CE-Kennzeichnung: Technische Dokumentation und Marketing

Herausforderung und Segen

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In Europa gibt es heute nur noch einen einzigen Markt: den europäischen Binnenmarkt. Schon vor der Einführung des Euro konnte jedes europäische Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen europaweit anbieten und verkaufen. Ihnen allen steht damit der größte Binnenmarkt der Welt zur Verfügung.

Autoren:Dipl.-Ing. Burkhard Kramer, Geschäftsführer itd, Hofgeismar, Dipl.-Ing. Volker Krey, Geschäftsführer des Ingenieurbüros für Betriebskommunikation, Vellmar.

Diese neuen Regeln betreffen im wesentlichen vier Bereiche in einem Unternehmen:
n die Produktsicherheit – z. B.: die CE – Richtlinien
n die Arbeitssicherheit – z. B.: die Arbeitsschutzrichtlinien
n den Umweltschutz – z. B.: die Öko-Audit -Verordnung
n die Organisations-Abläufe – z. B.: DIN EN ISO 9000 – 9004
Von diesen haben nicht alle den gleichen Status! Einige wie die CE-Kennzeichnung und die Arbeitsschutzrichtlinien sind gesetzlich vorgeschrieben, also zwingend anzuwenden. Andere wie die Öko-Audit-Verordnung und die ISO 9000-9004 sind nur Empfehlungen, sie können freiwillig angewendet werden.
CE-Kennzeichnung
Der nachhaltigste Einfluß dieser neuen europäischen Binnenmarktregeln geht sicherlich von der CE-Kennzeichnung aus. Denn die mit ihr verbundenen EU-Richtlinien haben Gesetzeskraft und sind mittlerweile bei mehr als dreiviertel aller technischen Produkte anzuwenden. Hinzu kommt noch, daß sich die CE-Kennzeichnung direkt auf ein bestimmtes Produkt bezieht. Da dieses das Unternehmen verläßt, können Kontrollbehörden und Mitwettbewerber leicht nachprüfen, ob es die Anforderungen tatsächlich erfüllt.
Die Herausforderungen, die mit der CE-Kennzeichnung auf die kleinen und mittleren Unternehmen zukommen, lassen sich in drei Aufgabenbereiche zusammenfassen:
Die Anwendung prüfen, d.h., feststellen, welche EU-Richtlinien für das Produkt anzuwenden sind.
Die Anforderungen erfüllen, d.h., die in den EU-Richtlinien genannten Sicherheitsanforderungen einhalten.
Die Konformität bewerten, d.h., der Hersteller hat selbst (!) zu bewerten, ob sein Produkt den EU-Richtlinien entspricht; dies bescheinigt er in einer Konformitätserklärung.
Die technische Dokumentation und ihre Unterlagen
Viele dieser neuen CE-Richtlinien verlangen das Erstellen einer technischen Dokumenta-tion, vor allem in den Bereichen Gefahrenanalyse und Betriebsanleitung. Aber vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen noch die Organisationsstrukturen, um diese Dokumente zu einem annehmbaren Preis zu erstellen. Obwohl es noch keine gesetzlichen Aussagen darüber gibt, welche Dokumente zur technischen Dokumentation gehören, sind eine Gefahrenanalyse und das Erstellen einer Betriebsanleitung gesetzlich vorgeschrieben. Für die Form und den Umfang der Benutzerinformationen, wie z.B. Betriebs- oder Wartungsanleitungen, wird sehr häufig auf Normen zurückgegriffen.
Die technische Dokumentation umfaßt jedoch einen weit größeren Bereich als den gesetzlich geregelten. Eine Übersicht, welche Dokumente und Unterlagen über ein Produkt den Betrieb verlassen (externe Dokumentation) und welche im Unternehmen benötigt werden (interne Dokumentation), ist bildlich dargestellt.
