Ueli Betschart Geschäftsführer Afag, Aarberg/CH

Gast der KEM

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In den Geschäftsfeldern Montagesysteme, Zuführtechnik und Montage-Bausteine liefert die Afag AG Elemente, Baugruppen, Module, Zuführstationen, Handlingsysteme, Lineartransfersysteme, Komplettanlagen usw. für die Montageautomation. Über Afags visionären Weg zum Gesamtmarktführer in Europa sprach KEM mit Geschäftsführer Dr.-Ing. Ueli Betschart und Profitcenter-Leiter Marc Eicher.

KEM: Herr Betschart, bevor Sie am 1.10.1997 als Geschäftsführer bei Afag in die Gesamtverantwortung gingen haben Sie beim Maschinenbauer Bühler AG und bei Integra Signum Verantwortung in den Bereichen Automation und Eisenbahnsicherungstechnik getragen. Spüren Ihre Mitarbeiter und Kunden in der Montageautomation heute diese „gelernte“ Handschrift eines Auto- matisierungstechnikers?

Betschart: Seit meinem Studium habe ich mich immer mit der Automatisierungstechnik befaßt. In den letzten 15 Jahren leitete ich dabei Bereiche mit 150 bis 300 Mitarbeitern auf dem Gebiet der Automatisierung von Gesamtanlagen. Im Anlagenbau steht und fällt der unternehmerische Erfolg mit dem Beherrschen des Verkaufs- und Auftragsabwicklungsprozesses. Unsere Mitarbeiter sind heute stark in die Optimierung dieser Prozesse mit eingebunden, was unsere Kunden mit Sicherheit über bessere Preis-Leistungsverhältnisse und günstigere Durchlaufzeit spüren werden.
KEM: Herr Eicher, Sie sind Leiter Geschäftsbereich Montagebausteine. Afags „Rote Module“ markierten 1982 den Einstieg von standardisierten Elementen für die Automatisierung in der Fertigung und Montage. Sechzehn Jahre danach bietet Afag ein problemlösendes Lieferspektrum für die „Individual-Automatisierung“. Was umfaßt das?
Eicher: Dieses Sortiment war eines der ersten voll-modularen Baukastensysteme auf dem Markt und hat sich seither stetig und harmonisch zu einem einzigartigen Montagemodulsystem verbessert. Es deckt mit vergleichsweise wenigen aber hochmodularen Teilen einen Großteil der Marktbedürfnisse in der anspruchsvollen Montageautomation ab. Unsere Marktführerschaft mit diesem Sortiment umfaßt neben Technik und Qualität u.a. auch ein intelligentes Dienstleistungspaket und ein Vertriebsnetz mit 24 Stunden-Lieferservice.
KEM: Ist dieses einzigartige Montagemodulsystem Schweizer Präzision, zugeschnitten auf den Endausbau „Automatisches Fertigen und Montieren“?
Eicher: So ist es! Die Schweizer Industrie hatte aufgrund ihrer angestammten Qualitätsprodukte eine brillante Startposition für die boomende Automatisierungsbranche. Da Afag seit jeher alle Schlüsselbereiche der Montageautomation – von der Komponen-te bis zum komplexen System – anbietet, hat Afag das Baukasten-Denken zum eigenen Nutzen und zum Nutzen seiner Kunden sehr früh kultiviert. Schnelles und einfaches Konstruieren und Umrüsten einer bestehenden Anlage ohne signifikante Stillstandszeiten sind nur mit raffinierter Modulbauweise realisierbar. Das betrifft sowohl den rein mechanischen Teil, wie auch den dazugehörenden Steuerungsteil.
KEM: Wie vermitteln Sie diese Fakten dem interessierten Konstrukteur?
Eicher: In der sehr dynamischen Branche Montageautomation ist die Automobilindustrie tonangebend. An deren Marktbedürfnissen müssen wir unsere Leistungen messen. Deshalb stellt Afag das gesamte Sortiment auf einer einzigartigen CD-ROM allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. Der Kunde kann damit via Auswahlsoftware schnell das richtige Modul finden, blitzschnell via CAD-Datei in seine Konstruktion einfügen und per Mausklick sekundenschnell ab Lager bestellen. Das verkürzt Abläufe und vermeidet Fehler.
KEM: Mit der Übernahme des Lineartransfersystems LTS MK5 von der 1992 in die Afag integrierten Menziken Automation MAT AG hatte Afag da und dort Probleme. Das auf der Motek 97 präsentierte „LTS Orbit“ sollte diesen Mangel beseitigen, wurde aber auf der Motek 98 bereits als „überarbeitet“ präsentiert. Das ein Jahr nach der Markteinführung. Ist das Afag-Bananenpolitik bei der Produktentwicklung?
