Geschäftsführer der ACE Stoßdämpfer GmbH, Langenfeld

Gast der KEMRudi Kirst

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Wer mit Stoßdämpfern zu tun hat, der hat die maßgebenden Firmen schnell an einer Hand abgezählt. ACE gehört zu dieser Hand. Das regis-trieren auch Branchen-Außenseiter, allein durch den hohen Präsentationsgrad von ACE auf Fach-messen. KEM sprach mit Rudi Kirst über das Produkt Stoßdämpfer aus der Sicht eines Konstrukteurs.

Das Interview führte Herbert Neumann, Red. KEM

KEM: Warum „verschenken“ Sie imagemäßig einen Teil Ihres Produktfolios, indem das ACE Logo nur auf Industrie-Stoßdämpfer hinweist.
!Kirst: Dem Ausdruck „verschenken“ möchten wir nicht zustimmen, denn ACE hat nichts zu verschenken. Quali-tativ hochwertige Ware hat ihren Preis. Wir geben Ihnen aber Recht, dass wir bei den Produktgruppen Industrie-Gasfedern, Ölbremsen, Rotationsbremsen und Sicherheits-Stoßdämpfern in Bezug auf den Bekanntheitsgrad noch einiges nachzuholen haben. Seit der Gründung von ACE im Jahr 1963 ist der Firmenname eng mit dem Dämpfungselement Industrie-Stoßdämpfer verknüpft. ACE hat sich im Verlauf der Firmengeschichte zu einem Key player entwickelt, wobei weiterführende und ergänzende Produkte – siehe unser Democase – zu dem heutigen Portfolio geführt haben. Für uns bringt das die Verpflichtung unseres Hauses, auch die entsprechende technische Beratung anzubieten. Diesem selber gesteckten Ziel kommen wir mit 20 Ingenieuren im direkten Vertrieb und über 400 geschulten Fachberatern unserer Vertriebspartner nach.
KEM: Jedes KMU-Unternehmen ist in der Gefahr, von einem großen Systemanbieter übernommen zu werden. Was tun Sie gegen diese Gefahr?
!Kirst: ACE ist ein Familien-unternehmen, und das soll es auch bleiben. Wir haben uns konsequent auf unser Kern-geschäft, die Dämpfungstechnik, konzentriert und sind deshalb als Spezialist in einer Marktnische aktiv. Aus diesem Grund sind wir nicht Wett-bewerber, sondern Partner für jeden Systemanbieter. Zudem macht uns die Möglichkeit des uneingeschränkten Erfahrungsaustausches mit anderen Firmen als eigenständiges Unternehmen viel wertvoller.
KEM: Die Arbeitsweise der Industrie-Stoßdämpfer beschreibt ACE mit „Konstante Verzögerung“. Wie konstant ist die Verzögerung wirk- lich?
!Roland: Unsere Stoßdämpfer ermöglichen eine Verzögerung, die den Begriff „kons-tante Verzögerung“ zu 90 % trifft. Mit unserer internen Simulations-Software, kann für jeden einstellbaren Stoßdämpfer eine optimale Einstellung bzw. Verzögerungskurve exakt berechnet oder als feste Einstellung auf einen Sicherheitsdämpfer übertragen werden. Das Know-how für solche Berechnungen, wurde bereits vor vielen Jahren gemeinsam mit Wissenschaftlern der bergischen Universität Wuppertal erarbeitet und in Versuchen verifiziert. Die Berechnungsgrundlagen sowie der Stoß-dämpfer als wichtiges Maschinenelement, erhielten nun auch in der aktuellen 20-igsten Ausgabe des „Dubbel“ ihre Anerkennung.
KEM: Die Hochdruckhülse der Industrie-Stoßdämpfer erlaubt Drücke bis 1 000 bar. Was empfiehlt ACE dem Konstrukteur, wenn die Stoßbelastung zu höheren Drücken führt?
!Kirst: Natürlich haben unsere Stoßdämpfer Sicherheitsreserven. Bevor diese aber angegriffen werden, empfehlen wir das nächst größere Modell, oder, zwei Stoßdämpfer parallel einzusetzen. Ein Druck größer 1 000 bar tritt aber nur dann auf, wenn der tatsächliche Einsatz von der geplanten Aufgabe deutlich abweicht. Unser in der Praxis bewährtes Berechnungsprogramm schlägt natürlich nur sicher dimensionierte Stoß-dämpfer vor. Falls der Dämpfer dennoch überlastet wird, greift unser Sicherheitskonzept. Im Crash-Fall würde die Druckhülse die Restenergie bis zum Bruch abbauen. Dabei wird zwar der Dämpfer zerstört, aber die Maschine wird geschützt. Die Maschinenproduktion kann nach Wechsel des Dämpfers direkt weiterlaufen. Bei billigen Stoß-dämpfern führt dieser Crash zu einem schlagartigen Ausfall des Stoßdämpfers. Das bedeutet Ausfall der Maschine. Das verhindert unser Sicherheitkonzept.
