Hydraulikzylinder

KEM vor Ort bei der Herbert Hänchen GmbH & Co. KG

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Die Herbert Hänchen GmbH & Co. KG aus Ostfildern in der Nähe von Stuttgart ist ein führender Hersteller von Hydraulikzylindern. Gegründet im Jahr 1925 ist im Fami-lienunternehmen die dritte Generation dabei, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. KEM sprach mit dem Geschäftsführer und Vertreter der zweiten Generation, Hartmut Hänchen.

KEM: Herr Hänchen, Sie behaupten, dass Ihre Hydraulikzylinder eine längere Lebensdauer als vergleichbare Produkte haben. Warum ist das so?

Hänchen: Wir legen bei unserer Entwicklung und Fertigung Wert auf Präzision. Üblich am Markt ist eine Genauigkeit nach ISO Klasse 8, wir dagegen fertigen nach ISO 7. Wir verbinden Kolben und Kolbenstange zu einer untrennbaren Einheit. So können wir die weitere Bearbeitung an einem Teil vornehmen und erreichen damit eine exakte Flucht. Dies bedeutet einen höheren Produktionsaufwand, durch die längere Lebensdauer sinken die Gesamtkosten.
KEM: Aber wie können Sie sich das im hart umkämpften Markt leisten?
Hänchen: Durch eine Fertigungstiefe von 80 Prozent haben wir eine andere Kostenstruktur. Marktüblich ist eine Fertigungstiefe von etwa 40 Prozent. Ein weiterer Eckpunkt ist die Dicke der Chromschicht. Sie garantiert vor allem die Langlebigkeit unserer Zylinder. Entscheidend für die Qualität dieser Schicht ist das Honen. Das tun wir vor und nach dem Verchromen, damit die Schicht optimale Haftung und Oberflächenbeschaffenheit miteinander verbindet. Die so bearbeitete Oberfläche garantiert unter anderem die gute Schmierung der Dichtungen durch einen abrissfreien Ölfilm.
KEM: Ihre Zylinder erfordern demnach sicher ein hohes Know-how und eine intensive Beratung?
Hänchen: Ja. Diese Aufgabe nehmen wir ernst. Ein Beispiel dafür ist die siebensprachige Betriebs- und Wartungsanleitung von mehr als 250 Seiten, die wir mit jedem Produkt ausliefern. Auch dies gehört neben der persönlichen Beratung zur Investitionssicherheit. Darüber hinaus berücksichtigen wir, dass jedes Land einen anderen Markt hat und deshalb individuell angesprochen werden möchte. Schließlich haben wir einen direkten Exportanteil von 40 Prozent.
KEM: Letztes Jahr haben Sie in Ihrem Unternehmen mit der Einführung eines ERP-Systems begonnen. Was war dafür der Auslöser?
Hänchen: Ein ERP-System ist eine Anwendungssoftware zur Unterstützung der Ressourcenplanung eines Unternehmens. Damit können wir unsere gesamte Materialwirtschaft, unsere Stammdatenverwaltung, den Verkauf, das Marketing und die Produktion managen und so die Unternehmensprozesse vereinheitlichen. Wir wollen darüber hinaus unseren Rohmate- rial-Bestand aufstocken und zugleich die Kosten für Halbfertigungserzeugnisse optimieren. Ziel ist es, die Durchlaufzeit für unsere Produkte um fast 50 Prozent zu reduzieren. Wir können so noch besser auf die Anforderungen des Marktes reagieren.
KEM: Welche weiteren Strategien haben Sie für die Zukunft?
Hänchen: Wir planen für das Jahr 2009 Investitionen von 4,5 Millionen Euro. Durch die Anschaffung einer Sechs-Achs-Maschine werden wir die Durchlaufzeit der Zylinderverschlüsse um ein Drittel verkürzen. Wir werden unserere Lieferzeiten weiter reduzieren. Dies ist neben der Qualität und Langlebigkeit unserer Zylinder ein entscheidendes Verkaufsargument. Wir fertigen zu 100 Prozent in Deutschland. Dabei setzen wir auf ein gutes Verhältnis von altgedienten und jungen Mitarbeitern. Dazu trägt auch die hohe Ausbildungsrate von über 10 Prozent bei.(av) 
Hydraulikzylinder KEM 413
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