Nabtesco Precision Europe GmbH, Düsseldorf KEM vor Ort - KEM

Nabtesco Precision Europe GmbH, Düsseldorf

KEM vor Ort

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(as) Der Hersteller von hochuntersetzenden Getrieben möchte in Europa überdurchschnittlich wachsen. Während zur Zeit noch in etwa 60 Prozent aller Industrieroboter Nabtesco-Getriebe im Einsatz sind, möchte der Antriebsspezialist künftig in Europa mit seinen hoch untersetzenden Getrieben auch in anderen Branchen stärker Fuß fassen. KEM sprach mit Marcus Löw, dem Manager Sales Department.

KEM: Wer ist Nabtesco und welchen Stellenwert hat die Nabtesco Precision Europe innerhalb der Gruppe?

Löw: Nabtesco ist ein Zusammenschluss von den Unternehmen Teijin Seiki und der Firma Nabco im Jahre 2004. Die Gruppe teilt sich auf in die Bereiche ‚Precision-Equipment‘, ‚Transport-Equipment‘, ‚Aircraft and Oil Hydraulic Equipment‘ und ‚Industrial-Equipment‘. In der Division Precision-Equipment beschäftigen wir uns mit den Getriebeeinheiten wie den Trochoidgetrieben. Zum Transportequipment gehören unter anderem Bremssysteme für den Eisenbahnbau. Größten Anteil bei der Luftfahrt haben Antriebe für die Verstellung von Höhen- und Seitenrudern. Industrial Equipments ist das traditionelle Nabtesco-Geschäft, das sich mit Automatiktüren beschäftigt. Die Precision-Equipment Division generiert etwa zwanzig Prozent des Umsatzes der gesamten Gruppe, darunter hat Europa etwa den Anteil von einem Drittel. Die Nabtesco-Gruppe möchte das Geschäft in Europa künftig ausbauen. Unser Ziel ist es, bis 2014 den Umsatz im ‚Non-Robotik‘-Bereich mehr als zu verdoppeln. 3800 Mitarbeiter weltweit, davon elf in Europa, arbeiten für Nabtesco. Die Fertigung erfolgt bis auf wenige kundenbezogene Konfektionen komplett in Japan.
KEM: Nabtesco ist der weltweit größte Hersteller von Trochoidgetrieben. Was genau ist das Know-how dieser speziellen Getriebeart?
Löw: Durch den ständigen Kontakt von Bolzen und Exzenterscheibe erreichen wir mit dieser Technik ein sehr geringes Spiel und damit eine sehr hohe Steifigkeit im Getriebe. Das Spiel liegt bei unter einer Winkelminute. Wir können sehr kompakt bauen. Die Getriebe können hohe Drehmomente aufnehmen. Das alles birgt zahlreiche Vorteile.
KEM: Welche Non-Robotik-Branchen möchten Sie denn ausbauen?
Löw: Wir kommen ursprünglich aus der Robotik, in der wir immer noch sechzig Prozent Marktanteil haben. Verstärkt fokussieren wir uns künftig auf die Großantennentechnik, Medizintechnik, Werkzeug- oder Verpackungsmaschinenbau, Lebensmitteltechnik sowie Solar- und Windtechnik. Das sind nur einige der Möglichkeiten. Insgesamt kann man sagen, dass unsere Getriebe überall dort Einsatz finden können, wo hohe Steifigkeiten, Genauigkeiten und Wiederholgenauigkeiten gefordert sind.
KEM: Energieeffizienz und CO2-Reduzierung sind die Innovationstreiber der Antriebstechnik. Spielen diese Anforderungen auch bei Ihrer Produktentwicklung eine Rolle?
Löw: Ja natürlich, wir haben einen sehr hohen Wirkungsgrad von 85 Prozent in diesen Getrieben. Durch die hohe Untersetzung und die hohen Nennmomente, die wir mit unseren Getrieben erzeugen, lassen sich auch hydraulische Lösungen ersetzen, was ja bekanntlich ein großes Plus für die Umwelt bedeutet. Außerdem bieten wir geschlossene Getriebe an, die mit Öl vorgefüllt sind, wodurch sich das Risiko einer Kontamination der Umwelt vermeiden lässt.
KEM: Welche Neuheiten präsentierten Sie zur Automatica?
Löw: An Neuheiten präsentierten wir einen kompakten Antrieb. Hier ist ein RV-100 C-Getriebe eingesetzt. Jede der drei Exenterwellen wird von einem Servomotor angetrieben, dadurch werden Drehzahlen von 96 Umdrehungen pro Minute erreicht. Zudem liegt die Genauigkeit bei Plus/Minus 20 Bogensekunden. Außerdem haben wir unsere neue RD-Serie vorgestellt. Mit ihr ist es jetzt möglich, die Getriebe in drei verschiedenen Anbautypen zu bekommen: rechtwinklig, gerade und über Riementrieb.
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Funktionsweise Trochoidgetriebe
Das Antriebsritzel überträgt die Drehbewegung des Servomotors auf die Stirnräder. Die Drehzahl wird entsprechend Übersetzung zwischen Ritzel und Stirnrädern verringert. Letztere sind über eine Vielkeilwelle direkt mit den Exzenterwellen verbunden. Die Exzenter bewegen über Nadellager die Kurvenscheiben. Mit Kegelrollenlagern sind die Wellen in Abtriebswelle und Halteflansch gelagert. Je nach Getriebegröße gibt es zwei oder drei Exzenterwellen. Die Kurvenscheiben werden um die Verbindungssockel zwischen Abtriebs- und Halteflansch bewegt. Die Außenbolzen sind mit dem Teilungsabstand der Kurvenscheiben im Bolzenring angeordnet, der eine Teilung mehr als die Kurvenscheibe besitzt. Durchlaufen die Exzenter eine volle Drehung, drehen sich die Kurvenscheiben außermittig um eine Teilung weiter, wobei alle Kurven der Scheibe die Außenbolzen berühren. Die Drehbewegung wird von der Antriebswelle über das Stirnradgetriebe auf die Exzenter übertragen, die dann die Scheiben im Bolzenring abwälzen und damit die reduzierte Drehzahl erzeugen. Das Gesamtuntersetzungsverhältnis ist das Produkt des ersten und des zweiten Untersetzungsverhältnisses.
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