KEM: Auf der ACE-Homepage findet ein Hauptproblem der Konstrukteure -knapper Einbauraum- keine Erwähnung. Wie sieht Ihre Hilfestellung dazu aus?
!Kirst: Das ist das Kernziel unserer Neuentwicklungen. In den letzten Jahren haben wir darauf geachtet, dass wir die maximale Energieaufnahme auf kleinstem Bauraum verwirk-lichen. Das ist für ACE die eigentliche Herausforderung sowohl im Maschinenbau wie in der E-Technik. Wir streben bewusst keine Sonderlösungen wie integrierte Sensorabfragen an, sondern wir setzen auf Standardelemente mit höchster Leis-tung auf kleinstem Bauraum. ACE hat z. B. 1999 das patentierte Topfkolben-System vorgestellt, welches 300 % mehr Energieaufnahme bei gleichem Einbauraum realisiert. Im Anschluss haben wir unsere neue Magnum-Serie vorgestellt, welche ein Plus von 50 % Energieaufnahme gewährleistet, bei gleichem Einbauraum wohl-gemerkt. Bei den größeren Stoßdämpfern gelang ACE ein Plus von 130 %. Für unsere Kunden ist das Verbesserung des Preis-/Leistungsverhältnisses. Eine Sensorintegration haben wir vor 7 Jahren gestoppt. Das klingt paradox, aber ein Stoßdämpfer muss weltweit ab Lager verfügbar sein. Das ließ sich mit der o. g. Version nicht sinnvoll realisieren. Natürlich gibt es ACE-Stoßdämpfer mit angeschraubten Sensoren, beide Elemente sind aber Standardprodukte.
KEM: Wo liegen die physika-lischen Grenzen für selbsteinstellende Stoßdämpfer i. V. zu extern einstellbaren Ver-sionen?
!Kirst: Der Trend geht eindeutig zu selbsteinstellenden Stoßdämpfern. Denn Stoß-dämpfer sind „Industrie-Bremsen.“ Die größte Gefahr für Maschinen besteht in einer falschen Einstellung des Stoßdämpfers. Durch den breiteren Einsatzbereich der selbsteinstellenden Stoßdämpfer liegt ihre Energieaufnahme um ca. 10 % bis 15 % unter der max. Energieaufnahme der einstellbaren Versionen. Diese Sicherheitsreserve wird genutzt, um die Abbremsung verschiedener Massen und Geschwindigkeiten mit dem gleichen Stoßdämpfer zu ermög-lichen. Der selbsteinstellende Stoßdämpfer stellt sich automatisch auf veränderte Bedingungen wäh-rend des Betriebes ein. Dies bedeutet für unsere Kunden, eine flexible und kostengünstige Fertigung.
KEM: Das Thema Dichtungstechnik ist elementar für einen Stoßdämpfer-Produzenten. Woher bezieht ACE das Dichtungs know-how?
!Roland: Gemeinsam mit den führenden Dichtungsherstellern aus den USA, Japan und Europa, haben wir seit 35 Jahren Know-how auf diesem Gebiet erworben. Programm hat. Wir haben vor zwei Jahren unsere Simulations-Software Adina in Dienst genommen. Damit werden besonders hoch beanspruchte Bauteile schnell, ohne praktische Tests, überprüft. Das bedeutet eine verkürzte Entwicklungszeit und größere Sicherheit.
(Fotos: Frank Herrmann)
ACE in Zahlen:
– Das Produktprogramm umfasst Industrie-Stoß-dämpfer, Sicherheits-Stoßdämpfer, Ratationsbremsen, einstellbare hydraulische Bremszy-linder und Industrie-Gasfedern.
n Firmenstruktur: Inter-national tätiges Unter-nehmen mit vier Niederlassungen und zusätz-lichen Vertretungen in 35 Ländern sowie seit 6 Jahren ISO 9001 zertifiziert.
– Erwarteter Umsatz 2000 in Deutschland: ca. 35 Mio. DM
– USPs: Besonderes Schulungskonzept in Deutschland mit zwei erfahrenen Trainern für Vorträge an Universitäten, Fachhochschulen, Verbänden und natürlich bei Kunden und Konstruktionsbüros
Ausführliche Informationen
Kostenlose CD-ROM Stoßdämpfer-Berechnung/CAD-Files
KEM 402
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