Anwendungsoptimierte Sicherheitsbremsen auf Basis markterprobter Standardbaureihe

Konfiguration statt Sonderkonstruktion

Anzeige
Die Anforderungen an Sicherheitsbremsen sind je nach Einsatzbereich sehr vielfältig. Deshalb hält der Trend an, diese anwendungsoptimiert auszuführen. Die Anwender möchten einerseits ein hohes Maß an Anpassungsmöglichkeiten haben, andererseits aber nicht auf die Vorteile von Standardprodukten verzichten. Beides lässt sich mit ausgereiften Standard-Produktplattformen realisieren, die durch Konfiguration und Konfektion individuell zugeschnitten werden.

Individuelle Kundenwünsche und anwendungsoptimierte Lösungen wurden in der Vergangenheit häufig durch komplette Neuentwicklungen mit allen damit verbundenen Kosten und Risiken realisiert. In der Regel will der Kunde aber keine speziell für ihn entwickelte, kostspielige und unausgereifte Sonderlösung. Deshalb wird diese Vorgehensweise immer seltener praktiziert. Mayr Antriebstechnik entwickelt heute sehr viele anwendungsoptimierte Sicherheitsbremsen auf Basis der markterprobten „Roba-stop“- Baureihen. Die angepasste Lösung bietet damit die gleiche Qualität, technische Reife und Sicherheit wie das Standardprodukt.

