Geschäftsführer der Rockwell Automation GmbH, Haan

Gast der KEM: Kurt Küherz

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Kurt Küherz, seit dem 01.08.1998 Geschäftsführer der Rockwell Automation GmbH, hat den Blick auf strategische Ziele gerichtet. Dazu gehört unter anderem die Erhöhung des Bekanntheitsgrades des vielfach diversifizierten Unternehmens Rockwell Automation. Dieses Interview verdeutlicht die Vision, welche er als Repräsentant eines namhaften Konzerns der Automatisierungsbranche hat.

Das Interview führte Herbert Neumann, Red. KEM

KEM: Herr Küherz, der Name Rockwell ist in Deutschland erklärungsbedürftig. Welche Begriffsvorstellung soll der Name Rockwell hervorrufen?
Küherz: Rockwell ist ein Konzern für elektronische Steuerungs- und Kommunikationssysteme, bestehend aus drei Geschäftsbereichen. Neben Rockwell Automation sind das Rockwell Collins und Rockwell Commerce. Rockwell hat 40 000 Mitarbeiter, realisiert einen Umsatz von 7 Mrd. US$ und ist mit 200 Standorten in 80 Ländern vertreten. Wer den Namen Rockwell Automation hört, soll einen Konzern vor Augen haben, der sich von einem Unternehmen der Verteidgungstechnik zu einem in der Branche Elektronik und Automatisierung entwickelt hat.
KEM: Läßt sich in Europa der Name Rockwell auf Rockwell Automation herunterbrechen?
Küherz: Das ist von zwei Seiten zu betrachten. Zum einen aus der Sicht von Rockwell, zum anderen aus der von Rockwell Automation. Mit dem Namen Rockwell soll die Vorstellung eines globalen Unternehmens mit globaler Kraft verbunden werden. Rockwell Automation kann dies positiv nutzen, um seine Ziele und den Rockwell-Fokus darzustellen. Dieser umfaßt Kundenorientierung, Innovation und zukunftsweisende Technologien. Das ist die Sichtweise der „Top-Down“-Vorstellung, also von Rockwell zu Rockwell Automation.
Rockwell soll vom positiven Image von Rockwell Automation profitieren. Dieses Image resultiert aus den oben genannten drei Geschäftsbereichen. Schließlich stehen dahinter die Leistungen von 2 500 Rockwell Automation-Mitarbeitern in Europa bzw. 25 000 Rockwell Automation-Mitarbeitern weltweit.
KEM: Wäre es nicht im Sinne einer Corporate Identity besser, z.B. bei den Steuerungen auf den Namen Allen-Bradley zu verzichten und ihn durch Rockwell Automation zu ersetzen?
Küherz: Nein. In unserem neuen Firmenlogo sind die Markennamen in Allen-Bradley, Reliance Electric, Dodge und Rockwell Software zusammengefaßt. Rockwell Automation stellt dabei die Unternehmensphilosophie dar, und die Markennamen repräsentieren das Image bzw. die Markenstrategie. Das Schlagwort für unsere Unternehmensphilosophie lautet „Complete Automation“. Diese Philosophie beinhaltet neben Produktstrategien eine zielgerichtete Fokussierung auf unseren Industriefokus, OEM-Programme, Partnering und den Dienstleistungssektor.
KEM: Welche Position nimmt Rockwell Automation im Bereich der Steuerungen in Deutschland ein?
Küherz: Rockwell Automation als „Global Player“ ist ein führendes Unternehmen im Steuerungssektor. In den USA haben wir die Spitzenposition, in Deutschland müssen wir unsere Position zum Premium Automatisierungsunternehmen ausbauen. Jeder weiß, daß Deutschland im Bereich der Automatisierungstechnik noch Wachstumsraten birgt. Unser Entwicklungs- und Marketingfokus liegt in Deutschland darauf, unter die ersten drei Steuerungshersteller zu kommen.
KEM: Herr Küherz, in Ihrer Kundenzeitschrift „Automation News“ betonen Sie den „Relaunch unseres Markenauftritts.“ Was ist da zu verbessern?
