Konradin-Marktstudie: ERP-Software im verarbeitenden Gewerbe

Hoffnung auf`s Überleben!

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Der Einsatz von ERP (Enterprise Resource Planning)-Software ist für größere Hersteller überlebensnotwendig. Wenige Standard-Software-Bullen scheinen den Markt mit ihren Software-Paketen abzudecken. Eine Studie des Konradin-Verlages, beruhend auf der Befragung von rund 1 500 der 10 000 Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeitern des verarbeitenden Gewerbes bringt Licht in dieses Dunkel: ein Keyplayer und viele Kleine mit Hoffnung auf´s Überleben!

Dieser Beitrag ist eine Gemeinschaftsarbeit der Redaktionen Industrieanzeiger und KEM des Konradin-Verlages

Produzierende Unternehmen nutzen das Rationalisierungspotential PPS (Produktionsplanungs- und Steuerungs-System)-Software. ERP-Systeme gehen darüber hinaus, integrieren z.B. auch das Personal- und Rechnungswesen oder die Materialwirtschaft. Wie ist die Marktverbreitung derartiger betriebswirtschaftlicher Software und wie nutzen Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeitern ein derartiges Rationalisierungsinstrument in Verbindung mit ihren CAD-Softwareprogrammen?
Grundlage der Konradin-Studie
Ausgangspunkt der Anwender-Befragung zum Thema ERP-Software durch den Konradin-Verlag waren Angaben des statistischen Bundesam-tes für das verarbeitende Gewerbe:
n 360 000 Arbeitsstätten
n 10 233 Arbeitsstätten mit mehr als 100 Mitarbeitern
n 1825 Arbeitsstätten mit mehr als 500 Mitarbeitern
n 826 Arbeitsstätten mit mehr als 1000 Mitarbeitern
Zu den gestellten Hauptfragen gehörten u.a.:
n Name der ERP-Software und Installtionsjahr
n Betriebssystem und Anwenderzahl
n Bekanntheitsgrad der Anbieterfirma und der Produkte
n Eingesetzte CAD-Software und unterstützte Arbeitsplätze
Bekanntheitsgrad versus Verbreitung
Im Ergebnis der Studie sind insbesondere drei Punkte bemerkenswert:n Der ERP-Markt ist ein atomisierter Markt mit sehr vielen Anbietern
n Von den großen Anbietern ist SAP mit 20,6 Prozent bei Unternehmen mit 200 bis 499 Mitarbeitern (Baan: 4,2 Prozent) sowie mit 42,2 Prozent bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern (Baan: 3,2 Prozent) der absolute Marktführer
n Etwa ein Fünftel der anwendenden Unternehmen nutzt selbstgeschriebene Software
Im Gegensatz zu diesen Marktanteilen stellt sich das Ranking der Top 5-Anbieter im Bekanntheitsgrad wie folgt dar:
n SAP: 96,3
n IBM: 94,2
n Baan: 79,7
n Oracle: 79,1
n Steeb: 44,4
Besonders auffallend ist die Vielzahl mittlerer und kleinerer Entwicklungshäuser auf diesem Markt. Diese haben sich vielfach auf bestimmte Branchen spezialisiert, wie etwa die Brain International AG aus Breisach am Rhein auf die Automobilzulieferer. 18,5 Prozent der Anwender nutzen Eigenentwicklungen, die besonders in den Bereichen Metall oder Kunststoffe verstärkt zu finden sind.
Aachener-PPS-Delphi-Expertenbefragung
Aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang auch das Ergebnis einer Befragung von 700 Experten aus Systemhäusern und Anwenderunternehmen zur PPS-Marktentwicklung nach dem Jahr 2000 durch das Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen.
Nach dieser Studie führt der momentan auf dem Markt herrschende Konsolidierungsprozeß zu einer deutlichen Verringerung der Anzahl unabhängiger PPS-Systeme. Einige Anbieter hätten nicht die Mittel, ihre Systeme ausreichend schnell weiterzuentwickeln. Die Folge: Das System wird nicht mehr als innovativ erkannt und demzufolge nicht mehr als Problemlösung akzeptiert. Mangels Neugeschäft gehen Marktanteile verloren, bis der Anbieter vom Markt verschwindet.
Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, daß ein Teil der Hersteller versuchen wird, diese Entwicklung durch Zusammenschluß der Systeme und Marktanteile zu stoppen. Insbesondere kleine und innovative Unternehmen könnten so in Nischen überleben, etwa durch die Konzentration auf eine Branche oder als Anbieter von Zusatzlösungen für größere Systeme.
Die Befragten gehen weiter davon aus, daß sich die Zahl der Hersteller größerer Kernsysteme auf zehn reduzieren wird. Allerdings sind sie aufgrund der variablen Anforderungen des Marktes bezüglich der verschiedenen Branchen oder Auftragsabwicklungstypen der Meinung, daß kein Anbieter den Markt beherrschen wird. Eine Entwicklung ähnlich derjenigen bei Büroanwendungen, wo Microsoft dominiert, wird nicht für wahrscheinlich gehalten. Diese Einschätzung ist insbesondere beim Vergleich mit der Studie des Konradin Verlags interessant, da sich aus dieser für den deutschen Markt eine Vorreiterrolle des SAP-Konzerns schlußfolgern läßt.
Branchenspezifisch für den Mittelstand
Es ist davon auszugehen, daß sich die derzeitigen Verhältnisse zukünftig verschieben. Von Interesse dürfte hier die weitere Entwicklung von Softwareherstellern wie etwa Brain sein, die ihren Fokus auf mittelständische Betriebe wie z.B. im Automobil-Zulieferbereich legen. Der Konradin-Studie zufolge erreicht Brain derzeit selbst bei Unternehmen mit Mitarbeiterzahlen zwischen 200 und 499, also der Kernzielgruppe, nur einen Marktanteil von weniger als 5 %. SAP dagegen verdoppelte bei Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten ihren Anteil auf über 40 % und hat weitere Branchenlösungen in der Pipeline.
Fast zwei Drittel der Befragten erklärten, in den kommenden zwölf Monaten weiter mit ihrem derzeitigen System arbeiten zu wollen. Immerhin 23,1 % werden erweitern und aufrüsten, weitere 12,9 % gar auf ein völlig neues System umstellen. Verglichen mit nur rund 5 % der Systeme, die aufgrund der Jahr-2000- oder Euro-Thematik verändert werden, plant in der Summe fast ein Drittel der Anwender generell diesen Schritt. Die Vorteile moderner Software hinsichtlich einer effizienteren Betriebsführung scheinen hier den Ausschlag zu geben.
Quantensprung in weiter Ferne
Daß jedoch keine Quantensprünge bei den Funktionalitäten zu erwarten sind, zeigt die Expertenbefragung der Aachener FIR-Forscher. Sie gingen in einem weiteren Fragenkomplex auf den Einfluß neuer Technologien ein, also etwa, ob sich dadurch bestehende Probleme schneller lösen lassen. Diese Hoffnung ist unter den Befragten stark gedämpft. Insbesondere die Schnittstellenproblematik, also das Anbinden an weitere EDV-Systeme wie CAD (computerunterstütztes Konstruieren), CAM (computerunterstütztes Fertigen) oder PDM (Produkt-Daten-Management), sei auch mit neuen Technologien nicht schnell zu lösen. Entscheidende Verbesserungen werden erst ab der Mitte des kommenden Jahrzehnts erwartet.
Hardware-Plattformen
Aus der Konradin-Studie läßt sich auch für die Verteilung der in den Betrieben eingesetzten Hardware-Plattformen ein recht klares Bild zeichnen: So vielfältig wie die Anzahl der eingesetzten Lösungen zeigt sich auch die unterlegte Systemlandschaft. Nur knapp ein Drittel läuft unter Unix. Immerhin 22,1 Prozent verwenden das Betriebssystem Win-dows NT. An dritter Stelle folgt die IBM-Plattform AS/400 mit 18,2 Prozent. Der Rest verteilt sich auf verschiedene andere Systeme. Zukünftig dürfte interessant sein, ob das Unix-Derivat Linux dem wachsenden NT-Anteil Paroli bieten kann.
Die KV-Marktstudie kann über den Konradin-Verlag, Leinfelden-Echterdingen, bezogen werden: Tel. 0711/7594203
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