Hans van der Velden, Geschäftsführer Bossard Deutschland, gibt Auskunft zur Firmenausrichtung

„Höhere Produktivität dank ganzheitlichem C-Teilemanagement“

„Gerade unter dem Aspekt von Industrie 4.0 geht es immer mehr darum, jederzeit und überall über „real time“-Infor-mationen zu verfügen.“ Hans van der Velden, Geschäftsführer Bossard Bild: Bossard
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Die Bossard Gruppe mit Hauptsitz in Zug in der Schweiz ist einer der Marktführer in der industriellen Verbindungs- und Montagetechnik. Ende 2012 machte das Unternehmen auf sich aufmerksam mit der Übernahme der KVT-Fastening GmbH aus Illerrieden bei Ulm. KEM sprach mit Hans van der Velden, Geschäftsführer Bossard Deutschland GmbH, über die Hintergründe und Herausforderungen, mit denen sich Unternehmen im Bereich der Verbindungstechnik und Lagerlogistik konfrontiert sehen.

Das Interview führte Bettina Tomppert, Redakteurin der KEM Konstruktion

KEM Konstruktion: Herr van der Velden, welche Produkte beziehungsweise Dienstleistungen bieten Sie an?
van der Velden: Die Bossard Gruppe ist ein in der siebten Generation geführtes Familienunternehmen und hat sich an über 70 Standorten weltweit auf die industrielle Verbindungs- und Montagetechnik spezialisiert. Unsere Erfahrungen in diesen Bereichen reichen 185 Jahre zurück. Wir bieten unseren Kunden darauf basierende technische Beratungsleistungen, rund eine Million Artikel sowie eigene Lösungen zur Lagerbewirtschaftung. Das macht uns zu einem Komplettanbieter und verlässlichen Partner der produzierenden Industrie.
KEM Konstruktion: Wie passt die KVT-Fastening GmbH mit ihrem Lösungsangebot dazu?
van der Velden: Der Schwerpunkt der Bossard Gruppe liegt ganz klar bei intelligenten Lösungen für die industrielle Verbindungstechnik, mit denen wir unseren Kunden zu einer höheren Produktivität verhelfen. Die besonderen Kompetenzen von KVT-Fastening rund um die Entwicklung von Verbindungslösungen speziell im Bereich der Niet- und Einpresstechnik, auch bekannt unter dem Begriff „Solutioneering“, sind eine ideale Ergänzung. Es ergeben sich im Portfolio kaum Überschneidungen, dafür umso mehr Synergien.
KEM Konstruktion: Wie profitieren die Kunden davon?
van der Velden: Die Philosophie von Bossard und KVT-Fastening ist, bei ihren Kunden die Prozesse in der Produktion sowie im B- und C-Teilemanagement zu verbessern und die jeweils optimale Lösung zu finden. Dazu blicken wir nicht zuerst in den Produktkatalog, sondern sehen uns das zu fertigende Werkstück oder Bauteil an – idealerweise bereits während der Konstruktion. Denn das größte Einsparpotenzial liegt branchenübergreifend in den C-Teilen, die bei der Herstellung zum Einsatz kommen. Obwohl sie rund 50 Prozent aller Einzelteile eines Produkts ausmachen, ist deren Materialwert geradezu verschwindend gering. Umso höher ist jedoch der Einfluss, den sie auf den Einkauf, das Lager, die Produktionskosten und die Lebensdauer eines Produkts ausüben. Genau hier kommt unser Engineering-Ansatz zum Tragen. Indem wir die richtige Verbindungslösung finden und beispielsweise multifunktionale Elemente anstatt Standardbefestiger empfehlen, beschleunigen wir die Produktion, verlängern den Lebenszyklus und reduzieren die Vielfalt im Lager sowie beim Einkauf. Diesen Prozess, beziehungsweise die zugrunde liegende Denkhaltung, Anforderungen zielgerichtet zu analysieren und in praxistaugliche Lösungen umzusetzen, nennen wir „Proven Productivity“.
KEM Konstruktion: Was verstehen Sie unter multifunktionalen Teilen?
van der Velden: Ein Beispiel: Für ein Bauteil ist zur Montage eine Schraube mit Unterlegscheibe und Sicherungsring erforderlich. Das sind drei Komponenten, die vom Einkauf und in der Lagerlogistik verwaltet sowie in der Produktion verbaut werden müssen. Fehlt nur eines davon, steht das Band still oder ist eine teure Expressbeschaffung fällig. Wird nur eines davon in der falschen Reihenfolge montiert, leidet darunter die Produktqualität, was zu Ausfällen und Rückrufen führen kann. Eine Lösung für Fälle wie diese stellen beispielsweise unsere ecosyn-fix Schrauben dar. Dort sind die Funktionen der Unterlegscheibe und des Sicherungsrings bereits integriert – unverlierbar und damit jederzeit prozesssicher anwendbar. Unser Industrie 4.0-Praxiskonzept „Smart Factory Logistics“ gewährleistet darüber hinaus, dass immer genügend Produkte auf Lager liegen.
KEM Konstruktion: Wie funktioniert dieses System?
van der Velden: Bei Smart Factory Logistics kommen Behälter mit Gewichtssensoren zum Einsatz. Diese übermitteln pausenlos den Bestand an B- und C-Teilen im Lager sowie in der Produktion des Kunden. Wir empfangen diese Daten, werten sie aus und liefern automatisch den entsprechenden Nachschub – je nach Leistungsdefinition auch direkt an den Arbeitsplatz. Der Kunde bemerkt davon nur, dass immer genügend Teile in den Behältern liegen.
Je nach Bedarf können die Behälter mit einem elektronischen Etikett versehen werden. Dadurch ergibt sich für den Kunden der Vorteil, dass wir ihm relevante Information zu jedem Behälter direkt am Ort des Verbrauchs anzeigen können, beispielsweise ob eine Nachbestellung aktiv ist, wie viel geliefert wird und wann diese eintrifft. Denn gerade unter dem Aspekt von Industrie 4.0 geht es immer mehr darum, jederzeit und überall über „real time“-Informationen zu verfügen. Genau hier setzt unser Smart Factory Logistics Konzept an. Es beinhaltet darüber hinaus die umfassende Überprüfung des gesamten Logistik-Managements – angefangen bei der Lieferung über die Konsolidierung von Lieferanten bis hin zum Betrieb und Unterhalt sowie der strategischen Beratung des Kunden. In diesem Zusammenhang kommt wieder der Standort Illerrieden ins Spiel. Hier entsteht gerade ein 6.100 Quadratmeter großes Lager, von dem aus wir ab Anfang 2017 Mitteleuropa und die CEE-Länder noch schneller und zuverlässiger beliefern werden.
KEM Konstruktion: Danke für das Gespräch.

Kontakt

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Bossard Deutschland GmbH, Illerrieden
Hans van der Velden
Tel.: +49 7306 782 402,


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