Küherz: Unser neu geschaffenes Firmenlogo soll verdeutlichen, daß unsere Firmenphilosophie darin besteht, unter dem Namen Rockwell Automation unsere Markennamen anzusiedeln. In diesem Jahr wurden unsere Prioritäten dahingehend gesetzt, interne Prozesse zur Kundenzufriedenheit zu perfektionieren. Wir bauen für Europa ein zentrales Lager auf und haben unsere Fertigungsstätten optimiert. In Deutschland wurde ein „Customer-Service-Center“ aufgebaut, das bereits mit der Arbeit begonnen hat. Außerdem werden wir selbstverständlich unsere PR-Arbeit mit dem entsprechenden Fokus weiterführen.
KEM: Ein Feldbus ist industriell anerkannt, wenn er von Normungsorganisationen anerkannt ist. Die weltweiten Organisationen IEC oder ISO werden als zu „langsam“ kritisiert, deswegen gibt es die europäisch relevante Cenelec-Organisation. Haben Controlnet und Devicenet von Rockwell Automation eine Cenelec-Anerkennung?
Küherz: Derzeit noch nicht, aber Controlnet und Devicenet sind für die Normung vorgeschlagen. Bei Devicenet geht es um die Aufnahme in prEN50325, eine neue Norm für CAN-basierende Netzwerke. Wir rechnen bei der nächsten Cenelec-Sitzung im Oktober 1999 mit einem positiven Voting-Resultat. Bei Controlnet beginnt dieses Voting in Kürze für die Aufnahme in die Norm EN50170. Auch hier rechnen wir mit einem positiven Bescheid in einer der nächsten Cenelec-Sitzungen.
KEM: Die gesamte Steuerungsbranche hat während der Hannover Messe 1999 voll auf die Einbindung von Ethernet gesetzt. Hat Rockwell Automation in Deutschland schon Anlagen mit dem Verbund von Ethernet, Controlnet und Devicenet realisiert?
Küherz: Sämtliche Rockwell Automation Steuerungen ermöglichen eine durchgängige Kommunikation auf der Basis Ethernet TCP/IP. Das Gleiche gilt auch für Controlnet und Devicenet, für die Steuerungs- und Geräteebene – beide Netzwerke nutzen effektiv das Producer-Consumer-Verfahren. Und wenn wir über Netlinx sprechen, dann vereinigen wir mit diesem Begriff alle Vorteile von Producer-Consumer-Funktionen wie Steuerungsfunktion, Konfigurationsfunktion, Informationsfluß, und das in einem durchgängigen Netzwerkverbund.
Diese Durchgängigkeit von der Leitebene bis in die Geräteebene ist die Strategie von Rockwell Automation:
Das alles wird mehr und mehr medienunabhängig, und das sagt unser Netlinx-Verfahren aus.
KEM: Das Star-Produkt von Rockwell Automation auf der Hannover Messe 1999 war das Steuerungssystem ControlLogix. Worin liegt der Unterschied zu den ebenfalls angebotenen PLC-5-Steuerungen?
Küherz: ControlLogix bietet gegenüber bisherigen Steuerungen eine deutlich verbesserte Flexibilität im Hinblick auf Vielseitigkeit, Einsetzbarkeit und Verarbeitungskapa-zität. ControlLogix ist wie eine SPS aufgebaut, kann jedoch weit mehr. Auf einem Rack-basierten, kompakten Control-Logix-Einschub können gleich mehrere Steuerungen für einen Mehrprozessormodus nebeneinander betrieben werden. Dadurch können bislang separate Steuerungsfunktionen wie Prozeß-, Antriebs- und Achssteuerung zukünftig in ein einziges System integriert werden.
Ausführliche Informationen
Steuerung Control-Logix
KEM 400
Rockwell Automation als Unternehmen
KEM 401
Firmeninfo zu Rockwell Automation:
Wirtschaftliche Eckdaten:
Umsatz 1998: weltweit 4,6 Mrd. US $
Mitarbeiter europaweit: 2 100
Mitarbeiter weltweit: 25 000
Standorte/Fertigungsstätten: 200 in 80 Ländern
Produktpalette: Industrielle Automatisierungssysteme
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