Testbericht Mercedes-Benz C 220 CDI: Comfort Dynamik Impression

Image – ja bitte!

Anzeige
Seit gut einem Jahr ist die neue C-Klasse von Mercedes-Benz mit 2,2-Liter-Dieselmotor und Common-Rail-Einspritzsystem auf dem Markt. Offensichtlich ein gutes Angebot, wählt doch immerhin mehr als ein Viertel der Käufer diese Kombination aus den insgesamt acht Motorva-rianten für die C-Klasse. Die Testfahrten für die KEM-Redaktion haben bewiesen, dass dieser moderne Dieselmotor enormes Fahrvergnügen bereitet.

Der Autor Dipl.-Ing. Jürgen Goroncy VdM, Besigheim, ist freier Mitarbeiter der Redaktion KEM

Das liegt zunächst am Lauf-geräusch des Motors, respekti-ve an nicht vorhandenen Geräuschanteilen. Wer beim Start nicht genau hinhört, merkt nicht, dass vorne ein Selbstzünder mit direkter Einspritzung arbeitet. Denn im Fahrbetrieb ist so gut wie kein Unterschied zu Ottomotoren festzustellen, höchstens kurz nach dem Kaltstart. Das früher dieseltypische Nageln wird vom Common-Rail-Einspritzsystem von Bosch wirksam unterbunden.
Common-Rail
Beim Common-Rail-Einspritzsystem setzt eine Hochdruckpumpe den Dieselkraftstoff weitgehend unabhängig von der Motordrehzahl unter Hochdruck (gegenwärtig 1 350, in absehbarer Zeit 1 600 bar). Er steht in einem länglichen Druckspeicher, dem „Rail“, bereit. Kurze Leitungen führen den Kraftstoff zu den Einspritzdüsen im Zylinderkopf, wo pro Brennraum ein elektronisch gesteuertes Magnetventil die Einspritzmenge und den Einspritzzeitpunkt zumisst.
Das bei in der Volkswagen-Gruppe eingesetzte Pumpe-Düse-System hat dagegen pro Motorzylinder eine Hochdruckpumpe, die jeweils den Einspritzdruck (1 600 bis 2 050 bar) für die unmittelbar benachbarte Einspritzdüse erzeugt. Mit diesem System verwandt ist das Pumpe-Leitung-Düse-Prinzip. Bei ihm liegt zwischen Kraftstoffpumpe und Einspritzdüse noch eine kurze Kraftstoffleitung. Es findet vorwiegend bei Lkw- und Schiffsmotoren Verwendung.
Während bei Common-Rail der Einspritzdruck kontinuierlich vorhanden ist, wird er bei den anderen Systemen wie Pumpe-Düse und bei Verteilereinspritzpumpen drehzahlabhängig erzeugt.
Pumpe-Düse
Die Verbrennungsgeräusche des Kraftstoffs sind mit Common-Rail deutlich leiser als bei der Pumpe-Düse-Einspritzung oder Verteilereinspritzpumpe. Das liegt nicht am Einspritzdruck, denn Pumpe-Düse-Systeme und Verteilerpumpen bauen höhere Drücke auf. Vielmehr sind mit Common-Rail mehrere Einspritzungen pro Arbeitstakt möglich und somit der Verbrennungsverlauf besser formbar. Andererseits verbrauchen Motoren mit Pumpe-Düse-System oder Verteilerpumpe in der Regel etwas weniger Kraftstoff als mit Common-Rail. Das sind allerdings meist „Laborwerte“. Einen wesentlich größeren Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch haben immer noch der Fahrstil des Fahrers sowie das Streckenprofil des Fahrbetriebs.
Fahrspaß bei Drehzahl 2000 1/min
Ein weiterer Vorteil des 2,2-Liter-CDI-Motors im Mercedes-Benz ist die Leistungsentfaltung. Schon aus Drehzahlen unter 1 000 Umdrehungen pro Minute geht es zügig vorwärts. Kein Wunder, bei einem Drehmoment von 315 Newtonmeter zwischen 1 400 und 2 600 Umdrehungen und einer Höchstleistung von 105 Kilowatt bei 4 200 Umdrehungen. Von einer dieseltypischen Anfahrschwäche und dem berühmt berüchtigten „Loch“ eines aufgeladenen Motors ist nichts zu spüren.
Mit diesem Antrieb erreicht der C 220 CDI nach Werksangaben eine Höchstgeschwindigkeit von 214 Kilometer pro Stunde. Auf der Autobahn jedenfalls waren Tempi von 180 bis 200 Kilometer pro Stunde ohne langen Anlauf bequem erreichbar. Lediglich die etwas hakelige Schaltung des Sechsganggetriebes trübte das harmonische Bild. Erfreulich ist der Kraftstoffverbrauch des Motors. Nach etwas mehr als 4 000 Kilometer für die KEM lag der durchschnittliche Verbrauch bei 6,6 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Und das bei einer Limousine mit etwa 1 600 Kilogramm Leergewicht.