Die Betriebsanleitung ist nur eines von vielen Dokumenten zu einem Produkt. Aufgrund der Produkthaftung ist es für den Hersteller das problematischste. Im deutschen Recht gibt es zwar kein spezielles Gesetz für die technische Dokumentation oder die Betriebsanleitung einer Maschine, dennoch gibt es rechtliche Anforderungen für diese Dokumente. Im Maschinen- und Anlagenbau ergeben sich die Anforderungen im wesentlichen aus den Gesetzen, die verlangen, daß nur „sichere Maschinen“ in den Verkehr gebracht und betrieben werden dürfen. Für diese gilt allgemein: Zu einer „sicheren Maschine“ gehört auch eine angemessene technische Dokumentation und Betriebsanleitung.
Gesetze über sicherheitstechnische Anforderungen
Die Gesetze über die sicherheitstechnischen Anforderungen für Maschinen lassen sich in drei Bereiche einteilen. Es gibt:
n gesetzliche Anforderungen an den Hersteller einer Maschine,
n gesetzliche Anforderungen an den Betreiber einer Maschine und
n gesetzliche Anspruchsgrundlagen für denjenigen, der durch eine Maschine einen Schaden erlitten hat (Produkthaftung)
Wichtig dabei ist, daß nach gängiger Rechtsprechung eine fehlende oder fehlerhafte Betriebsanleitung mit einem Produktfehler gleichgesetzt wird – mit allen Konsequenzen, wie sie auch ein Konstruktionsfehler zur Folge hat! Aufgrund der geltenden Haftungsobergrenzen – 160 Millionen DM in Deutschland – kann eine Schadensersatzklage schnell das Ende für kleine und mittlere Betriebe bedeuten.
Ein Unternehmen kann sich also durch eine gute Betriebsanleitung vor Regreßansprüchen schützen. Es kann sie darüber hinaus als positives Marketingmittel einsetzen. Denn die Betriebsanleitung wird immer stärker vom Kunden selbst gefordert. In Warentests wird ihr mittlerweile ein Anteil von bis zu 20 % an der Gesamtbewertung des Produkts beigemessen. Dieser Trend wird durch eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswissenschaft bestätigt, wonach bei rund 2/3 aller Käufer die vorherige Einsicht in die Betriebsanleitung eine kaufentscheidende Rolle spielt. Erklären läßt sich dies damit, daß der Kunde dieser Informationsbroschüre eine höhere Glaubwürdigkeit beimißt als Werbeprospekten.
Wirtschaftliche Lösungen für die betriebliche Umsetzung
Ein Unternehmen braucht zunächst vollständige und richtige Informationen. Auf deren Grundlage kann sie die richtigen Entscheidungen treffen und durchführen. Dann sollte bedacht werden, daß die mit der CE-Kennzeichnung verbundenen Aufgaben nicht nur einmal zu erledigen sind – neue Produkte und neue EU-Richtlinien machen die CE-Kennzeichnung zu einer ständigen Aufgabe.
Dafür gilt es wirtschaftliche Lösungen zu entwickeln. Diese bestehen in der sinnvollen Einbindung der erforderlichen Einzelmaßnahmen in die betrieblichen Abläufe. Zwei oder mehr Fliegen
Die Betriebsanleitung als Marketing-instrument
kann man mit einer Klappe schlagen, wenn die notwendigen Maßnahmen zusätzlich für andere Bereiche im Unternehmen genutzt werden können. Jedes Unternehmen muß dafür individuelle Lösungswege finden. Wir meinen:
In diesen Herausforderungen liegen auch Chancen, sich auf dem neuen Binnenmarkt im Europa 2000 besser zu behaupten, vor allem dann, wenn man die Sache offensiv angeht. In diesem Sinne: Packen Sie’s an!
CE-Kennzeichnung
KEM 496
Die Öffnung dieses Marktes beschert kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland neben Absatzmöglichkeiten europäische Mitwettbewerber. Denn der deutsche Markt ist auch für viele kleine und mittelständische Firmen aus dem europäischen Ausland interessant. Außerdem braucht ein neuer europäischer Binnenmarkt auch einheitliche Regeln. Er wird deshalb zur Zeit neu geregelt, im wesentlichen durch sogenannte EU-Richtlinien.
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