Eicher: Ganz im Gegenteil! Bis zum Zusmmenschluß der Afag und der MAT hatte der Systemintegrator Afag meist das Bosch-Transfersystem eingesetzt und darauf interne Standards basiert, auf die wir nicht verzichten wollten. Das hat zur Komplettüberarbeitung und Weiterentwicklung des LTS MK5 geführt. Es entstand das neue LTS Orbit. Zwecks Aufwärtskompatibilität der Produkte – Baukastenmodule besitzen ja nur dadurch einen wirklichen Sinn – erfolgte dieser Produktewandel zum Nutzen unserer Kunden schrittweise. Auf der Motek’98 haben wir keine überarbeitete Orbit-Version, sondern eine Vielzahl neuer raffinierter Modulen präsentiert.
KEM: Beim Werkstückträger des „LTS Orbit“ hatten Sie die Bosch-Technologie geklaut und haben diese mittlerweile unter Lizenznahme verbessert. Konnten Sie mit diesem Schachzug in die Bosch-Klientel eindringen?
Eicher: Der Werkstückträger und das Stopper-Konzept des Bosch-Transfersystems sind gut eingeführte und bewährte Montagebausteine. Diese Technologie haben wir weiterentwickelt und mit unserem bereits vor mehr als 10 Jahren eingesetzten patentierten Umlenkführungssystem verheiratet. So entstand ein Baukasten, der über die technischen Möglichkeiten aller andern Anbieter hinausgeht, jedoch preislich sehr interessant ist. Entsprechend haben wir großen Erfolg und Wachstumsraten zu verzeichnen.
KEM: Das visionäre Ziel der Afag-Unternehmensgruppe ist es, für komplexe Montagesysteme und anspruchsvolle Monatagebausteine in Europa Marktführer zu werden. Reichen dafür aber Nadelstiche wie Orbit LTS oder Ihr Montagemodulsystem?
Betschart: Bei dieser Zielstellung messen wir uns nicht mit jedem Pneumatikanbieter, sondern konzentrieren uns auf die anspruchsvollen Montagebausteine und die komplexen Montagesyteme. Hier haben wir in einigen Ländern unser Ziel bereits erreicht und bauen dort unsere Marktstellung noch mehr aus. In der Entwicklung arbeiten wir intensiv an noch schnelleren, noch günstigeren und noch flexibleren Zukunftsprodukten.
KEM: Hervorragende Produkte sind eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die Kostensenkung. Welche Unternehmens-Strategie verfolgen Sie zur diesbezüglichen Effizienzverbesserung?
Betschart: Eine klare Ausrichtung auf die strategischen Geschäftsfelder Montagesysteme, Zuführtechnik und Montagebausteine erlaubt uns eine gezielte Optimierung der Abläufe. Die Profit-Center-Struktur sichert die Kostentransparenz dieser Aktivitäten. Wir sind überzeugt, daß durch internes Prozessreengineering eine Kostensenkung von 20 und eine Durchlaufzeitverkürzung von 30% erreichen werden kann. Bei allen drei Geschäftsfeldern haben die Produktinnovation und die wertanalytische Überarbeitung bestehender Produkte einen grossen Stellenwert.
KEM: Die Schweiz ignoriert die EU. Ihre avisierte Marktführerschaft erfordert aber europaweite Lieferfähigkeit und Service. Schafft Afag das?
Betschart: Afag besitzt neben der elektronischen Vernetzung weltweit ein feinverästeltes Netz von ausgezeichneten Vertriebspartnern. Das ermöglicht uns, einen Großteil des Marktes innerhalb 24 Stunden bereits heute zu beliefern. Durch unsere Tochtergesellschaft in Berlin haben wir schon vor einigen Jahren im EU-Raum Fuss gefasst und verstärken diese Präsenz vor Ort z.B. durch Gründung einer weiteren Vertriebsgesellschaft im süddeutschen Raum 1999. Damit plazieren wir beim Kunden noch mehr eigenes Personal und Kompetenz.
Ausführliche Informationen
Afag-CD-ROM
KEM 400
Afag AG in Aarberg/CH, Tochterfirma der ALU Menziken Holding AG:n Geschäftsfeldeinheiten: Montage-Systeme, Zuführungen und Montage-Bausteinen Umsatz 1998: ca. 76 Mio. SFr. mit über 300 Mitarbeiternn Produktionsfirmen in der Schweiz, Deutschland und USAn Jährlich zwei-stelliges Wachstum
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