Glas-Schiebedach bringt Licht
Zur Fahrfreude trägt auch das Fahrwerk der C-Klasse bei. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen ist das Handling überraschend leicht und präzise, ohne jedoch die hohe Laufruhe und den Abrollkomfort von früher preiszugeben. In Kurven untersteuert die heckgetriebene C-Klasse etwas, bleibt ansonsten aber sehr neutral. Wettbewerber in der Limousinen-Mittelklasse, insbesondere die Dreier-Reihe von BMW, und der Audi A4, sind deutlich straffer abgestimmt und vermitteln ein sportlicheres Fahrgefühl. Diese „Knackigkeit“ setzt sich bei den beiden Wettbewerbern auch im Innenraum fort, im Vergleich dazu wirkt das Interieur der C-Klasse etwas „hausbacken“. Das Schiebedach aus Glas sorgt sowohl für frische Luft als auch für eine sehr angenehme Lichtdurchflutung des Innenraums.
Die auf Wunsch erhältlichen Ledersitze sind sehr bequem und durch die elektrische Sitzverstellung (ebenfalls Sonderausstattung) stufenlos für eine optimale Sitzposition anzupassen. Doch in schnell gefahrenen Kurven – dank des Fahrwerks eine wahre Freude – bieten sie etwas wenig Seitenhalt. Nach kurzer Eingewöhnung erkennt der Fahrer, wie praktisch die mercedestypische Fuß-Feststellbremse mitsamt der Entriegelung unter dem Armaturenbrett ist.
Regen- und Licht- sensor helfen dem Fahrer
Apropos Armaturenbrett: Beim umfassend ausgestatteten Testwagen mit seinen Lenkstockhebeln, den Bedientasten im Lenkrad, links davon und in der Mittelkonsole sowie in der Türinnenverkleidung, dem Comand-System, dem Display innerhalb der Geschwindigkeitsanzeige oder auch der Einparkhilfe vorne an der Windschutzscheibe wird man nachdenklich.
Nachdenklich, ob der Fahrer mit dieser Informationsfülle noch zurecht kommt und die angebotenen Funktionsmöglichkeiten überhaupt ausnutzen kann. Doch es gibt auch Entlastung für den Fahrer: Vom Regensensor, der automatisch bei einer gewissen Wassermenge auf der Frontscheibe die Scheibenwischer betätigt. Sowie vom Lichtsensor, der bei einbrechender Dämmerung oder im Tunnel automatisch das Abblendlicht einschaltet.
Der Nachteil: Vieles der hochwertigen Ausstattung, etwa die Klimaanlage, die getrennt klappbare Rücksitzlehne, eine Einparkhilfe, ein Radio, Xenon-Scheinwerfer mit Leuchtweitenregelung oder die elektrische Verstellung von Vordersitzen, Lenkrad und Außenspiegel ist gegen Aufpreis erhältlich.
Dadurch stieg der Preis des Testwagens auf fast 85 000 DM – erheblich mehr als für das Basismodell (56 700 DM). Die Wettbewerber wie BMW Dreier-Reihe, Audi A4 oder der neue Ford Mondeo sind als Basismodell preisgünstiger und teilweise besser ausgestattet. Das hohe C hat eben seinen Preis.
Ausführliche Informationen
C 220 CDI
KEM 461
Schiebedach
KEM 462
Dieseleinspritzung
KEM 463
Lichtsensor
KEM 464
Regensensor
KEM 465
Anzeige

Emerson: Pneumatik 4.0

Smartenance
Pneumatik 4.0 bei Emerson im Überblick

Video aktuell

Basierend auf dem brandneuen Standard Wireless-IO-Link zeigt Timo Mauderer, Leiter Vorentwicklung bei der Zimmer Group den intelligenten Roboterflansch, der kabelgebundene mechatronische Greifer mit wireless-IO-Link verknüpft und somit eine externe Roboterverkabelung in vielen Fällen überflüssig macht.

Aktuelle Ausgabe

Titelbild KEM Konstruktion Entwicklung Management S3
Ausgabe
S3.2019
LESEN
ARCHIV
ABO

Newsletter


Jetzt kostenlos abonnieren!

Top-Thema Spannvorrichtungen

Spannvorrichtungen
Alles über Spannvorrichtungen und welches Einsparungspotenzial sie bieten

Top-Thema Schaltschränke


Alle Infos über den Schaltschrankbau mit seinen Komponenten, Geräten und deren Verdrahtung

Kalender


Aktuelle Termine für Konstrukteure

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de