Fail-Safe-Prinzip
Roba-stop-Bremsen sind elektromagnetische, ruhestrombetätigte Federdruckbremsen und arbeiten nach dem „Fail-Safe“-Prinzip. Sie sind im stromlosen Zustand geschlossen und entsprechen damit den geforderten Sicherheitsaspekten bei allen Betriebsbedingungen, einschließlich Not-Aus und Stromausfall. Aber auch bei einer Beschädigung der Bremse, zum Beispiel durch Kabelbruch oder Ausfall der Magnetspule, bleibt das Bremsmoment erhalten. Ausfallsicher (Fail-safe) heißt also, dass die Bremswirkung auch bei ungünstigen Bedingungen und Betriebsstörungen immer sichergestellt ist. Massen und Lasten werden also durchweg sicher und zuverlässig gehalten. Beim Einschalten des Stromes baut sich ein Magnetfeld auf, das die Ankerscheibe gegen die Federkraft an den Spulenträger zieht. Die Bremse ist gelüftet, die Welle kann frei durchlaufen.
Die Sicherheitsbremsen-Baureihe „Roba-stop-M“ fällt durch einige Besonderheiten auf, die in Bezug auf Betriebssicherheit und Wartungsfreundlichkeit entscheidende Vorteile bringen. Dazu zählt die geschlossene Bauform und die hohe Schutzart IP 54, beziehungsweise IP 65 in abgedichteter Ausführung. Auch bei extremen Umgebungsbedingungen ist die Funktionssicherheit der Bremse meistens ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen gewährleistet. Roba-stop-M Bremsen sind für 100 % Einschaltdauer ausgelegt. Sie sind wartungsfrei auf die Lebensdauer der Reibbeläge.
Einsatz im Freien
Aufgrund ihrer hohen Schutzart bringen Roba-stop-M Bremsen meistens schon alle Voraussetzungen für den Einsatz im Freien mit. Mit geringfügigen Anpassungen beim Korrosionsschutz werden sie sogar seeklimatauglich, beispielsweise für den Einbau in Schiffswinden. So genannte Koppelwinden dienen zum Verzurren von Schubschiffsverbänden in der Binnenschifffahrt. Über Stahlseile werden das Schubschiff und die antriebslose Schubeinheit verbunden. Bei größeren Schubverbänden werden auch einzelne Schubeinheiten untereinander verbunden. Die Auslegung der Koppelwindenantriebe erfolgt nach zwei verschiedenen Kriterien. Zum einen nach der Zugkraft, um die Schubverbände am Anlieger oder im Hafen zusammenstellen zu können. Zum anderen nach einer wesentlich höheren Haltekraft, um eine sichere Verbindung während der Fahrt zu gewährleisten.
Häufig werden diese Windenantriebe manuell über ein großes Handrad oder über hydraulische Antriebe betätigt. Manuelle Antriebe erfordern mindestens zwei Personen. Da man auch in der Binnenschifffahrt gezwungen wird, Personalkosten zu reduzieren, geht diese Antriebsart bei neuen Anlagen oder Modernisierungsmaßnahmen heute stark zurück. Hydraulische Antriebe sind ebenfalls rückläufig. Gründe dafür sind Umweltschutzaspekte und der hohe Aufwand für zusätzliche Systeme zur Erzeugung und Bereitstellung der Energie. Elektromechanische Windenan- triebe bieten eine zeitgemäße Alternative zu Hydraulik und Handantrieb. Da die Haltekraft um den Faktor drei größer sein soll als die Zugkraft beim Zusammenstellen der Schubeinheit, reicht eine Motorbremse nicht aus.
Um die hohen Haltekräfte zu realisieren, montierte der Windenhersteller eine Roba-stop-M Haltebremse in abgedichteter Ausführung mit Schutzart IP 65 an der Windenseitenwand. Strom ist an Bord vorhanden, die elektrische Zuleitungen lassen sich einfach verlegen. Über eine integrierte Handlüftung kann die Bremse auch ohne Strom mechanisch durch Auslenken eines Bügels geöffnet werden.
Personensicherheit
In der Koppelwinde hat die Bremse reine Haltefunktion. In anderen Applikationen, beispielsweise beim Einsatz in Krankenfahrstühlen, müssen die Bremsen auch Reibarbeit verrichten. Solche Fahrzeuge verhelfen den Betroffenen zu Mobilität und bieten damit auch ein Stück Lebensqualität. Die Personensicherheit, die hier natürlich höchste Priorität hat, stellt besondere Anforderungen an die Antriebstechnik. Einfache Permanentmagnetbremsen kommen als Motorbremse für die Einzelradantriebe nicht in Frage, da sie nicht für Reibarbeit konzipiert sind. Zum einen wird während der Fahrt beschleunigt und abgebremst, zum anderen muss bei Abfall der Batteriespannung das Fahrzeug in sehr kurzer Zeit zum Stillstand gebracht werden. Allerdings muss auch bei Spannungsausfall die Möglichkeit gegeben sein, die Bremsen zu öffnen, um das Fahrzeug von Hand bewegen zu können. Zudem sollen die Bremen kompakt, wartungsfrei und korrosionsgeschützt sein und möglichst leise arbeiten.
Die Roba-stop-M-Positionierbremse erfüllt alle gestellten Forderungen, nachdem ein paar individuelle Anpassungen vorgenommen wurden. Sie erhielt eine für 12 VDC-Batteriespannung geeignete Magnetspule. Zum manuellen Öffnen wurde der sonst übliche Handlüftbügel durch einen Bowdenzug ersetzt. Die Bremsen sind abgedichtet. Wenn extrem hochwertiger Korrosionsschutz gefordert wird, kommt eine hart verchromte Ausführung zum Einsatz. Die präzisen Schaltzeiten der Bremsen garantieren einen synchronen Betrieb der beiden Einzelradantriebe und verhindern so unbeabsichtigte Kurvenfahrten, die sonst vor allem bei Notabbremsungen entstehen würden. Großflächige Reibbeläge garantieren den störungsfreien Betrieb über einen langen Zeitraum. Der Arbeitsluftspalt ist konstruktiv vorgegeben und nicht veränderbar – der beste Schutz gegen Montage- und Einstellfehler. Das Bremsmoment kann durch unterschiedliche Federbestückung variiert werden. Roba-stop-M-Bremsen lassen sich aufgrund des kompakten und funktionssicheren Aufbaus schnell und kostengünstig montieren.
Atex-Ausführung
Es gibt die Roba-stop-M-Bremsen auch in Atex-Ausführung gemäß Richtlinie 94/9 EG (Atex 95). Diese Sicherheitsbremsen mit der Klassifizierung II 3 G EEx n T3 D 120°C X können in explosionsgefährlichen Bereichen der Zonen 2 und 22 eingesetzt werden. Die Zone 2 ist ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche explo- sionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt. Zone 22 ist ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche, explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbarem Staub normalerweise nicht oder aber nur kurzfristig auftritt.
Die Marke Roba-stop-Sicherheitsbremsen steht für zahlreiche unterschiedliche Produktreihen, die sich tagtäglich in den verschiedensten Anwendungen bewähren. Mayr Antriebstechnik entwickelt ständig neue Bremsenkonzepte, die höchste Sicherheitsansprüche gemäß nationaler und internationaler Normen erfüllen, zum Beispiel für den Einsatz in Personenaufzügen, Hubwerken, Bühnenantrieben, in der Krantechnik und in Vertikalachsen. Der Mauerstettener Antriebstechnik-Spezialist bietet auch allgemein eine der breitesten und modernsten Produktpaletten bei Sicherheitsbremsen, basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung in Entwicklung, Fertigung und Anwendung.
Roba-stop-M- Sicherheitsbremsen KEM 451
Gesamtprogramm Sicherheitsbremsen KEM 452
Anzeige

Video aktuell

Basierend auf dem brandneuen Standard Wireless-IO-Link zeigt Timo Mauderer, Leiter Vorentwicklung bei der Zimmer Group den intelligenten Roboterflansch, der kabelgebundene mechatronische Greifer mit wireless-IO-Link verknüpft und somit eine externe Roboterverkabelung in vielen Fällen überflüssig macht.

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Top-Thema Spannvorrichtungen

Spannvorrichtungen

Alles über Spannvorrichtungen und welches Einsparungspotenzial sie bieten

Top-Thema Schaltschränke

Alle Infos über den Schaltschrankbau mit seinen Komponenten, Geräten und deren Verdrahtung

Kalender

Aktuelle Termine für Konstrukteure

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de