Push-in-Technik wird universell einsetzbar

Klemmen werden noch kleiner

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Reihenklemmen mit Push-in-Technik liegen im Trend. Inzwischen gibt es diese Anschlusstechnik für die gesamte Bandbreite der Elektroinstallation – von der Milliampere-Signal-Übertragung bis hinauf zur Hochstrom-Speisung. Mit den neuen Micro-Klemmen hat Phoenix Contact sein Reihenklemmen-Programm auch nach unten hin ergänzt.

Moritz Krink, Produkt-Marketing Clipline Complete, Phoenix Contact

In den Schaltschränken und Schaltkästen einer jeden Anlage finden sich zahlreiche elektromechanische Komponenten – zahlenmäßig am häufigsten vertreten ist wohl die Reihenklemme. Von der Theorie her erfüllt sie eine einfache – wenngleich wichtige – Aufgabe: die sichere Übertragung von Strom und Spannung zwischen den angeschlossenen Leitern. Die hergestellte Verbindung muss tadellos sein, sie muss verlässlich in allen Anwendungen jahrzehntelang funktionieren – und das bei geringen Übergangswiderständen und Wärmebildung. Die Basis für eine dauerhaft zuverlässige Klemmverbindung bilden hochwertige Werkstoffe – den physikalischen Gesetzen müssen sich alle Verbindungstechnik-Produzenten stellen. Die größte Herausforderung bei der Entwicklung von Reihenklemmen liegt in der Anschlusstechnik – hier hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Evolution stattgefunden.
Mit Push-in-Technik die Effizienz steigern
Die Bedeutung des Themas Anschlusstechnik hat Phoenix Contact früh erkannt und sukzessive in die Weiterentwicklung des Reihenklemmen-Systems Clipline Complete einfließen lassen. Das System bietet dem Anwender untereinander kompatible Anschlusstechniken, die sich alle ein einheitliches Zubehörprogramm teilen.
Die Gründe für die Auswahl einer bestimmten Anschlusstechnik können vielfältig sein. Zum einen gibt es regionale oder branchenspezifische Präferenzen, zum anderen bestimmen applikationsbedingte und wirtschaftliche Faktoren über deren Einsatz. Wirtschaftliche Erwägungen spielen in immer mehr Branchen eine Hauptrolle – nicht nur im Maschinen- und Anlagenbau. Getrieben von Preisdruck und Optimierungsprozessen sowie von methodischen Konzepten wie KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) oder Kaizen, werden zeitgemäße Anlagen immer häufiger mit flexiblen und effizienten und dabei kompakten und einfachen Verdrahtungen ausgerüstet.
Für diese Anforderungen ist die Push-in-Technik prädestiniert. Diese Technik, die sukzessive erweitert wird, arbeitet nach dem Druckfederprinzip: der Leiter wird direkt gesteckt, ohne dass zuvor die Klemmstelle geöffnet werden muss. Durch das spezifische Design der Stahlfeder, die den Leiter gegen den Strombalken drückt, werden bis zu 50 % weniger Steckkräfte zur Montage des Leiters benötigt. Das verkürzt die Verdrahtungszeiten und schafft Luft für andere zeitintensive Gewerke bei der Errichtung von Maschinen und Anlagen. Damit gehört die Verdrahtung als Flaschenhals der Elektroinstallation endgültig ins Reich der Vergangenheit.
Kleinste und größte Push-in-Klemme der Welt
Dabei deckt das Reihenklemmen-Programm Clipline Complete nicht nur den klassischen unteren und mittleren Leiterquerschnitts-Bereich zwischen 0,14 und 16 mm² ab. Bereits im letzten Jahr hatte Phoenix Contact mit der neuen Reihenklemme PT-Power 150 gezeigt, dass selbst im oberen Leistungsbereich bis 309 A bei 150 mm2 Leiterquerschnitt einfach und werkzeuglos verdrahtet werden kann. Dieses Segment wurde bislang ausschließlich mit Bolzen- oder Schraubanschlüssen bedient.
Selbst bei dieser Größe ist das Anschlussprinzip einfach, auch hier sorgt die Federkraft für einen programmierten festen Kontakt des Leiters mit dem Strombalken. Im Gegensatz zu den kleinen Push-in-Klemmen sind die großen mit bis zu drei zusammenwirkenden Federpaketen ausgestattet – damit bieten sie eine hohe Kontaktqualität. Bedient werden alle Push-in-Klemmen mit einem Werkzeug, das dem Elektromonteur gut bekannt ist: dem Schraubendreher. Erfolgt die Demontage von Leitern bei Push-in-Klemmen bis 16 mm2 mittels integriertem orange-farbenem Betätigungs-Hebel, werden Leiter ab 35 mm2 mithilfe eines drehbewegten Powerturn-Hebels geöffnet. Eine klare Separierung der Funktionsbereiche Leiteranschluss und Demontage schließt Verdrahtungsfehler aus – ein Falschstecken des Leiters ist so schon technisch nicht möglich.
Ein weiterer konstruktiver Vorteil der Push-in-Technik ist die Kompaktheit. Dem Trend der Miniaturisierung folgend müssen auch Reihenklemmen kompakter werden. Eine hohe Leistungsfähigkeit bei stark reduziertem Platzbedarf zeigt das neueste Mitglied der Push-in-Familie: Die Micro-Push-in-Klemme MP 1,5, die zur Zeit als kleinste Push-in-Klemme der Welt gilt.
