen vom Nordwesten her, kommt man über Sondershausen an einem wuchtigen, in Erweiterung befindlichen grün-weißen Gebäudekomplex auf 80 000 m² durchgrünter Grundstücksfläche vorbei. Die Gebäude-Aufschrift „Wago“ ist für das heutige Armenhaus Deutschlands – jeder Fünfte ist arbeitslos – mehr als ein Rettungsboot in schwerer See.
Zu Füßen Kaiser Barbarossas nahm die in Minden ansässige, international operierende Wago-Gruppe – Primus und Marktführer der elektrischen Federklemmtechnik – 1991 ihre weltweit vierte Fertigungsstätte in Betrieb. Zwei Jahre danach errichteten die Ostwestfalen in 16monatiger Bauzeit einen Werksneubau für ca. 32 Mio. DM als Erstinvestor im neuen Gewerbepark „Berka-Hainleite“.
Dieser 12 000 m²-Neubau, erster Bauabschnitt eines wohldurchdachten Gesamtbebauungsplanes – entwickelt in Minden, aber realisiert mit Firmender Kyffhäuser-Region – vereinte die Bereiche Produkt- und Werkzeugkonstruktion, Werkzeugbau, Kunststoffpritzerei, Stanzerei, Automaten- und Handmontage, Qualitätssicherung, Lager und Versand unter einem Dach. Komplett gefertigt und versandt wurden von Minden verlagerte Baureihen und Eigenentwicklungen auf Basis der Cage Clamp-Technik.
Ehrliche Unternehmerverantwortung
Entgegen dem tausendfach erfolgten Ausschlachten und Plattmachen früherer DDR-Betriebe durch Spekulanten aus dem Westen haben die Wago-Gesellschafter, Bowthorpe plc, England (51 Prozent) und Wago-Geschäftsführer Wolfgang Hohorst (49 Prozent), mit diesem Schritt Mut, Weitsicht und ein außerordentliches soziales Engagement praktiziert.
„Für den Standort Sondershausen sprechen die geographische Lage nahe dem Mittelpunkt Deutschlands, der künftige hervorragende verkehrstechnische Anschluß und der bestehende Stamm an qualifizierten Mitarbeitern von Kali, auf die wir zurückgreifen konnten“, so Wolfgang Hohorst bei der Einweihungsfeier seines Gewerbepark-Flaggschiffes 1993.
Das waren damals 150 Beschäftigte aus der Region, eingestellt während der Sterbeprozedur des ehemals stolzen Kali-Kombinates (ca. 7500 Beschäftigte!). „Bis heute haben wir unsere Belegschaft in der Wago Kontakttechnik GmbH, Werk 2 Sondershausen, auf 310 Mitarbeiter aufgestockt“ so der Technische Leiter Konrad Stromiedel, und, „mit Fertigstellung unseres Wago-Logistik- und Distributionscenters im Herbst 1999 wird diese Zahl bei 350 liegen“.
Damit nicht genug. Der mittlerweile größte Arbeitgeber der Region motivierte seine Mindener und Sondershäuser Mitarbeiter bereits auf zwei gemeinsamen Betriebsfesten in Minden bzw. Sondershausen und unterstützte die Renovierung des Residenzschlosses in Sondershausen mit 40 TDM.
Bauabschnitt auf Bauabschnitt
Das überproportionale Gruppen-Wachstum erforderte einen perfekten Start „mit rauchenden Reifen“ auf allen Unternehmens-Ebenen. Erzwungen durch den Zuwachs an Spritz- und Stanzautomaten bezog man den nächsten Neubau, das 2 600 m² große Stan-zereigebäude (4 Mio. DM.Bau), im Jahre 1996. Ohne Boxenstop, also unter laufender Produktion, wurden ganze Abteilungen wohldurchdacht erweitert und z. T. verlagert. Dabei war immer die komplette und autarke Herstellung aller Produktreihen des Werkes 2 gewährleistet.
Der auch für die Sondershäuser Produktionsorganisation zuständige Werkleiter Klaus-Dieter Koesling aus Minden verweist beim Rundgang stolz auf seine heutigen Fertigungs-Prunkstücke: über 90 Spritzgießautomaten und viele Schnellstanz- sowie Montageautomaten. Benachbarte Reserveflächen und der bis 1999 fertiggestellte nächste Neubau einer Automatenmontage-Halle – dafür erfolgen gegenwärtig die Erdarbeiten – lassen den Investitionsdruck und die anstehende mittelfristige Fertigungsexplosion erahnen.
Wago-Logistik- und Distributionscenter
Die in Minden ebenfalls rasant expandierende Fertigung der Wago-Elektronik, das „Time-to-market“, das weltweite Wachstum und der kommende Euro erfordern nun für ca. 17 Mio. DM einen „kompletten Satz modernster Reifen“. „Wir werden unsere Kunden in Zentraleuropa künftig von unserem Wago-Logistik- und Distributionscenter in Sondershausen beliefern und nicht mehr von den Lägern in diesen Ländern“, so der geschäftsführende Gesellschafter Wolfgang Hohorst auf der Hannover-Messe 1998. Nur ein derartiges vollautomatisiertes Lager könne gewährleisten, das ständig und schnell wachsende Riesen-Produktprogramm den Endkunden just-in-time verfügbar zu machen. Hinzu kommt, daß bereits heute alle Massenartikel in Sondershausen gefertigt werden, im Verbund mit Minden nur hier Erweiterungsflächen verfügbar sind und Neuprodukte wie die „Cace Clamp Compact“ oder der neue Kunden-Service „ProServe“ nur hier ansiedelbar sind.
Hier einige Lager-Features:
n FiFo-Lagerungsmethodik mit Mindestbestand aller Wago-Artikel
– ca. 20000 Lagerartikel in 45 000 Lagerbehältern
n verkaufsfähiges Verpacken am Montageautomaten
n weltweite IT-Vernetzung, eigenes PPS-System, vollautomatische Einlagerung und Kommissionierung, Lieferung von Katalog-Artikeln binnen drei Tagen
Das alles ist abzustimmen mit den Funktionen der Rohmate-riallagerung, der produktionsnahen Zwischenläger, der Qualitätssicherung und der kontinuierlichen Portfolio-Erweiterung, beginnend bei der Produktentwicklung.
Produktentwicklung vor Ort
„Neuprodukte werden bei Wago in dem Werk entwickelt, das sie später herstellt“, erklärte der auch für Konstruktion und Entwicklung im Werk 2 zuständige Technische Leiter Stromiedel. Dafür hat man in einem Startprojekt 1991 die erste Sondershäuser Kernmannschaft an konkreten Neuentwicklungen sechs Monate in Minden auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Mit der Einführung von CAD erreichte die Elektromechanik-Entwicklung dann im Jahre 1994 weitere Unabhängigkeit und ein neues Niveau in Sondershausen. Seither kann man in Abstimmung mit dem Werk 1 noch besser auf die Markt-Anforderungen reagieren. Beispiele hierfür sind patentierte Steckverbindungen für Industrie-Leuchten, die Rangierwaben und -klemmen für die Prozeßautomatisierung, oder das jüngste Kind: die Wago Frontverdrahtung Transformatorenklemmen mit Schneidklemmenanschluß für die Spulenkontakte und Cage Clamp-Anschluß für 0,08 mm² bis 4 mm² auf der Anwenderseite.
Würde Kaiser Barbarossa nicht weitere 100 Jahre schlafen, die „Wagos“ könnten ihn erlösen!
Die Wago-Gruppe
n 1951 Gründung durch Friedrich Hohorst und Heinrich Nagel
n 1977 Erste Klemmen auf Grundlage des Patentes Nr. 2706482 über die heute als „Cage Clamp“ bezeichnete elektrische Anschlußtechnik mittels Käfigzugfeder, welche die Schraubanschlußtechnik ersetzte
n Kontinuierliches Wachstum in den Folgejahren durch milliardenfachen, weltweiten Einsatz von „Cage Clamp“
n Umsatz 1994: ca. 200 Mio. DM mit 1500 Mitarbeitern in 41 Ländern
n Umsatz 1997: über 300 Mio. DM mit weltweit ca. 2 000 Mitarbeitern
Ausführliche Informationen
Verdrahtungs-
automat CC-Matic
KEM 613
Cage Clamp-
Trafoklemmen
KEM 614
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