Platz nutzen – der eigentlich keiner ist
Längst hat sich neben der weltweit akzeptierten Tragschienen-Größe NS 35 mit einer Baubreite von 35 mm eine deutlich kleinere Variante etabliert: Die Tragschiene NS 15 wird mit einer Breite von nur 15 mm gern in Steuer- und Verteilerkästen genutzt. Für dieses Format wurden die sogenannten Mini-Klemmen entwickelt – hier bietet Phoenix Contact die Push-in-Klemmeyep !y MPT 1,5/S, die mit ihrer Baubreite von nur 3,5 mm im Signal- und Steuerbereich eingesetzt wird. Diese Miniatur-Reihenklemme ist durch den doppelten Brückenschacht vollständig in das System Clipline Complete integriert, und sie kann auch auf das umfangreiche Systemzubehör zugreifen.
Hinsichtlich der Kompaktheit geht die Micro-Serie noch einen Schritt weiter. Weil in den kleiner werdenden Schaltschränken der Platz kostbarer wird, bietet die Micro-Push-in-Klemme mit ihren fast quadratischen Abmessungen besondere Platzvorteile: Bei einem geringen Höhenmaß von nur 20 mm beträgt die Länge nur 19,9 mm. Als Teilungsbreite wurde 4,15 mm gewählt – damit Leitungen bis zu 1,5 mm2 mit Aderendhülsen mit Kunststoffkragen einfach montiert werden können.
Wie bei Reihenklemmen normativ vorgeschrieben, kann auch der nächst höhere starre Nennquerschnitt – also 2,5 mm2 – verwendet werden. Die neuen Micro-Klemmen sind mit einer maximalen Strombelastbarkeit von 17,5 A bei 500 V Nennspannung nach IEC 60947-7-1 bemessen. Nach UL 1059 wird bei der Verwendung in Usegroup D eine Nennspannung von 300 V und ein Strom von 10 A erreicht, 150 V / 10 A sind es in Usegroup C.
Auch für die Gebäudeinstallation
Die neuen Micro-Klemmen eignen sich auch für die Gebäudeinstallation. Die Insta-Version mit der Bezeichnung MPI 1,5 wurde nach dem Standard IEC 60998-2-2 zugelassen. Sie erfüllt die erhöhten Prüfanforderungen und darf in Gebäude-Verteilerdosen eingesetzt werden.
Die Micro-Klemme MP 1,5 kommt als umfassende Produktfamilie auf den Markt. So gibt es neben den Tragschienen-Varianten auch Klemmen oder Klemmblöcke für die Direktmontage. Die Klemmen eignen sich für die Montage in flachen Gehäusen sowie unter extrem beengten Platzverhältnissen.
Zur einfacheren Identifizierung kommt die Micro-Klemme mit sechs serienmäßig verfügbaren Farbvarianten auf den Markt. Das erleichtert nicht nur die Verdrahtung, sondern auch eine eventuelle Fehlersuche, denn verschiedene Potenziale können visuell sichtbar identifiziert werden. Zusätzlich sorgt das integrierte Prüfloch für ein einfaches Messen im Service- und Wartungs-Einsatz. Außerdem sind neben den Durchgangsklemmen vorgebrückte Klemmenblöcke von drei bis zehn Polen Teil der Klemmenfamilie. Aufgrund der hohen Kompaktheit eignen sie sich auch für die platzsparende Potentialverteilung.
Produktlücken werden geschlossen
Die Micro-Klemmenserie MP 1,5 betritt Neuland in punkto Leistungsfähigkeit und Kompaktheit. Theoretisch lassen sich noch kompaktere Bauformen entwickeln, diese hätten aber signifikante Abstriche der möglichen klemmbaren Leiter oder der Leistungsfähigkeit zur Folge. So umfasst beispielsweise die industrieübliche 1,5 mm²-Aderendhülse 4,0 mm – selbst das raffinierteste Design stößt hier an physikalische Grenzen.
Die Reihenklemmen-Serie mit Push-in-Technik wächst kontinuierlich. Neben den neuen Micro-Klemmen werden in den nächsten Jahren weitere Produktlücken geschlossen. Neben Funktion und Variation sind auch größere Leiterquerschnitte bis zu 240 mm² auf der Agenda. Neben der Programmvielfallt wird auch die automatisierte Bestückung und Assemblierung immer häufiger zum Thema. Die Push-in-Technik ist mit ihrer besonders einfachen und prozessicheren Bedienung geradezu prädestiniert, neben der Hand-Verarbeitung auch über Fertigungsautomaten und Robotik bedient zu werden. I

Info & Kontakt

40227720

Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg
Hannover Messe: Halle 9, Stand F40
Mehr Informationen zur Push-in-Anschlusstechnik t1t1p.de/ooc6

IEC 60998-2-2 – auch für Reihenklemmen?
Normativ sind Reihenklemmen im Standard IEC 60947-7-1 definiert – die Produktauslegung sowie notwendige Prüfungen werden daraus abgeleitet und auf dieser Basis durchgeführt. Die Norm IEC 60998-1, und speziell der für den Federanschluss relevante Teil IEC 60998-2-2, gilt für Verbindungsmaterial im Haushalt und ähnlichen Einsatzgebieten. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Konstruktionsweise der Verbinder: Reihenklemmen nach IEC 60947-7-1 sind für einen Festsitz auf einer Montagefläche konzipiert. Im Gegensatz dazu werden Verbinder nach IEC 60998-2-2 für fliegende Verbindungen, etwa in Verteilerdosen oder Kabelschächten, verwendet.
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